Grußwort von Oberbürgermeister Jörg Dehm zum Weihnachtsfest 2011 und zum Jahreswechsel

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Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

in scheinbar rasender Geschwindigkeit ist das Jahr 2011 an uns vorbei gerauscht und mittlerweile auf der sprichwörtlichen Zielgeraden angelangt. Nutzen wir daher kurz vor dem nahenden Jahresende die Gelegenheit, für einen Moment inne zu halten und die zurückliegenden knapp zwölf Monate noch einmal ein wenig Revue passieren zu lassen. Dabei stellen wir fest, dass es weltweit gleich eine ganze Reihe von Ereignissen gegeben hat, die in einem Minimum an Zeit für ein Maximum an Veränderungen gesorgt haben. Denken wir – nur beispielsweise – an die furchtbare Naturkatastrophe in Japan mit dem sich anschließenden Atomunglück in Fukushima und das wiederum daraus resultierende Umdenken insbesondere in Deutschland in Sachen Atomenergie. Denken wir an die dramatischen politischen Umwälzungen in weiten Teilen der arabischen Welt oder an die Sorge um den Euro und die finanzielle Stabilität gleich mehrerer europäischer Staaten wie auch der Vereinigten Staaten von Amerika. All dies – und noch so vieles mehr – hat auch die Menschen in unserer Stadt bewegt, ja, zum Teil sogar ganz persönlich betroffen. Denn die Welt rückt nicht allein durch eine zunehmend schneller werdende Berichterstattung in den Medien immer enger zusammen, sondern auch die Konsequenzen von Ereignissen in noch so weiten Fernen werden für die Menschen andernorts immer deutlicher spürbar.

Auch in unserer Stadt standen leider wieder einmal viele Diskussionen und Entscheidungen unter dem unmittelbaren Eindruck einer unverändert dramatischen Finanzsituation. Die Gesamtverschuldung Hagens bewegt sich mittlerweile jenseits der 1,2 Milliarden Euro-Grenze. Vor diesem Hintergrund hat der Rat im Februar in einem in weiten Teilen gemeinsam getragenen politischen Kraftakt ein Haushaltssicherungskonzept beschlossen, das für die nächsten Jahre Einsparungen und Mehreinnahmen in einer Größenordnung von rund 87 Millionen Euro vorsieht. Wahrlich ein Schwergewicht an Maßnahmen, die für spürbare Einschnitte in allen Bereichen in unserer Stadt sorgen werden. Dabei ist schon heute absehbar, dass es bei dieser Summe allein wohl kaum bleiben wird. Aktuell hat der nordrhein-westfälische Landtag in Düsseldorf mehrheitlich ein Modell zur finanziellen Unterstützung der finanzschwächsten Kommunen im Land beschlossen, zu denen auch Hagen zählt. Unmittelbar verknüpft mit der Zuwendung von Landesmitteln im Rahmen dieses „Stärkungspaktes Stadtfinanzen“ werden fraglos weitere Sparanstrengungen für uns sein. In welcher Höhe und über welchen Zeitraum bleibt derzeit noch abzuwarten. Gleichwohl muss es auch künftig unsere wichtigste Aufgabe sein, den harten Weg der Haushaltskonsolidierung konsequent weiter zu gehen, um damit endlich wieder ein finanziell solides Fundament für die Zukunft zu errichten.

Dass Hagen bei allem Spardruck aber auch weiterhin alles daran setzt, um eine liebenswerte und lebensfreudige Stadt zu bleiben, lässt sich am besten an einem ganz außergewöhnlichen Jubiläum ablesen, das wir Anfang Oktober ausgelassen feiern konnten: Den 100. Geburtstag unseres Theaters! Mit einem fulminanten Festakt und einer sich anschließenden Festwoche haben alle Theatermacher einmal mehr ihre großartige Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und sind dafür zu Recht mit Lob und Anerkennung überschüttet worden. Ein wahrlich strahlendes Jubiläum also, zumal pünktlich im Vorfeld der Feiern auch noch die umfangreiche Außensanierung des Theatergebäudes abgeschlossen werden konnte.

Eine weitere gute Nachricht gab es ebenfalls im Oktober, als der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann der Stadt Hagen einen Förderbescheid in Höhe von rund 42,5 Millionen Euro für den seit vielen Jahren geplanten Bau der Bahnhofshinterfahrung übergab. Die gut 1,6 Kilometer lange Strecke soll ab dem kommenden Frühjahr bis Ende 2019 erstellt werden.

Gut fortgeschritten sind daneben die Arbeiten am neuen Tierheim in Eilpe, das im Wesentlichen aus Konjunkturmitteln des Bundes sowie aus seitens des Hagener Tierschutzvereins gesammelten Spenden finanziert wird. Im kommenden Frühjahr soll es seiner Bestimmung übergeben werden. Und auch in Sachen Sicherheit gibt es Positives zu vermelden. Konnte doch mittlerweile auch das neue Feuerwehrgerätehaus in Dahl seiner Bestimmung übergeben werden.

Rege Betriebsamkeit herrscht nach Jahren des Stillstands auch wieder im Einkaufszentrum an der Schwenke, wodurch insbesondere das Angebot im Bereich der unteren Elberfelder Straße nachhaltig bereichert wird. Und mit der Rathaus-Galerie, die im Herbst 2014 ihre Pforten in der Innenstadt eröffnen will, wird es fraglos einen weiteren, echten Magneten für viele Kunden aus Nah und Fern geben.

