Weniger Banken wollen Schulden der Rathäuser finanzieren

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Die ersten Kreditfinanzierer wie Depfa und Dexia haben sich bereits aus dem Geschäft mit den Schulden von Städten und Gemeinden zurückgezogen. Für hoch verschuldete Kommunen wie Oberhausen dürfte es in Zukunft schwerer werden, auf dem Kapitalmarkt an das dringend benötigte frische Geld zu kommen.

Mit 124 Milliarden Euro stehen die deutschen Städte und Gemeinden in der Kreide. Jeder Einwohner von Oberhausen schuldet den Banken wegen der Kreditaufnahme seiner Stadtverwaltung etwa 10 000 Euro. Es ist ein deutscher Spitzenwert. Drei andere Revierstädte – Essen, Duisburg, Hagen – stehen Oberhausen kaum nach.

Zwar schützen Bund und Länder die Städte. Sie wollen für sie einstehen, sollten Kredite nicht zurückgezahlt werden. Doch die privaten Banken beginnen zu zweifeln, dass das so bleibt. Sie wollen das ungehemmte Pumpen in den Rathäusern angesichts der internationalen Schuldenkrise und der hohen Überziehungen der Kommunen, die im Fachjargon Kassenkredite heißen, nicht mehr fördern. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die steile These, Banken zögen sich aus dem Kreditgeschäft mit Kommunen zurück, ausgerechnet mit dem Verhalten der beiden Problemfälle Depfa und Dexia zu begründen, ist schon sehr gewagt. Die 1922 gegründete Deutsche Pfandbriefanstalt war eine stocksolide Körperschaft öffentlichen Rechts, wurde aber in den 90er Jahren im Rahmen des Shareholder-Value-Hypes privatisiert und als Depfa ins Steuerparadies Dublin ausgelagert. Damit war der Abstieg vorprogrammiert: 2007 wurde die Bank von der Hypo Real Estate übernommen, die ihrerseits kurze Zeit später mit Ausbruch der Finanzkrise mit immensen Steuermitteln gestützt wurde, weil sie angeblich „systemrelevant“ ist. Auch die belgische Dexia geriet 2008 ins Strudeln und wurde mit Steuergeldern gerettet. Der Clou dabei: Die finanziellen Probleme dieser Bank ergaben sich insbesondere aus Milliarden-Darlehen an die HRE-Tochter Depfa. Im Artikel zu alldem kein Wort.

Eine Antwort to “Weniger Banken wollen Schulden der Rathäuser finanzieren”

  1. Harald Helmut Wenk Says:

    Anmerkumg zur Anmerkung:
    Das führt uns auf das „Gründübel“: „Selbstbedienungsladen Staat“, wie der EX-FInazminister Lafontaine – leidgeprüft – zusammenfassen.

    Die Lage der Sädte wird nämlich in der Tat „künstlich“ mit einem REALEN Pleiterisiko versehen.

    Und das nach den PRIVATEN Banken“Krisen“.

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