Schlechte Zeiten für Gute Arbeit ?

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Dienstag, 11. Oktober 2011, 19.00 Uhr
Villa Post der VHS Hagen, Wehringhauser Str. 38

Die Politik konnte sich zuletzt oft über Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt freuen: so viele neue Jobs wie nie, mehr Vollzeitbeschäftigung und steigende Nachfrage in vielen Branchen. Schaut man genauer hin, trübt sich das Bild: jede dritte Stellenmeldung kommt aus der Leiharbeit: unsichere Arbeit für wenig Geld. Für viele Unternehmen, die die krisenbedingten Liquiditätsengpässe überlebt haben, stehen in der nächsten Zukunft Personalfragen, Reorganisation und Umstrukturierungen auf der Prioritätenliste ganz oben – eigentlich eine Chance zur Schaffung von guter Arbeit.

Stattdessen werden Arbeitskräfte häufig in unsichere und schlecht bezahlte Jobs gedrängt. Leiharbeit und Lohndumping durch Werkverträge nehmen zu, typische Marktrisiken werden auf die Beschäftigten übertragen. Erworbene und erkämpfte soziale Standards u.a. bei Entgelt, Entgeltbestandteilen und Arbeitszeiten werden so ausgehöhlt. Aggressive Kostensenkungsstrategien, die nur den schnellen Profit zum Ziel haben, geraten in Konflikt mit den Interessen der Beschäftigten an guten Arbeitsbedingungen und sicheren Arbeitsplätzen.

Das ist für die Beschäftigten auf die Dauer demotivierend, oft physisch und psychisch belastend und gefährdet ihre Beschäftigungsfähigkeit. Gute Arbeit sollte aus gewerkschaftlicher Sicht u. a. ein faires Einkommen, Beschäftigungssicherheit und Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten und Arbeit darf nicht krank machen.

Gerade jetzt gilt es, eine arbeitsmarktpolitische Debatte zu führen, die Grundlagen und Bedingungen von Guter Arbeit thematisiert.

Der Referent Achim Vanselow leitet beim DGB Bezirk NRW seit Anfang 2011 die Abteilung Wirtschafts- und Strukturpolitik. Der Diplom-Politologe hat sich zuvor als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg – Essen mit den Themen Arbeitsmarktpolitik, Niedriglohnbeschäftigung und Leiharbeit beschäftigt.

Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es die Möglichkeit zu vertiefenden Gesprächen in der Cafeteria der Villa Post.

Der Eintritt ist frei.

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