Im Tal der Ahnungslosen

by

Hagen Aktiv kritisiert Verwaltungsvorstand

„Dafür dass die CDU sich den Bereich Wirtschaft als Kernkompetenz auf die eigenen Fahnen schreibt, müssen wir dem Verwaltungsvorstand derzeit ein mangelhaftes Zwischenzeugnis ausstellen“, so Fraktionschef Bücker.

Anlass für die massive Kritik der Freien Wählergemeinschaft ist, dass ein von Hagen Aktiv eingebrachter Ratsbeschluss, der die zwingende Bereitstellung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen in Verwaltungsvorlagen vorsieht, nach einem knappen Jahr immer noch nicht umgesetzt worden ist. Die Verwaltungsspitze will diesen Prozess trotz bestehenden Beschlusses erst im Rahmen eines wirkungsorientierten Haushalts vorantreiben. „Aus unserer Sicht ist dieses Handeln verantwortungslos“, so Bücker weiter. „Denn die von der Verwaltung im operativen Geschäft erhobenen Daten müssen die Grundlage für die Erstellung eines wirkungsorientierten Haushalts bilden – und nicht umgekehrt.“ Des Weiteren kritisiert Hagen Aktiv, dass erneut Kernaufgaben der Verwaltung auf externe Dritte delegiert werden sollen.

Für Hagen Aktiv ist unverständlich, dass trotz vorhandenen Verwaltungspersonals Kerntätigkeiten und -verantwortlichkeiten immer noch an externe Berater vergeben werden. Scheinbar hat die Verwaltung nicht einmal die eigenen Prozessketten im Überblick. Bei der letzten Ratssitzung konnte die Verwaltung eine Hagen Aktiv-Anfrage nach der Gesamtsumme externer Gutachten und deren Verteilung auf die einzelnen Vorstands-, Fachbereiche und Ämter nicht beantworten.

Eine ähnlich unübersichtliche Lage scheint sich aktuell auch bei der Stadthalle abzuzeichnen. Obwohl Hagen Aktiv im Zuge der Nachfolgeregelung der Geschäftsführung bereits im Juni eine dezidierte Nachfrage zum Auslastungsgrad und somit zur Wirtschaftlichkeit der Stadthalle gestellt hat, teilte der Kämmerer erst aufgrund einer nochmaligen Nachfrage mit, dass die Stadthalle seit mehr als zehn Jahren über keine ordentliche Deckungsbeitragsrechnung verfügt und sich folglich in einer Schieflage für das Jahr 2011 befindet. Voraussichtlich wird die Stadthalle in diesem Jahr erneut einen erhöhten, derzeit noch unbezifferbaren Zuschussbedarf benötigen.

„Aufgrund unserer umfangreichen Anfragen mögen wir zwar lästig erscheinen, aber wir gewinnen immer mehr den Eindruck, dass wir uns im ‚Tal der Ahnungslosen‘ befinden. Da die neue Geschäftsführung der Stadthalle bei uns einen fachlich sehr kompetenten Eindruck hinterlassen hat, haben wir dort die Hoffnung, dass das Ruder noch rechtzeitig in die richtige Richtung rumgerissen wird. Für die Verwaltung wünschen wir uns selbstverständlich das Gleiche. Deshalb fordern wir vom Oberbürgermeister eine wesentlich nachhaltigere Unternehmensführung, d.h. vor allem eine schnelle und zielorientierte Umsetzung von Ratsbeschlüssen. Wenn nicht jetzt eine detaillierte Bestandsaufnahme erfolgt, sehen wir schwarz für eine sachgerechte Aufstellung des bevorstehenden Haushaltssanierungsplans und somit für eine langfristig nachhaltige Ausrichtung unserer aller Stadt“, so Fraktionschef Bücker abschließend.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: