FDP lässt Schlecker-Tranfergesellschaft scheitern

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Offener Brief an den Hagener FDP-Vorsitzenden Uli Alda

Das Zustandekommen einer Transfergesellschaft für die von Entlassung bedrohten Schlecker-Beschäftigten ist am Widerstand der FDP-Minister in den von der Splitterpartei mitregierten Bundesländern gescheitert. Den ca. 11.000 Betroffenen – zumeist Frauen – flatterte inzwischen die Kündigung ins Haus. Höhepunkt ist die an Zynismus kaum noch zu überbietende Äußerung des FDP-Vorsitzenden und Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler, die jetzt Arbeitslosen sollten sich schnellstens um eine „Anschlussverwendung“ bemühen. Zur „Weiterverwertung“ ist es da nicht kein großer Schritt mehr.

Vor diesem Hintergrund sahen sich der Hagener DGB und die zuständige Einzelgewerkschaft ver.di veranlasst, einen Offenen Brief an den Hagener FDP-Vorsitzenden Alda zu verfassen:

Sehr geehrter Herr Alda,

wir wenden uns an diesem Tag mit Bestürzung an Sie. Am gestrigen Tag scheiterten die Verhandlungen der Bundesländer um die Einrichtung einer Transfergesellschaft für die von Arbeitslosigkeit bedrohten MitarbeiterInnen von Schlecker. Entscheidend dazu war dazu das Verhalten der F.D.P.-Vertreter. Während der Parteivorsitzende Dr. Phillip Rössler die notwendige Verantwortungsübernahme bereits auf die Bundesländer verlagerte, anstatt die erforderlichen Schritte einzuleiten, stellten sich die Wirtschaftsminister aus Ihrer Partei in den Ländern gegen die Hilfe der Betroffenen.

Zur Erinnerung und Klärung:

Es ging in erster Linie darum, den betroffenen MitarbeiterInnen durch die Einrichtung einer Transfergesellschaft konkrete Hilfsangebote und ein 6-monatiges Zeitfenster für Qualifizierungen und Vermittlungsunterstützung einzuräumen. Diese Unterstützung wäre durch die Übernahme einer Bürgschaft möglich gewesen und ist einzig am Verhalten Ihrer Parteikollegen gescheitert.

Es ging des Weiteren darum, die Möglichkeiten für die noch verbleibenden Teile des Unternehmens zur Übernahme durch Investoren zu verbessern. Dazu hätten die klaren Entscheidungen durch den Übergang in einer Transfergesellschaft erheblich beigetragen.  

Das Verhalten Ihrer Parteikollegen hat diesen Prozess erheblich erschwert, vielleicht unmöglich gemacht.

Herr Alda, dieses Verhalten Ihrer Partei entspricht einer marktwirtschaftlichen Logik, die weit von sozialer Verantwortung für die Menschen und arbeitsmarktlicher Vernunft entfernt ist!

Wir sind empört über dieses Verhalten und wir empfinden Solidarität mit unseren Kolleginnen und Kollegen bei Schlecker!

Wir fordern Sie dringend auf, sich öffentlich gegen diese Entscheidung auszusprechen. Eine liberale Klientelpartei, die die Interessen von Beschäftigten komplett aus ihrem Politikrepertoire streicht, ist für unser Land, für unsere Stadt, für ein sinnvolles und verantwortliches Zusammenwirken von Wirtschaft und Gesellschaft unnötig.

Mit Grüßen

Regina Sparfeld-Möbus                       Jochen Marquardt
Geschäftsführerin Ver.di                      DGB-Stadtverband Hagen
Südwestfalen

3 Antworten to “FDP lässt Schlecker-Tranfergesellschaft scheitern”

  1. Allan Quatermain Says:

    Vorab, ich gehöre nicht der F.D.P. an.
    Auch über den Sinn und das Gejammere aus gewissen Kreisen, zu der nicht zu Stande gekommenden Transfergesellschaft für die SCHLECKER-Frauen kann man jetzt vortrefflich streiten.

    Fakt ist aber,

    neben den TÜV und DEKRA tummelt sich auch die Gewerkschaft, nebst dem Handwerk und Einzelhandel, auf diesen Markt von sogenannten Qulifizierungseinrichtungen.
    Genosse Marquardt steht u.a. auf einer dieser Lohnliste!

    Weiterhin, was will man denn mit diesen SCHLECKER MitarbeiterInnen qualifizieren? Diese, zum größten Teil Frauen, können alleine ein Einzelhandelgeschäft führen.
    Sind Allroundfrauen in der Bestellung von Artikel, (früher sogar ohne Telefon,) Regale auffüllen, Laden putzen, Kasse bedienen, etc. Auch bei Überfälle auf ihre Geschäfte und sogar das Überwachen durch Privatdetekteien, haben diese Frauen ihr Allroundwissen einsetzen müssen oder dürfen.

    Kleines Manko haben aber viele der SCHLECKER-Frauen.
    Fast alle sind über 40 Jahre alt und für die freie Marktwirtschaft ungeeignet.

    Welches Aufgabengebiet hätte man, neben diesen Transfergesellschaften, eigendlich der Agentur für Arbeit, zugedacht? Wofür sind diese Jungs und Mädel der Agentur eigendlich da ?

    Jetzt muss sich der Insolvenzverwalter mal einen Schlanken Hals machen und hat auf einmal noch etwas mit Kündigungsschutzklagen, Konkursausfallgeld, etc. zu tun.
    Dumm gelaufen für ihn und die Träger der Transfergesellschaften. Für die restlichen Läden in Deutschland oder im Ausland scheint ja alles Paletti zu sein. Apropo Ausland, gehören diese Läden nicht noch den EK Anton aus Ulm?

