Aus der TAZ-Rubrik „Die Wahrheit“

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Finanzkrise, Naziterrorismus, Weltuntergang, Christian Wulff: Das derzeitige Medieninteresse steht ganz im Zeichen von Endzeitstimmung und Bundespolitik. Um so beruhigender ist es, einmal Nachrichten aus Regionen zu hören, wo sich ansonsten höchstens Fuchs und Elster eine gute Nacht wünschen oder eine verirrte Silvesterrakete die Landesgrenze überfliegt.

In Nordrhein-Westfalen wurde jetzt erstmals seit Amtsantritt der rot-grünen Landesregierung eine wirklich innovative Neuerung beschlossen. Eine Änderung der Gemeindeordnung erlaubt es Städten, identitätsstiftende Beinamen zu beantragen und diese dann zum Beispiel auf die Ortseingangsschilder zu drucken.

Der Anstoß kam aus dem Herzen der nordrhein-westfälischen Bildungslandschaft, der Stadt Hagen. Die Stadt möchte künftig den Zusatz „Stadt der Fernuniversität“ im Namen tragen. Ob dieser Beiname auf die Entfernung zur nächsten Universität anspielt oder dafür werben soll, hier studieren zu können, ohne die Stadt auch nur einmal sehen zu müssen, bleibt für den nichteingeweihten Betrachter erst einmal offen.

Schließlich gehe es zunächst um das Aha-Erlebnis, heißt es in Namenszusatzexpertenkreisen. Fahre man beispielsweise nach Hagen und lese das Ortsschild „Stadt der Fernuniversität“ wisse man gleich: „Aha, deshalb war ich also noch nie hier“, verlasse man sie hingegen und lese: „Auf Wiedersehen in der Stadt der Fernuniversität“, denke man wahrscheinlich nur: „Hä?“ Auf jeden Fall rege es zum Nachdenken an, so die Fachleute. (…)

Quelle: TAZ

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