Gegen den Strom: Spekulation mit Lebensmitteln

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Di., 03.07.2012, 19:00-21:00 Uhr
AllerWeltHaus, Potthofstr. 22, Hagen

Referent: Markus Henn, weed

Obwohl unsere Erde genug Nahrung für alle bietet, hungert jeder siebte Mensch – insgesamt rund eine Milliarde Weltbürger und -bürgerinnen. Der global steigende Konsum, Kriege, die Folgen des Klimawandels und der tödliche Trend zu Treibstoffen auf Pflanzenbasis verschärfen die Situation.

Besonders skandalös ist, dass die Finanzmärkte ein regelrechtes Geschäft mit dem Hunger treiben. Banken und Fonds bieten ihren Kunden an, auf die Entwicklung von Nahrungsmittelpreisen zu wetten. Diese Wetten treiben die Nahrungsmittelpreise in die Höhe; die Gewinne der Spekulanten verschärfen den Hunger der Ärmsten. Obwohl das Problem inzwischen breit diskutiert wird, hat die Politik noch immer nicht gehandelt.

Markus Henn, von WEED (World Economy, Ecology and Development – Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung) wird über den Handel mit Lebensmittel informieren, die Spekulanten aufdecken und Anforderungen an Politik benennen, die den Geschäften mit dem Hunger anderer ein Ende setzen.

Dazu:

Mit Vollgas in die Hungerkrise

Die weltweiten Getreidevorräte reichen gerade einmal für 37 Tage, obwohl die Versorgung nach offiziellen Vorgaben 60 Tage lang gewährleistet sein muss. Warum ist das so?

Der Anstieg der Rohstoffpreise, die Verknappung landwirtschaftlicher Nutzflächen, der Einsatz pflanzlicher Grundstoffe zur Herstellung von Biotreibstoff, und auch die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten aufstrebender Volkswirtschaften wie Indien und China haben die Welt in eine tiefe Nahrungsmittelkrise gestürzt, die offenbar außer Kontrolle zu geraten droht.

Die Filmemacher haben in Europa nachgeforscht und Meinungen von Experten der Welternährungsorganisation FAO zum aktuellen Ungleichgewicht der Märkte eingeholt. Sie haben sich in den ländlichen Regionen Argentiniens und der USA umgesehen, den beiden größten Produzenten von Biotreibstoff und Befürwortern genmanipulierter Pflanzen. Und sie sind nach China gereist, um nachzufragen, wie die dortige Regierung die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung sichern will. Denn Chinas Bedarf an Getreide entspricht schon heute der gesamten Weltproduktion. Peking betreibt ein Wettrennen gegen die Zeit, mit dem Ziel, immer schneller immer mehr Nahrungsmittel zu produzieren.

Ein Spiel mit hohem Einsatz, bei dem es um die Zukunft und das Gleichgewicht des gesamten Planeten geht.

Quelle: ARTE F (Video)

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