Landtag ermöglicht Schilda

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„Hagen – Stadt der FernUniversität“: Seit neuestem sind solche Namenszusätze auf Ortsschildern mit Zustimmung des NRW-Landtags offiziell zulässig.

Der Hagener Oberbürgermeister Dehm hatte im letzten Sommer eigenmächtig und rechtswidrig solche Schriftzüge auf 95 Schildern anbringen lassen. Die Kosten in Höhe von 10.000 Euro hatten Sponsoren getragen. Die Stadt musste anschließend – weil eben nicht rechtskonform – die Aufkleber wieder entfernen lassen. Für 9.000 Euro, diesmal auf Kosten der Stadtkasse und damit der Bürger.

Eigentlich hätten Dehm und seine Mitkleber diese Kosten aus eigener Tasche zahlen müssen, aber der OB hatte schlauerweise seine Privataktion – im nachhinein – dem Stadtrat zur Abstimmung präsentiert. Die Damen und Herren folgten ihrem Vormann treu wie die Lemminge und nickten ab.

Nun scheint Dehm in seinem Amt in der krisengeschüttelten Stadt Hagen nicht so recht ausgelastet zu sein und trieb also sein Hobby weiter voran. Über seine CDU-Parteifreunde erreichte der Schilda-Wunsch deren Fraktion im Düsseldorfer Landtag, die einen entsprechenden Antrag einbrachte, der jetzt positiv entschieden wurde.

Wie und ob neue Schilder in Auftrag gegeben werden, ist allerdings nicht zuletzt eine finanzielle Frage, da es sich um eine „freiwillige Leistung“ der Kommune handelt – und die hat bekanntermaßen eine klamme Kasse, Stichwort „Sicherungshaushalt“. Als Möglichkeit bliebe, wie es in Hagen in der Vergangenheit der Fall war, eine Finanzierung mit Sponsoren. Die stehen nach Aussage Dehms auch jetzt wieder bereit.

Beschließen müssen einen eventuellen Zusatz mindestens 75 Prozent der Ratsmitglieder. Danach ist noch eine Genehmigung des Innenministeriums einzuholen.

Bleibt noch die Frage des anzubringenden Textes. Die werbliche Schreibweise „FernUniversität“ verstößt bekanntlich gegen das orthographische Regelwerk. Als Alternativen böten sich an: „Stadt der Dehmlichkeiten“ oder „Stadt der Vollidioten“. Mit letzterem hatten Unbekannte nach Dehms Aktion im letzten Sommer die Fernuni-Beschriftungen überklebt. Die Dehm-Verwaltung erstattete Anzeige wegen Beleidigung. Rausgekommen ist auch dabei nichts.

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