Kurden-Demo unter dem Motto „Frieden“

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Auf etwa 1000 Teilnehmer schätzte die Hagener Polizei am Samstagnachmittag die Zahl der kurdischen Demonstranten bei ihrem Marsch durch die Hagener Innenstadt. Das waren immerhin doppelt so viele wie die Veranstalter erwartet hatten.

Die Veranstaltung begann absprachegemäß gegen 15.00 Uhr in der Bahnhofstraße. Gegen 15.45 Uhr erreichte der Zug nach kurzer Zwischenkundgebung in Höhe des Volksparks das Kurdische Zentrum in Höhe des Arbeitsamtes an der Körnerstraße. Auf dem Weg dorthin wurden Flaschen aus einer Wohnung heraus auf die Demonstranten geworfen. Dabei verletzt wurde aber niemand. Durch Polizeibeamte konnte die betreffende Wohnung ausgemacht werden, die Ermittlungen hierzu dauern an. Weiterhin wurden zwei parkende Fahrzeuge im Veranstaltungsbereich leicht beschädigt.

Nach einer Abschlusskundgebung erklärte der Veranstalter gegen 16.15 Uhr das offizielle Ende der Demonstration. Ein in kurdische Sprache übersetzter Friedensappell von Oberbürgermeister Dehm und Polizeipräsidentin Steinhauer wurde an die Demonstrationsteilnehmer verteilt und sehr positiv aufgenommen. Auch den eingesetzten Ordnern zolle er ein Lob, fasste der Einsatzleiter zusammen.

Die Kurden hatten die Demonstration als Antwort auf eine Veranstaltung türkischer Nationalisten vor einer Woche organisiert. Damals versuchten nach Abschluss des Aufmarsches etwa 150 Teilnehmer das kurdische Zentrum an der Körnerstraße zu stürmen. Dabei kam es mit Vereinsmitgliedern, die ihre Versammlungsstätte zu schützen versuchten, zu Auseinandersetzungen.

7 Antworten to “Kurden-Demo unter dem Motto „Frieden“”

  1. Vito L'Orso Says:

    Ja, ja … immer diese rebellischen Bergvölker. Die Türken müssen sich mit den Kurden rumärgern und die Hagener mit den Haspern und Hohen(sch)lim(m)burgern. 😉

  2. Allan Quatermain Says:

    Wer von den „Pappnasen“ aus dem Hagener Rathaus,

    hat eigendlich genehmigt, dass die Kurden an der Körner Str.,
    auf der anderen Straßenseite von den Türkischen Zentrum,
    ihr Kurdisches Zentrum eröffnen durften?

    Randale ist dort vorprogramiert! Auch haben die Türken ja noch einen gut, da sie eine Woche vorher, bei ihrer Demo, von den Kurden mit Baseballschläger, Stangen und Latten ja ihre Dresche bezogen haben.

    Ach, was waren das noch für Zeiten, als die Mütter in Altenhagen, mit Kinderwagen auf die Straße gingen. (Nicht etwa auf den Bürgersteig!)
    Eine kleine Steigerung gab es hierbei. Es wurde neben den Säuglingen noch etwas Platz in den Kinderwagen gemacht.
    Für so profane Dinge wie Benzinkanister mit Inhalt.

    Auch damals wurde keine Rücksicht genommen auf anders denkende Anwohner oder Verkehrsteilnehmer.
    Ob die Wittekind Str., Altenhagener Str., Eckeseyer Str., oder der Märkische Ring deswegen damals gesperrt wurde.
    Was solls!!!
    Alleine die Androhung von Anzünden der eigenen Kinder ist wiederlich.
    Es ist mir auch nicht bekannt, dass anschl. die Jugendämter oder die Justiz Verfahren deswegen eingeläutet haben.

    Es ist doch gut, das wir in eine Demokratie leben.
    Jeder kann lt. Grundgesetz eine Demo anmelden und veranstalten. Deshalb freue ich mich auf die nächste Demo Ecke
    Graf von Galen Ring, Körner Str. Hindenburg Str.
    Auch die Muschel im Volkspark bekommt dadurch ihre Daseinsberechtigung.

    Ns. Oben steht etwas von „Türkischen Nationalisten“.
    Welchen Ausweis haben wohl das Gro der Teilnehmer
    egal auf welcher Straßenseite sie stehen, in ihrer Tasche?

  3. Vito L'Orso Says:

    Den Kampf des kurdischen Volkes für einen eigenen Staat und gegen die Unterdrückung und Bevormundung durch die türkische Staatsgewalt halte ich für absolut legitim. Die Mittel, die dabei angewendet werden um diesen Kampf zu finanzieren (z.B. Einnahmen aus Drogenhandel, Schutzgelderpressung oder Menschenhandel), jedoch nicht.

    @ Allan Quatermain: Die Bezeichnung von Mitgliedern und Sympathisanten türkisch-nationalistischer Gruppierungen wie z.B der „Milliyetçi Hareket Partisi“ (MHP, deutsch: „Partei der Nationalistischen Bewegung“) und deren deutschem Ableger, der so genannten „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland“ als „türkische Nationalisten“ halte ich – deutscher Pass hin, deutscher Pass her – durchaus für berechtigt. Oder sollte man diese Menschen, nur weil sie im Besitz eines Dokumentes, das sie als Angehörige der Bundesrepublik Deutschlands ausweist, als „deutsche Nationalisten“ bezeichnen? Das wäre m.E. doch arg irreführend.

