Sparkassen-Vorstand: Millionen für die Rente

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Während Kleinsparer mit Mini-Zinsen abgespeist werden, dürfen sich die Vorstände der Sparkasse Hagen über üppige Rücklagen des Unternehmens für ihre Alterssicherung freuen. Kein Einzelfall in dieser deutschen Republik.

„Reich in Rente“ titelt das Magazin Der Spiegel diese Woche in seiner aktuellen Ausgabe und meint damit die exorbitanten Altersbezüge, die sich die Bosse dieser Republik gesichert haben. Während die laufenden Einkünfte von Vorständen deutscher Konzerne mittlerweile in der Kritik stehen, werden die luxuriösen Renten der Unternehmensführer übersehen.

Neben ihren Gehältern und Bonuszahlungen haben sich die Konzernlenker hier eine weitere Einkommensquelle erschlossen, mit der sie sich ein zusätzliches Vermögen sichern. Dabei tritt eines zu Tage: eine Selbstbedienungsmentalität, von der normale Arbeitnehmer nur träumen können.

So müssen die Manager nicht bis zum Alter von 67 arbeiten und haben – wie normale Rentenempfänger – bei vorzeitigem Ruhestand auch keine Abschläge in Kauf nehmen. Der Clou bei der Sache: eigene Vorsorge ist nicht nötig, das Unternehmen zahlt.

Der Wert der zugesagten Pensionen im Bereich der im DAX gelisteten Unternehmen reicht dabei laut Spiegel von 29,6 Mio. Euro (Daimler-Vorstand Zetsche) bis 9,5 Mio. Euro (Allianz-Vorstand Diekmann). Der Spiegel zitiert dazu Professor Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität: „Bei dieser Gehaltsgruppe kann man erwarten, dass sie sich eine private Altersversorgung leistet und das Unternehmen sich raushält.“ Unternehmen seien „keine Rentenkasse für Vorstandsmitglieder“.

Aber nicht nur in der illustren Welt der DAX-Vorstände geht es finanziell munter zur Sache. Auch in der tiefen Provinz, in der westfälischen Pleitekommune Hagen, will man wenigstens ein bisschen am großen Rad mitdrehen. Wie bei der örtlichen Sparkasse.

Dort werden in den Jahresabschlüssen zwar die Pensionsansprüche des vor zwei Jahren ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Klaus Hacker schamvoll verschwiegen, aber in der Veröffentlichung für das Geschäftsjahr 2010 sind die Ansprüche der beiden weiteren Vorstandsmitglieder aufgelistet. Zum Stand 31.12.2010 beträgt demnach der Barwert der Rentenansprüche für Rainer Kurth 1.781.200 Euro, für seinen Kollegen Klaus Oberliesen 1.673.000 Euro.

Von solchen Beträgen sind selbst normale Arbeitnehmer, die über beste Qualifikationen verfügen, meilenweit entfernt. Welcher Ingenieur hatte z.B. die Gelegenheit, vierzig Jahre lang den Höchstbeitrag in die Rentenkasse einzuzahlen? Selbst wenn, es wären Peanuts. Laut Spiegel hätte der brave Ingenieur lediglich einen Rentenwert von 350.000 Euro erzielt.

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