Autokennzeichen: Eine Studie und ihre Folgen

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Eine einzige Untersuchung gab den Anstoß für die Debatte um Heimatverbundenheit. Diese ist jedoch nicht repräsentativ und von einem Schilder-Lobbyisten begleitet worden. Ein Lehrstück des Lobbyismus’

Als sich der Hagener Manfred von der Heyden und der Heilbronner Professor Ralf Bochert vor gut drei Jahren anfreunden, forscht letzterer noch um Tourismusfragen. Von der Heyden, der oberste Lobbyist der Autoschilder-Branche, muss seine Sache gut gemacht haben. Ein Jahr später stampft Bochert eine neue Studie aus dem Boden, die zwar völlig artfremd zu seinen vorherigen sein würde, mit der er aber so viel Aufsehen erregte, wie mit keiner zuvor. Sie trägt den sperrigen Titel: Initiative Kennzeichenliberalisierung. Bis dahin wissen die Deutschen nicht, dass sie sich nichts sehnlicher wünschen als ein Altkennzeichen. Das sollte sich rasend schnell ändern. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Autoschilda. Und sogar die öffentlich-rechtlichen Medien standen (wieder einmal) Gewehr bei Fuß für kostenlose PR.

Siehe auch:

König des Nichts

Der geniale Schilderminister Peter Ramsauer

Verkehrsminister Peter Ramsauer ist ein Macher. Keiner, der nur große Reden schwingt und mit Taten auf sich warten lässt. Ramsauer ist einer, der weiß, was das Volk beschäftigt. (…)

Kfz-Zeichen für alle. Egal ob jung oder alt, dünn oder dick. Egal ob Haufen- oder Fischerdorf, Schrott- oder Bonzenkarre. Lokalpatriotismus soll den schlechten Zustand der Straßen, die Staus auf den Autobahnen und die unausgereifte Verkehrsplanung vollkommen vergessen machen. „Ich komm aus Sprockhövel (SPROCK) und scheiß auf die Schlaglöcher!“, so soll es bald stolz auf Deutschlands Straßen tönen.

Erste Stimmen melden sich, die behaupten, dies sei eine Verschwörung der gesamten Bundesregierung, um die Bürger von katastrophalen Fehlplanungen wie dem Flughafen Berlin Brandenburg oder Stuttgart 21 abzulenken. Doch diese kurzsichtigen Spötter werden verstummen. Der reflexartige Aufschrei, dass nun aber wirklich das Sommerloch gekommen sei, wird verhallen. Die Idee des Ramsauer ist größer, als wir mit unseren kleinbürgerlichen Köpfen fassen können. Solche Stimmen verkennen die Genialität des Verkehrsministers (…)

Quelle: taz

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