Hinterfahrung hinterfragt

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Die JuLis (Jungen Liberalen) jubeln: „Glücklicherweise scheint endlich die Zeit gekommen zu sein. Nach Jahrzehnten des Diskutierens und Wartens stehen die Zeichen sehr gut, dass die Hinterfahrung bald realisiert wird. Für Hagen ist dieses innerstädtische Großprojekt ein weiterer Schritt nach vorne“, meint die Kreisvorsitzende Anna Bergenthal. Im Hinblick auf ökologische wie auch städtebauliche Aspekte sei die Bahnhofshinterfahrung der richtige Schritt für Hagen.

Natürlich sind die Jungen Liberalen Politiker mit ihrer Meinung nicht alleine. Immerhin hat der Rat der Stadt den Antrag von Hagen Aktiv, die Bürger über den Bau oder eben Nichtbau der Hinterfahrung entscheiden zu lassen, in der letzten Sitzung vor den großen Ferien mit überwiegender Mehrheit abgelehnt. Und das auf ausdrückliche Empfehlung der Verwaltung. (…)

1,5 Millionen Planungskosen und rund vier Millionen für den Grunderwerb wurden bereits ausgegeben, weitere 6,86 Millionen ständen für Erwerb und Entschädigung bereit. Sollte das Projekt aus welchen Gründen auch immer begraben werden, rechnet die Stadt mit Folgekosten von weiteren 15 Millionen Euro.

Enorme Summen, die der Vorstand der Bezirksgruppe Berg-Mark der Vereinigung Freischaffender Architekten allerdings nicht gut angelegt sieht. In mehreren Briefen hat Architekt und Stadtplaner Hartwig Brettschneider sowohl den Oberbürgermeister als auch die zuständigen Ministerien in Land und Bund auf angebliche Planungsfehler, Versäumnisse, falsche Voraussetzungen und nicht zuletzt viel zu gering kalkulierte Baukosten.

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Hier will die Verwaltung wohl nach dem Vorbild von „Stuttgart 21“ mit angeblich entstehenden Kosten Druck machen. Wenn 6,86 Millionen bereitstehen, heißt das ja nicht, dass sie auch ausgegeben werden müssen. Und wie die Phantasiezahl der Folgekosten zustande kommt, das soll der Baudezernent doch mal präzise vorrechnen.

Über die Bedenken der Vereinigung Freischaffender Architekten hatten wir schon am 20. Juni 2011 berichtet: „Hagens Stadtentwicklung wird behindert“

Eine Antwort to “Hinterfahrung hinterfragt”

  1. Allan Quatermain Says:

    Ich bin ja nicht immer konform mit dem Architekten Brettschneider,
    sogar schon angelegt habe ich mich mit ihm,

    aber wo der Mann recht hat, damit hat er Recht.

    Ich halte sogar die Summe von 80 Millionen stark untertrieben,
    sondern gehe mal von über 100 Millionen Euro aus.
    Die Ennepe soll ja Überfahrbar gemacht werden und das kostet.
    Was die verplemperten Kosten bis jetzt von ca. 8,36 Millionen Euro angeht,
    wer hat dafür sein ok gegeben?
    Wofür Planungskosten?
    Sind darin etwa diese zweifelhaften Gutachten enthalten?
    Dann der Grunderwerb. Die Besitzer von VARTA lachen sich schlapp,
    es ist ja keine Produktion seit Jahren mehr in Hagen,
    aber die Blauen Hallen werden jetzt verscheuert.
    So können Industriebrachen noch zu Gold werden.
    Oder Mietshäuser die mehr einer Ruine ähneln.
    Die Verwaltung hat schon soviel Geld versenkt, da kommt es doch jetzt nicht auf eine zweistellige Eurosumme mehr an.

    Zurück zu den Planungskosten.
    Sind bei der Stadt Hagen keine Architekten mehr beschäftigt?
    Gab es für die Bahnhofshinterfahrung eine Europaweite Ausschreibung
    für die Planung? Was ist in den 15 Millionen Euro Folgekosten enthalten?
    Dann müsten ja zig Millionen Folgekosten entstanden sein, für den nicht instalierten „Evo-Park“
    Hat diese Bahnhofshinterfahrung etwas damit zu tun, das der Container direkt an der Graf von Galen Str. plaziert wurde?
    Andere Großstädte stellen diese Container in einer Grünanlage und haben keine Feinstaubbelastung. Städte dazu kann ich nachliefern.

    Braucht man diese Hinterfahrung noch, aufgrund des Demokratischen Wandel? Die Einwohnerzahl sinkt die nächsten Jahre rapid ab!

    Ich vermute mal, einige aus der Stadtverwaltung wollen sich damit noch ein Denkmal setzen.
    Und was sind diese paar Millionen Euro Planungskosten,
    gegen über ca. 1,2 Milliarden Schulden.
    Kein Geld in der Tasche, dafür aber noch Prachtavenüen bauen.
    Hagen hat es ja!

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