„Der Hunger wird eher noch zunehmen“

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Den Hunger gab es schon vor dem Klimawandel. „Und im Augenblick gibt es keine Aussicht auf Besserung“, sagte Prof. Helmut Breitmeier, der Leiter des „Interdisziplinären Fernstudienganges Umweltwissenschaften“ (infernum) an der FernUni Hagen: „Nach wie vor leiden 900 Millionen Menschen Hunger.“ Breitmeier sprach im Rahmen der Reihe „Energie, Klima, Umwelt“, zu der der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel namhafte Experten in die FernUni einlädt, vor gut 50 Interessierten über „Die Folgen des Klimawandels für die Welternährung: Nährboden für neue Ressourcenkonflikte“.

Der Klimawandel werde „verheerende“ Folgen für den Ackerbau haben, verstärkte Unwetter und zunehmende Dürren träfen besonders diejenigen Regionen, die schon heute am stärksten von Hunger betroffen sind, also vor allem Zentralafrika und Indien, machte Breitmeier anhand zahlreicher Daten deutlich. Aber auch Südeuropa muss mit einer weiteren „Austrocknung“ rechnen.

Aber nicht nur die zu erwartenden Wetter-Extreme haben Einfluss auf die zukünftige Versorgung der Menschen. Da die Bevölkerung jedes Jahr um 80 Millionen wächst, nimmt die Ackerfläche pro Kopf immer mehr ab. Der zunehmende „Fleischhunger“ trägt ebenfalls zu einem immer größeren Bedarf an Anbauflächen für Futtermittel bei – Urwälder werden abgeholzt, um Soja oder Mais anzubauen.

Hinzu komme „politisch gewollte“ Konkurrenz als Ursache für die weitere Ausbreitung des Hungers: „Die europäische Bio-Energiepolitik hat den Mais teurer gemacht“, sagt Breitmeier, in Indonesien werden die letzten Urwälder gerodet, um Palmen zu pflanzen, deren Öl unserem Diesel beigemischt wird.

Bis 2007 waren die Lebensmittelpreise über Jahrzehnte relativ konstant, rechnete Breitmeier vor, dann begannen Spekulanten, gesamte Ernten noch vor der Aussaat aufzukaufen. In nicht einmal fünf Jahren haben sich die Preise seitdem mehr als verdoppelt, Grundnahrungsmittel sind damit für viele Menschen in den Entwicklungsländern unerschwinglich. Hinzu komme, dass große Lebensmittelkonzerne seit geraumer Zeit Ackerflächen „vornehmlich in nicht so demokratischen“ Ländern pachten, ergänzte Breitmeier: „eine neue Art der Kolonisierung.“ Sein ernüchterndes Fazit: „Der Hunger in Entwicklungsländern wird eher noch zunehmen.“

Zum nächsten Termin der „Energie-Klima-Umwelt“-Reihe hat René Röspel den Gründer des Wuppertal Instituts und Mitglied des Club of Rome Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker eingeladen. Der renommierte Wissenschaftler spricht am Donnerstag, dem 13. Oktober, um 19 Uhr in der Mensa der FernUni über „Energieproduktivität verfünffachen: Das ist technisch drin und befreit uns von Atom und Kohle“.

Mehr Infos hier.

Eine Antwort to “„Der Hunger wird eher noch zunehmen“”

  1. Allan Quatermain Says:

    Wenn man dann noch weiss, das zur Produktion von 30 kg Fleisch, 380 kg Getreide verfüttert wird, bekommt das ganze ein „Geschmeckle.“ Wenn man dann weiter weiß, das der hiesige Bauer mehr verdient, wenn er Futtermais zum Verbrennen als Biogasgas oder E10 wg. der Rendite lieber anbaut, kommt ein weiteres Geschmeckle dazu. Weiterhin verbleiben wegen der EU-Verordnung ca. 40 Prozent der Kartoffeln wegen zu klein oder zu groß auf dem Feld. Der Irrsinn in der EU läßt sich über Gurken, Tomaten, Äpfel, etc. fortsetzen.

    Wer weiss denn auch, das in den Hungerregionen zb.
    Agrokonzerne, auch VW gehört dazu, riesige Farmen betreiben.
    Die Heimische Landwirtschaft wird dort von Staats wegen vertrieben und darf evtl. als Tagelöhner dort schaffen gehen.
    Auch ist es der dortigen Politik egal, dass jeden Tag eine Fläche so groß wie das Saarland durch Brandrodungen, Versalzungen, Versteppungen, etc. vernichtet werden.

    Nebenbei, die Agrokonzerne werden noch vom Deutschen Steuerzahler oder aus EU-Töpfen subventioniert.
    VW, pardon, Fam. Piech, kassiert jedes Jahr 20 Millionen dafür aus dem Staatssäckel.

    Dafür findet man auf den Märkten von Nairobi usw. so leckere Sachen von tiefgefrorenen Abfall und Pressfleisch aus Deutschen Landen. Wieder subventioniert von EU oder dem Deutschen Steuerzahler.
    Irrsinn mit Methode.

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