Blickrichtung „Zukunft“ heißt es auch bei der seit diesem Sommer breit geführten öffentlichen Debatte zur Schulentwicklungsplanung. Das vom Leiter des Bonner Biregio-Institus, Wolf Krämer-Mandeau, vorgestellte Gutachten und seine daraus resultierenden Vorschläge für die künftige Ausgestaltung der Hagener Schullandschaft wurden intensiv im Rahmen von vier Bürgerinformationsabenden mit mehr als 1.000 Besuchern diskutiert. Jetzt ist es an den politischen Gremien, im Frühjahr 2012 die notwendigen Beschlüsse zu fassen und damit erste konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Denn nicht zuletzt vor dem Hintergrund der fortschreitenden demografischen Entwicklung bedarf es eines breiten politischen Konsens, um Hagen in Sachen Bildung für die kommenden Jahre nachhaltig fit zu machen. Dazu dient sicherlich auch das „Regionale Bildungsnetzwerk Hagen“, für das ein entsprechender Kooperationsvertrag mit dem Land im Beisein von Schulministerin Sylvia Löhrmann unterzeichnet wurde. Um die Ziele dieses Netzwerkes auf einen guten Weg zu bringen, fand gerade die 1. Hagener Bildungskonferenz statt, zu der rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Bildungsbereichen wertvolle Impulse für die weitere Arbeit beisteuerten.

Von der Bildung zum kulturellen Leben in unserer Stadt ist es nur ein kurzer Weg. Und so gab und gibt es neben dem alles überragenden Theater-Jubiläum viele weitere positive Nachrichten: Das „Theater an der Volme“ wurde unter großem persönlichen Engagement von Indra Janorschke und Dario Weberg aus der Taufe gehoben, die Stadthalle konnte ihren 30. Geburtstag feiern und darf sich mit dem Duisburger Jörn Raith auf einen neuen Geschäftsführer freuen, der Anfang 2012 seine Arbeit aufnehmen wird, der überaus renommierte, mit 13.000 Euro dotierte Ernst Meister-Preis für Lyrik wurde wieder verliehen und die unterschiedlichen Ausstellungen im Kunstquartier sowie im Historischen Centrum in Eilpe sorgten für ein reges Interesse beim Publikum.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ich denke, schon anhand dieser wenigen Stichworte können Sie gut erkennen, dass es auch im jetzt zu Ende gehenden Jahr 2011 wieder eine Vielzahl von Themen gegeben hat, die die Menschen hier bei uns in Hagen auf unterschiedlichste Weise bewegt haben. Ein spannendes Jahr also, wenn auch ein beileibe nicht immer einfaches in der mittlerweile nun schon 265-jährigen Stadtgeschichte. Und das wird 2012 vermutlich nicht anders sein, auch wenn es eine Menge positiver Entwicklungen gibt, die uns alle ermutigen sollten, durchaus optimistisch nach vorne zu schauen.

Mir bleibt es, Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien, Partnerinnen und Partnern, Freunde und Bekannten zu wünschen sowie einen schönen und stimmungsvollen Jahreswechsel. Gleichzeitig wünsche ich Ihnen und uns allen für das Jahr 2012 vor allem Frieden, Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Hagen, im Dezember 2011
Jörg Dehm

Eine Antwort to “Grußwort von Oberbürgermeister Jörg Dehm zum Weihnachtsfest 2011 und zum Jahreswechsel”

  1. Allan Quatermain Says:

    Schön,

    dass jetzt 7 Jahre gebuddelt wird,
    weiterhin schön, dass die Unterhaltungskosten schon im ersten Jahr anfallen,
    weiterhin schön, dass die Erben der Blauen Werkhallen,
    jetzt noch sich diese Ruinen vergolden lassen,
    weiterhin schön, dass Hagen, neben der Einkaufsmail noch eine weitere Einkaufsmail daneben bekommen wird,
    die erste Mail lässt sich schon, was man an den Leerständen beobachtet kann, schon schwer vermarkten,
    weiterhin schön, dass Schulen und KITAs geschlossen werden,
    weiter, dass auf der „Grünen Wiese“ in Haßley ein Möbellager und Versorgungsunternehmen hochgezogen und Ackerfläche für immer entzogen wird,
    noch schöner, dass die Stadt Hagen immer mehr Mieter
    anstatt Eigentümer ihrer benötigten Immobilien wird.

    Was Hagen mit Fukishima zu tun hat?
    Halt fällt mir gerade ein! Auch die MarkE wollte mal mit den Großen 4 mitspielen und es wurde in Hamm-Uentrup ein HTR gebaut.
    Dieser war so gut, dass nach 2 Jahren dieser Reaktor für immer still gelegt wurde.
    Die Kunden der MarkE bezahlen das Abwracken und Zurückbauen dieses HTR durch erhöhte Strompreise.

    Was den Neueinstellungen der Geschäftsführer der Stadthalle und HGW angeht. Diese wurden in Nichtöffentlicher Sitzung auf ihre Pöstchen gehoben. Wenn man dann noch etwas die Suchmaschinen durch forstet, bekommt man ein rundes Bild.

    Man kennt sich, man hilft sich!

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