    Ich erinnere nur an das Gejammere von 2 Fabrikantinnen vor der Presse. Die eine hatte zu viel bezahlt für ihre neue Errungenschaft, die andere hatte sich um ihren Laden jahrelang nicht gekümmert.
    Alles Schnee von gestern.

    Auch in Hagen, oder den EN-Kreis sind viele in die Insolvenzmaschinerie gekommen. Da hat die Gewerkschaft oder gewisse Parteien geschwiegen.
    Auch gab es dort keine Transfergesellschaft.

    Namen von Ex-Firmen aus dem hiesigen Raum kann ich gerne nachliefern! Auch die Zahlen zu der ehemaligen Stammbelegschaft.
    Da sind diese 11.000 Frauen ein Klacks dagegen.

    Ich sehe und unterhalte mich ab und an mit Ex-Facharbeiter, die ihre 5.te, 6.te, oder 7.te Qulifizierungsmaßnahme hinter sich haben.
    Segen für die Trainingsfirmen, Fluch für diese Kollegen.

  2. Allan Quatermain Says:

    Kleiner Nachtrag zu meinen Kommentar.

    War es nicht der Kollege Bsirsky, der in der Hauspostille von ver.di,
    zu einen Boykott bei SCHLECKER aufgerufen hat?

    Ist zwar nur ein paar Monate her. Aber, „der Erfolg hat viele Väter“,
    heißt ein Sprichwort.

    O&K,
    Knorr-Bremse,
    Schmiedag,
    Varta,
    Südwestfalen,
    Brandt,
    Poupelier,
    Hoesch-Bandstahl,
    Hoesch-Hohenlimburg,
    Schwelmer Eisenwerk,
    Andernach & Bleck,
    Thyssen-Aufzüge,
    Wippermann,
    Theis,
    Ergster Stahlwerk,
    Wescho,
    Hagener Feinstahlhandel,
    Sinn-Lefers,
    Puschke,
    Fernmeldeamt in der Bahnhofstr. u. Am Hoing,
    etc., usw.

    Alleine hier verloren Tausende Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz. Ich kann mich noch gut an einen Fall erinnern, dass die Manager einer obigen Firma, jeden vor den Kadi zerren wollten, der behauptete, dass eben diese Firma kurz vor einen Konkurs stände.

    Aber auch Teil-Öffentliche Arbeitgeber entledigen sich gerne ihrer Arbeitnehmer. Es gab einmal hier in Hagen eine
    Fa. HABUS.
    Mit viel Lorbeeren gestartet, mit 200 BusfahrerInnen hart gelandet. Was wollte man nicht alles einsparen, auf die Lohntüte der Kutscher. Alles Schnee von gestern.

    Wer hat es erfunden? Nicht die Schweizer, sondern der Hagener Rat, der im ÖPNV sparen wollte. Es fällt mir jetzt pardon nicht ein, wer dabei im Rat das Sagen hatte?
    Ist aber auch egal, weil auswechsel bar.

    Nicht zu vergessen werden sollten noch so Altfälle wie
    Hasper Hütte, Wittmann, Hattinger Eisenwerk, etc.

    Sogar am Schlachthof Hagen waren in Glanzzeiten mehrere Hundert Beschäftigte. Die Fa. Tönnis, etc. ist mit ihren Subsub-Unternehmer, aus den neuen EU-Staaten, in diese Lücke gehüpft. Und zwar so weit, dass die Nordländer, wg. dem Lohngefüge dort, ihr Vieh gerne dahin zum Schlachten und Verarbeiten bringen. Auch Tausender Kilometer Transportweg zum trotz.

    Auch daran denken,
    der Abbau einer Papierstraße bei Stora-Enso Kabel,
    vor ein paar Jahren, hat „nur“ ca. 600 Arbeitsplätze gekostet.
    Trotz Lippenbekenntnisse der Konzernleitung ein Jahr vorher.

    Das der WAZ-Konzern sich etwas entschlankt hat,
    kostete auch nur 300 Arbeitsplätze im Druckhaus Bathey.
    Das 2 mal so viele Jounalisten dieses Konzern in der freien Marktwirtschaft entlassen wurden, ersieht man an den Rumpfredaktionen der Lokalteile und sinkenden Abozahlen.

    Es ist mir nicht bekannt, dass es für obige Firmen,
    was ja falsch ist, ich meine Ex-Mitarbeiter,
    eine Transfergesellschaft gegeben hat?
    Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  3. Allan Quatermain Says:

    Noch ein Nachtrag:

    Der Oberboss von ver.di schreibt sich richtig,

    Frank Bsirske.

    Ich denke aber, jeder weiss, wer in meinen Kommentar gemeint war.

    Da war doch mal etwas mit diesen Gewerkschaftsfunktionär?

    Ging es da nicht um Freiflüge, die er sich Gutschreiben lassen wollte. Bezahlt von ver.di. Mailenkontigent für sich.

    Aber damit ist er nicht alleine aufgefallen!

    Der kleine linke Gysi als Wirtschaftssenator in Berlin,
    und der jetzige grüne Oberberboss.

    Nach dem sie erwischt wurden, waren zwei der Herrschaften ihren Posten los, bzw. sind für kurze Zeit von der Bildfläche entschwunden. Die Freikilometer wurden dann auch zu der
    bezahlenden Stelle abgegeben.

    Aber bis zu ihren erwischt werden,
    hatten alle drei, kein Rechtsempfinden.

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