Verwaltung will Allee abholzen

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Gerade erst wurde die Kastanienallee an der Hasper Büddinghardt in das Alleenkataster des Landes NRW aufgenommen, schon schlägt das Universum in Form der Hagener Stadtverwaltung zurück. Und das nur wenige Meter entfernt.

Auch an der unteren Büddinghardt, zwischen S-Bhf. Heubing und der Eisenbahnbrücke besteht ein ca. 100 Meter langer Alleenabschnitt, hier nicht mit Kastanien bestückt, sondern mit 22 ca. 17 Meter hohen Schwarzpappeln. Die sollen jetzt weg, wenn es nach dem Willen der Hagener Stadtverwaltung geht.

Krank sind die Bäume offensichtlich nicht, jedenfalls begründet die Verwaltung ihren Abholzplan nicht damit. Als Argument muß – immer wieder gern genommen – die „Verkehrssicherungspflicht“ der Gemeinde herhalten. Zumindest die vermeindliche.

Nimmt man die inkriminierte Allee in näheren Augenschein, bleibt von dieser Argumentation nicht mehr viel übrig. Selbst der Verwaltung scheinen nur zwei oder drei Wurzelbereiche von insgesamt 22 Bäumen so „gefährlich“ zu sein, dass man diese im Gehweg mit Warnbaken abgesichert hat. Der Bürgersteig selbst hat eine für Hagener Verhältnisse relativ opulente Breite für die wenigen Passanten, die diese Strecke frequentieren.

Die Alleebäume stehen nicht im Gehwegbereich, sondern außerhalb davon. Nach heutigen Stand müssten nach Eindruck von Beobachtern nur an einigen Stellen die Platten entfernt werden und durch eine wassergebundene Decke ersetzt werden, und das Problem wäre vom Tisch. Und vermutlich wesentlich preiswerter als eine umfangreiche Abholzaktion.

Aber bekanntlich sind in Hagen Worte und Taten zweierlei Dinge. So weiß der städtische Wirtschaftsbetrieb Hagen: „Bäume erfüllen gerade im urbanen Raum viele Funktionen. So sind sie nicht nur Sauerstoffproduzenten, Feinstaub- und CO2 -binder oder Schattenspender sondern üben auch einen beruhigenden Einfluss auf den Betrachter aus.“ Und behauptet: „Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht werden alle Bäume und Sträucher so gepflegt, dass ein gefahrenfreies Begehen und Befahren der Wege und Straßen möglich ist.“ „Pflegen“ wird gelegentlich wohl mit „abholzen“ gleichgesetzt.

Ob die Hasper Bezirksvertretung in dieser Angelegenheit noch hilfreich sein wird, bleibt abzuwarten. Dort steht das Thema am Donnerstag dieser Woche auf der Agenda, nicht zum ersten Mal. Schon am 21. Juni 2012 stand der Fall der Bäume an der Büddinghardt auf der Tagesordnung. Damals hatten die Gremienvertreter noch Informationsbedarf und beschlossen: „Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen und bis zur nächsten Sitzung am 30.08.2012 zu berichten, ob es sich bei den 22 Bäumen der Büddinghardt um Kastanien handelt.“

Daß es Schwarzpappeln sind, stand allerdings schon in der Verwaltungsvorlage 0392/2012 vom 26.04.2012. Bleibt nur die alte Feststellung: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

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