Hagener DGB gibt Tipps für ein faires Praktikum – Missbrauch als billige Arbeitskräfte stoppen!

by

Trotz des drohenden Fachkräftemangels werden Praktikantinnen und Praktikanten immer noch als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Zu diesem Ergebnis kommt die neue wissenschaftliche Studie „Generation Praktikum 2011“ vom Deutschen Gewerkschaftsbund und von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS). Im Mittelpunkt der Studie stehen Praktika nach dem Hochschulabschluss.

Allein in Hagen gibt es mehrere hundert Praktikantinnen und Praktikanten, schätzt der DGB. Meist würden die Stellen nicht über die Arbeitsagenturen angeboten, daher gebe es eine hohe Dunkelziffer. Der Wunsch der Absolventen, eine feste Anstellung zu erhalten, erfülle sich meist nicht.

„Vier von fünf Praktikanten leisten vollwertige Arbeit in den Betrieben, drei von vier geben an, dass sie fest in die Arbeitsabläufe eingeplant sind. Es kann und darf nicht sein, dass qualifizierte Hochschulabsolventen als Praktikanten ausgebeutet werden. Deshalb lehnen wir Praktika nach dem Studienabschluss grundsätzlich ab. Stattdessen sollen Unternehmen und Verwaltungen reguläre Arbeitsverhältnisse bzw. Trainee- und Berufseinstiegsprogramme anbieten,“ so der DGB Kreisvorsitzende Jochen Marquardt.

Ein Praktikum ist ein zeitlich befristetes Lern- und kein Beschäftigungsverhältnis. Das kann für Schülerinnen und Schüler sinnvoll sein, um die Arbeitswelt kennen zu lernen, sagte der DGB-Vorsitzende. „Zum ordentlichen Praktikum gehört ein Vertrag, der Lerninhalte und –ziele beschreibt. Außerdem Beginn und Ende, Arbeitszeit, Urlaub und Lohn regelt. Praktika und ähnliche Lernverhältnisse sollten höchstens 3 Monate dauern und bei Schülern mit mindestens 300 Euro pro Monat vergütet werden, “ fordert Marquardt.

Ein gravierendes Problem für die PraktikantInnen sei die Bezahlung. Der Anteil unbezahlter Praktika sei zwar leicht zurückgegangen, von 45 Prozent im Jahr 2007 auf 40 Prozent in 2011. Dafür ist das Durchschnittseinkommen der bezahlten Praktika aber auch gesunken und liege aktuell bei 551 Euro brutto monatlich.

Marquardt: „Alle Welt redet vom Fachkräftemangel, aber naheliegende Maßnahmen, ihm entgegenzuwirken, werden nicht ergriffen. Immer noch glauben viele Unternehmen, sie könnten es sich erlauben, junge Menschen als Praktikanten zu beschäftigen, ohne Bezahlung. Das ist moderne Sklavenarbeit. Statt den Fachkräften von morgen attraktive Angebote zu machen, werden sie erst einmal als billige Arbeitskräfte ausgebeutet.“

Die Bundesregierung müsse den Missständen in Sachen Praktikum endlich einen Riegel vorschieben.

Hinweise und Tipps gibt es unter: http://www.dgb-jugend.de/studium/praktika

Eine Antwort to “Hagener DGB gibt Tipps für ein faires Praktikum – Missbrauch als billige Arbeitskräfte stoppen!”

  1. Klara Blick Says:

    Billige Handlungsweisen erfordern billige Antworten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: