DGB-Hagen: Schulden und Reichtum – zwei Seiten der Medaille

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Die täglichen Berichte über die finanziellen Lagen von Ländern und Kommunen machen vielen Menschen große Sorgen. Der Hagener DGB hat sich die aktuellen Berichte einmal genauer angesehen und kommt zu einem wichtigen Ergebnis.

Auf der Basis der Daten des statistischen Bundesamt und der Banken liegen die Schulden in Deutschland mittlerweile bei mehr als 2 Billionen Euro und wachsen jede Sekunde um weitere 1.925 Euro. Eine Entwicklung, die bereits seit vielen Jahren in Gang ist und die immer wieder dazu benutzt wird Schreckensszenarien an die Wand zu malen.

Für Jochen Marquardt vom DGB eine nachvollziehbare Reaktion. „Selbstverständlich ist es bedrückend, wenn wir immer wieder davon hören, dass die Finanzlage erschreckend ist und die Handlungsräume, u.a. in der eigenen Stadt immer weiter eingeschränkt werden. So verständlich diese Wahrnehmung ist; sie zeigt leider nur eine Seite der Medaille.“

Mindestens genauso wichtig wäre es für den DGB-Vorsitzenden Hagens auch einen Blick auf die andere Seite zu werfen. So würde parallel zu den Schulden im Lande auch der Reichtum wachsen und zwar fast 4mal so schnell. Auf der Basis der gleichen Grunddaten steigt das Geldvermögen in jeder Sekunde um 7.400 Euro und liegt aktuell bei mehr als 5 Billionen Euro in Deutschland.

Marquardt: „Wer diese Daten miteinander vergleicht, kann nur zu dem logischen Schluss kommen, dass die ständige Reduzierung auf den Schuldenabbau nicht durch weitere Kürzungen in allen möglichen Bereichen der sozialen Systeme und der Daseinsvorsorge vorgenommen werden darf und kann, sondern muss die starken Schultern der Vermögenden in Verantwortung nehmen.“

Für den DGB steht von daher die Wiedereinführung der Vermögenssteuer an vorderer Stelle auf der Tagesordnung. Er sieht sich dabei im Einklang mit fast 24.000 Menschen, die diese Forderung in einem Aufruf http://www.vermoegensteuerjetzt.de/ bereits unterzeichnet haben.

Einen Einblick in die aktuelle Entwicklung leistet ein Internet-Portal http://www.reichtumsuhr.de/ , indem sich Interessierte einen schnellen Überblick verschaffen können, da es nicht nur die sattsam bekannten Daten, der immer wieder vorgestellten Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes vorstellt, sondern auch einen Blick auf eine Reichtumsuhr ermöglicht. Diese Zahlen werden von den Medien wenig wahrgenommen, helfen aber das Bild abzurunden und verdeutlichen die gewerkschaftlichen Forderungen.

Marquardt: „Auch im Hinblick auf die eigene Stadt kann hier Manches zur Klärung genutzt werden. Nicht weiter kürzen, sondern eine andere Politik in Berlin einfordern und auch in Düsseldorf mehr Druck machen, um die Finanzprobleme überhaupt lösen zu können.“

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