DGB-Hagen: Arbeitszufriedenheit sinkt

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Einen aktuellen Report des IAQ (Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen) nimmt der DGB zum Anlass seine Forderungen nach guter Arbeit zu unterstreichen. Der Report unter dem Titel „Arbeitszufriedenheit in Deutschland sinkt langfristig“ macht auf die aktuelle Lage der Beschäftigten in Deutschland aufmerksam und verweist auch auf die schlechte Positionierung im europäischen Vergleich.

Im langfristigen Trend, so die Autoren der Studie, nimmt die Arbeitszufriedenheit stetig ab. Bei den über 50jährigen sind die Befunde besonders deutlich. Auf der Werteskala des Instituts nimmt die Zufriedenheit in dieser Altersgruppe vom Wert 7,9 im Jahr 1984 bis zum Jahr 2009 auf den Wert 6,6 ab und liegt damit noch unter den Werten der 20-30jährigen und der jüngeren Beschäftigten im Alter ab 20 Jahre. Zufriedenstellend, so der örtliche DGB, ist allerdings keine der Entwicklungen.

Unterstrichen werden die Bewertungen auch bei Befragungen im Zusammenhang mit Qualifikationsstufen und Betriebsgrößen. In allen Bereichen sind signifikante Abnahmen der Arbeitszufriedenheit festzustellen. Für DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt ein Prozess der dringend umgekehrt werden muss. „Wir können leider nicht davon ausgehen, dass diese Entwicklung an den Betrieben in unserer Stadt vorbei geht. Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und zunehmender Stress im Job sind auch in Hagen an der Tagesordnung. Wir sind dringend gefordert diese Erkenntnisse ernst zu nehmen und neue Wege zu suchen. Wenn die Arbeitsbedingungen nicht gut sind, müssen wir davon ausgehen, dass auch die Lebensgestaltung in der eigenen Stadt leidet.“

Für den Hagener DGB ein Grund das Thema verstärkt in den Blick zu nehmen. Im Vergleich von 22 Staaten liegt Deutschland auf Platz 19 und das ist für die Gewerkschaften nicht medaillenverdächtig. Neben den betrieblichen Bedingungen spielen für den DGB vor allem die bekanntermaßen negative Lohnentwicklung und der Ausbau prekärer und unsicherer Arbeitsplätze eine besondere Rolle. „Wir wollen uns in den kommenden Wochen verstärkt mit diesen Problemen beschäftigen“, so Marquardt „und werden dazu auch in Hagen gemeinsam mit den Mitgliedsgewerkschaften aktiv in die Öffentlichkeit gehen.“

Der IAQ-Report: Institut Arbeit und Qualifikation [PDF – 277 KB]

Siehe auch:

Lohneinbußen, Stress, Unzufriedenheit

Deutschland geht es so gut wie lange nicht, sagt die Kanzlerin. Neue Studien zeigen: Der Graben zwischen Statistik und Alltagserfahrungen wächst.

Quelle: Der Freitag

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