DGB-Ausbildungsreport 2012: Herausforderungen annehmen und Bedingungen verbessern

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Der Hagener DGB-Jugendsekretär Tim Ackermann greift die Kritik des DGB-Ausbildungsberichtes auf und unterstreicht die Forderungen der Gewerkschaften.

Im Bericht werden zu große Klassen, fehlende Lehrer und veraltete Übungsgeräte beklagt. Basis der Befragung des DGB waren 3.000 Auszubildende. Es ging um die Zufriedenheit mit ihrer Ausbildung, an welchen Stellen es Verbesserungsbedarf gibt und wie sie in ihrem Ausbildungsbetrieb behandelt werden. Schwerpunktthema der Befragung in diesem Jahr ist erstmalig die Qualität der Berufskollegs.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es zum Teil erhebliche Mängel an den Berufskollegs gibt“, erklärt Tim Ackermann, Jugendbildungsreferent der DGB Jugend. „Jeder fünfte Befragte bewertet die fachliche Qualität des Unterrichts als nur ausreichend bis mangelhaft. Und über 50 Prozent der befragten Auszubildenden fühlen sich höchstens befriedigend auf die Abschlussprüfung vorbereitet.“

Wie der Berufsschulunterricht bewertet werde, hänge nicht nur vom Lehrer, sondern von verschiedenen Rahmenbedingungen ab, so Ackermann weiter. „Viele Auszubildende kritisieren die schlechte Infrastruktur an Berufskollegs. Besonders im gewerblich-technischen Bereich sind Lernwerkstätten oft schlecht ausgestattet, teilweise sind Materialien rar oder Übungsgeräte veraltet. Aber auch die Klassengröße wirkt sich auf die Zufriedenheit mit dem Unterricht aus. Der Report zeigt: Umso kleiner die Klasse desto besser wird die Lernatmosphäre beurteilt. Ein weiteres Problem ist der Fachlehrermangel. In den Fachrichtungen Maschinentechnik, Elektrotechnik und Fahrzeugtechnik fehlt der Lehrernachwuchs.“

Die erkannten Missstände, so der DGB sind dringend zu beheben. „Dazu benötigen die Kommunen mehr Mittel für eine bessere Ausstattung der Berufskollegs. Die Qualität der Ausbildung darf nicht vom Haushaltsbudget der Stadt abhängig sein!“, meint Tim Ackermann.

Jochen Marquardt fordert für den DGB weiterhin die Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten in den Lehrerberuf und die Reduzierung der Klassengrößen auf höchstens 25 junge Menschen. „Wer über die Notwendigkeit von Fachkräften redet, muss auch die erforderlichen Bedingungen schaffen. Ansonsten bleibt es bei leerem Gerede und die anstehenden Probleme werden nicht gelöst.“, so Marquardt.

Den Ausbildungsreport finden Sie hier.

Eine Antwort to “DGB-Ausbildungsreport 2012: Herausforderungen annehmen und Bedingungen verbessern”

  1. Harald Helmut Wenk Says:

    ‚Es bleibt leeres Gerede‘. Herr Marquardt bweist außerordentliches Sprachgefühll, weil von einem wirklichen Fachkräftemangel
    nicht („leer“) die Rede sein kann.

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