    • drhwenk Says:

      @Vito
      Ein weing zuviel „vitesse“ („Geschwindigkeit“) bei ihrer Kriminalsierung
      der Kurden im ersten Absatz ihrer Hetze.

      • Vito L'Orso Says:

        @drhwenk:

        Es liegt mir fern die Kurden in ihrer Gesamtheit zu kriminalisieren. Dass der erhebliche Finanzbedarf der PKK („Partiya Karkerên Kurdistan“, deutsch: „Arbeiterpartei Kurdistans“) mit Mitteln u. a. aus Deutschland bestritten wird, die – neben Spendengeldern, Mitgliedsbeiträgen und dem Betrieb eigener Unternehmen – auch aus Schutzgelderpressungen und Verbindungen mit dem organisierten Drogenhandel kommen, ist kein Geheimnis. Über diesen Sachverhalt berichten z.B. immer wieder die diversen Verfassungsschutzberichte.

  4. drhwenk Says:

    Philosophisch ist der „Idealismus“ durch eine „Transzendenz“ des „Denkens“ oder der Ideen charakterisiert. Politisch praktisch ist das meist ein völlige Immunisierung und Resistenz gegen alle Argumente,
    auch überraschend vielen „materiellen“ Wirkungen.

    Aber es ist ein „weites“ Feld mit türkischen rechten Gruppierungen,
    wobei es einige „Härtestliner“ gibt. Publik sind die „Grauen Wölfe“, deren Praktiken im Vorstellungskreis des Mitteleuropäers einfach wegen „Überreizung“ nicht vorkommen.

    Das Osmanische Reich hat immerhin jahrhunderetlang doch ziemlich große Teile der Welt beherrscht.
    Da können die Kurden ganze Lidederbücher voll singen.

    Die Verdrängung von riesigen Gefahren VON HERSCHAFTSSEITE (hier meist „Regierung“, Staat genannt) ist allerdings so groß, dass allein bei der Lektüre des „altvorderen Machhiavelli“ diese als „irreale“ Übertreibung dasteht.

    Machiavellis „Welt“ ist eher die eines „Kindergeburtstages“ („das Kind“
    westliche Dominanz „Kolinialismus, Imperalismus, etc…).

    Ich will nicht sagen, dass die wohl eher religös bestimmten Menschen der beiden Zentren in der Körnerstrasse da „weit vorne“ sind.

    Ein kleiner Nachtrag:
    Es gibt tatsächlich jede Menge Nachbeben in der Türkei/Griechenland:
    http://www.ts-bochum.de/?tag=griechenland
    Ja, und selbst „Weltuntergangsszenrien“ haben sich überraschend konkret materiell in den Letzten Tagen mit dem Meteor YU55 eingestellt. Zum Weltumtergang hätte es „vielleicht“ nicht ganz gereicht (wenn wir „Zins und Zinseszins“ von Katsrophen mitrechnen und „Welt“ halbeng um unser akteullen Lage verstehen, allerdings…. Wer hätte es „bezahlen sollen???)).

    Übrigens wäre zur Grundlagenforschung einfach „nicht genug Zeit“ gewesen von der schon fabulösen Entdeckung diese dunklen 400 Meter „Steines“ im blendend Sonnegegenlicht bis zum „Ankommen in er BRD“ (kleiner Scherz).
    .

    Hatte man die Lage im Griff oder nur „Glück“?

    Ein bißchen ehrlich: Es war pures Glück!!!

    (PS: Relgiöse Leute pflegen in solchen Lagen „Gebete“ ins „einzige All“ zu schicken, weltweit!!!).

    Ja, man sollte die Forschungsanstrengungen auch finanziell verstärken!!!

    Übrigens auch die zur „Soziologie des Fremden“, der Orientalsitik un fremden Kulturen allgemein, der „Integration“, der „Friedensfoschung“.
    Dies „hausgemachten“ Probleme der noch einmal „davongekommenen“ Erde können einfach besser gelöst werden.
    Ja, es liegt an den falschen Parteien an der Regierung, Schon lange.

    • Vito L'Orso Says:

      @drhwenk:

      Sie schreiben: „Aber es ist ein ‚weites‘ Feld mit türkischen rechten Gruppierungen, wobei es einige ‚Härtestliner‘ gibt. Publik sind die »Grauen Wölfe«, deren Praktiken im Vorstellungskreis des Mitteleuropäers einfach wegen ‚Überreizung‘ nicht vorkommen.“

      Die von mir in meinem Kommentar vom 07. November erwähnte »Milliyetçi Hareket Partisi« (MHP) ist die politische Heimat der »Grauen Wölfe«. Die Mitglieder und Sympathisanten der MHP bezeichen sich selbst als »Bozkurtlar« bzw. »Bozkurtçular«, was auf deutsch »Graue Wölfe« bedeutet.

      Die Bezeichnung »Graue Wölfe« leitet sich übrigens aus der alttürkischen Mythologie ab. Die Ergenekon-Legende berichtet von einem „himmlischen Wolf“ von blau-grauer Färbung, der die Göktürken aus dem sagenhaften Ergenekon-Tal herausführte, in das sich die Göktürken nach der Niederlage gegen die Chinesen im 8. Jahrhundert zurückgezogen haben sollen.

      Vorrangiges Ziel der »Milliyetçi Hareket Partisi« (MHP) ist eine sich vom Balkan über Zentralasien bis ins chinesische Autonome Gebiet Xinjiang erstreckende Nation, die alle Turkvölker vereinen soll. Da kommt ihnen die Forderung nach einem unabhängigen kurdischen Staat natürlich in die Quere.

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