Vortrag über den Sobibór-Prozess

by

Das Vernichtungslager Sobibór gehörte zu den zentralen Stätten der „Aktion Reinhard“, bei der über zwei Millionen europäischer Juden sowie 50.000 Roma und Sinti systematisch ermordet wurden.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet fand der größte Prozess im Zusammenhang des Vernichtungslagers Sobibór in den Jahren 1965 bis 1966 vor dem Hagener Landgericht statt. Dr. Marlene Klatt wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hagener Vorträge und Diskussionen“ am Donnerstag, 17. November, um 19 Uhr im Historischen Centrum Hagen, Eilper Straße 71-75, einen Vortrag über den Prozess halten.

In dem Strafprozess wurde zwölf Mitgliedern der SS-Wachmannschaft des Lagers Sobibór vorgeworfen, auf grausame Weise systematische Morde begangen zu haben. In welcher Form fand die Konfrontation von Opfern, den überlebenden und im Prozess auftretenden jüdischen Zeugen, mit den Tätern statt? Wie rechtfertigten diese sich für ihre Taten und wie wurden diese von den Richtern beurteilt? Wie berichtete die regionale Presse über den Prozess und welche Reaktionen erfolgten seitens der Öffentlichkeit? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, inwieweit NS-Prozesse wie der Hagener Sobibór-Prozess zur „Vergangenheitsbewältigung“ beitragen konnten. Diesen Fragen geht Dr. Marlene Klatt in ihrem Vortrag nach.

Dr. Marlene Klatt war als Restauratorin tätig und studierte danach Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Münster. Sie war Stipendiatin des Instituts für westfälische Regionalgeschichte, Münster, und mehrere Jahre hauptamtlich in der Politik aktiv. Seit 2008 beschäftigt sie sich mit der Geschichte des Vernichtungslagers Sobibór und dem Hagener Sobibór-Prozess. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt des Gießener Zentrums Östliches Europa der Universität Gießen über die ethnischen und nationalen Verhältnisse in der Region Lodz während des 2. Weltkrieges. Marlene Klatt ist Mitglied der Historischen Kommission für die Geschichte der Deutschen in Polen e.V. Ihre Dissertation unter dem Titel „Unbequeme Vergangenheit. Antisemitismus, Judenverfolgung und Wiedergutmachung in Westfalen 1925-1965“ wurde 2009 beim Schöningh-Verlag, Paderborn, veröffentlicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: