Nebenan in Wetter: Endgültiges Aus für die August Fischer GmbH

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Schweren Herzens verabschiedeten sich die langjährig Beschäftigten der August Fischer GmbH (afi) in Wetter von ihren Arbeitsplätzen und vielfältigen Aufgaben, in die sie Herzblut und Engagement über viele Jahre steckten. Mit einem Abschiedsfrühstück trennten sich nun die Lebenswege einer Belegschaft, die trotz einer menschenunwürdigen Unternehmensleitung und unfairer Arbeitsbedingungen eine Gemeinschaft entwickelte, die sie auch in den schweren Monaten der Insolvenz zusammenhielt und stützte. Im Gegensatz zu ihrem ehemaligen Geschäftsführer bewies die Belegschaft große soziale Kompetenz.

Die von der zuständigen Gewerkschaft, Betriebsrat und der Belegschaft geäußerte Befürchtung, dass sich der in dritter Generation tätige Geschäftsführer Herr Bernd Kusserow auf Kosten seiner langjährigen Belegschaft durch die Insolvenz nur billig sanieren wollte, um sich dann „schlank“ und neu auf dem Markt positionieren zu können, bestätigt sich, so Ruth Schäfer,  Gewerkschaftssekretärin der IG Bergbau, Chemie, Energie.

Der zur Unternehmensgruppe zählende Kleinbetrieb Plastiform, ebenfalls auf dem Betriebsgelände in der Kaiserstraße in Wetter angesiedelt, wurde bewusst aus der Insolvenz herausgehalten. Dort scheint geplant,  mit einer kleinen Mannschaft, welche Herr Kusserow mit dem einen oder anderen afi-Beschäftigten zwischenzeitlich versuchte auszustocken, in die Produktionssegmente und den Kundenstamm der afi einzusteigen. Gebäude und Maschinen in der Kaiserstraße gehören ohnehin dem bisherigen Geschäftsführer Herrn Bernd Kusserow und zählen somit nicht zur Insolvenzmasse.

Dieses gesplittete Unternehmenskonstrukt machte es allen in der Sache Engagierten und dem sehr bemühten Team des Insolvenzverwalters Dr. Buchheister / Dr. Plappert unmöglich mit mehreren konkret interessierten Unternehmen den rechtlichen Fortbestand für die afi und seine Belegschaft zu realisieren.

Für die IG BCE ist die afi-Insolvenz ein Lehrstück der Unkultur verantwortungsloser Unternehmensstrategie und zählt zum Glück zu den seltenen Untaten innerhalb der betreuten Betriebe. Der gewerkschaftseigene Rechtsschutz behält sich eine Prüfung auf Fortbestand der Arbeitsverhältnisse vor.

Bis zuletzt waren noch Aufträge eingegangen und Kundenkontakte nicht abgerissen, weil die Belegschaft bis zuletzt zuverlässig und gut arbeitete. Umso mehr schmerzt das endgültige Aus, das hätte abgewendet werden können, wenn nicht der ehemalige Geschäftsführer Bernd Kusserow eine andere Strategie verfolgt hätte.

An dieser Stelle möchten Gewerkschaft und Belegschaft Dank sagen den Unternehmen, welche auf die Belegschaft und Gewerkschaft zuging und konkrete Stellenangebote unterbreitete und ernsthaft die eine oder andere Möglichkeit der Übernahme prüfte.

Den afi-Beschäftigten mit derzeit keinerlei Arbeitsplatzalternative wünscht die IG BCE von Herzen viel Erfolg. „Unser Netzwerk werden wir aufrechterhalten, um gegenseitige Hilfestellung zur fördern und soziale Härten zu vermeiden“, so Ruth Schäfer.

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3 Antworten to “Nebenan in Wetter: Endgültiges Aus für die August Fischer GmbH”

  1. Allan Quatermain Says:

    Eine Schweinerei ist das, was dort mit der Belegschaft passiert.

    Heuern und feuern. Und wenn die Arbeiter u. Angestellten noch Kündigungsschutz wg. langjähriger Beschäftigung oder Schwerbehinderung geniessen, so kann man sie in einer Insolvenz viel besser Feuern.

    Maschinen, Grundstück und Aufträge bleiben Herrn Kusserow ja erhalten. Wenn dieser Hr. Kusserow nicht mal ein Seminar bei dem Berüchtigten Anwalt N. besucht hat und sich dort Ideen
    für dieses „Heuern und Feuern“ infolge einer Insolvenz angeeignet hat. Es würde mich auch nicht wundern, wenn dieser Untriebige Anwalt Indirekt oder Direkt seine Fingerchen dort mit im Spiel hat?

    Die IG BCE sollte mal in dieser Richtung nachforschen.
    Ausserdem sollte sie jedes ihrer Mitglieder, Rechtschutz über
    den DGB gewähren. Die Rechtschutzabtl. des DGB in Hagen hat ja diesbezüglich klevere Rechtschutzsekretäre.

    Die Arbeiter und Angestellten der Fa. Plastiform dürfen ja wohl demnächst, Überstunden wegen Terminlieferungen der mitgenommenen Aufträge en mass machen.
    Die sollen nur aufpassen, dass ihr Geschäftsführer nicht noch eine Firma aus dem Hut zaubert.

    Das Insolvenzsystem AFI versuv Plastiform ist so neu nicht.
    Viele Geschäftsführer oder Inhaber von Firmen,
    haben in Hagen dieses schon vor Jahrzehnten von Jahre,
    genauso praktiziert.

  2. Jan Klabunde Says:

    Das war schon lange absehbar!
    Erstaunt bin ich allerdings immer wieder, dass es Menschen gibt, zu denen Herr Bernd Kusserow sicher zählt, die sich immer noch im Recht fühlen. Menschen die keine, überhaupt keine, sozialen Kompetenzen besitzen. Ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, Sie seine alle dumm, faul und inkompetent. Ansonsten aber gerne den lieben Gott zitieren und jede Woche in die Kirche gehen. Da muss man schon ein sehr verzerrtes Bild von sich und der Realität haben. Mit der Gnade in eine wohlhabende Familie geboren zu sein, kann halt nicht jeder umgehen. Herr Bernd Kusserow wird aus all seinen Fehler niemals lernen und das ist die bitterste Erkenntnis.

  3. mia stegmann Says:

    Traurig, was da mit der August Fischer GmbH passiert ist. Am meisten für die Mitarbeiter. Denen wünsche ich alles Gute!
    Dem Geschäftsführung, Bernd Kusserow, kann man nur wünschen, dass ihm jemand erfolgreich etwas über Emotionale Intelligenz erzählt. Mehr wirtschaftliche Kompetenz ist sicher auch von Nöten. Schade nur, dass seine Vorgänger clever genug waren, diese Firmentrennung zu konzipieren, die ihm diese Möglichkeiten gibt. Sein Onkel wird sich im Grab umdrehen. Ob seine restlichen Angestellte das selbe Ende eerwartet?
    Ich würde keine Gechäfte mit Bernd Kusseerow machen. Ihn und seine Firmen sollte man boykottieren.

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