DGB-Hagen: Spende für das Arztmobil

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Wohnungslose, von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, aber auch Hartz IV-Empfänger sind aufgrund ihrer Lebensumstände in besonderer Weise gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Ihre persönliche Situation, ein oftmals fehlendes Krankheitsbewußtsein sowie individuelle Zugangsbarrieren und Versäumnisse verhindern häufig die medizinische Versorgung innerhalb unseres Krankensystems.

In „Luthers Waschsalon“ bieten seit 2009 ehrenamtlich tätige ÄrztInnen und Pflegepersonal in der Ambulanz eine medizinische Versorgung an. „Wer ständig wahr nimmt in dieser Gesellschaft nichts mehr wert zu sein, resigniert und nimmt sich selber nicht mehr wichtig“, beschreibt die Einrichtungsleiterin Heike Spielmann ein weiteres Problem der Menschen, für die das Angebot gedacht ist.

Mit dem Arztmobil, das am Frühstücktreff „Corbacher 20“ und an der Suppenküche in Hagen-Mitte aufgesucht werden kann, steht seit 2010 ein weiterer niedrigschwelliger Baustein zur medizinischen Versorgung der „sozial und finanziell Abgehängten“ unserer Gesellschaft zur Verfügung. Auch wenn die Stadt Hagen, Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigung dieses Konzept finanziell unterstützen, müssen einige Kosten für nicht versicherte Personen, sowie Verbandsmaterial, nicht verschreibbare Medikamente, aber auch Sprit- und Unterhaltskosten für das Arztmobil durch Spenden getragen werden.

Mit einem kleinen Betrag hat sich der DGB Hagen aktuell an diesen Kosten beteiligt. Der Betrag von 300 Euro kam durch Spenden auf der Kundgebung am 1. Mai am Ver.di -Kaffee- und Kuchenstand sowie durch die kostenlosen Suppenausgabe an Erwerbslose  zusammen. Anne Sandner vom DGB begründete die Spende: „Solange unser Gesundheitssystem nicht in der Lage ist, eine medizinisches Versorgung sicher zu stellen, die von allen Menschen gleichwertig genutzt werden kann, ist es uns ein Anliegen, dieses notwendige Angebot zu unterstützen.“

Ruth Schäfer, die den DGB-Erwerbslosen-Arbeitskreis in Hagen in seiner Arbeit unterstützt, registrierte auch die weiteren vielfältigen Angebote, die in „Luthers Waschsalon“ vielen Menschen das tägliche Leben meistern helfen. Schäfer formuliert Bewunderung und Hochachtung für das Engagement der Einrichtung.

Die Gewerkschafterin sieht aber auch die Versäumnisse der Politik, die sich verändern muss, um die Ursachen aufzulösen. Für sie geht es darum sowohl direkte Hilfen zu organisieren als auch die Brennpunkte öffentlich zu machen und gesellschaftspolitische Verantwortung mit Anderen einzufordern und zu übernehmen.

„Es bedrückt und es ärgert mich, wenn ich höre, dass eine immer größer werdende Zahl von Menschen aus Hagen solche Hilfen nötig haben und dass diese Menschen auch immer jünger werden. Wir werden in unserem DGB-Arbeitskreis überlegen, wie wir gemeinsam die Arbeit der Einrichtung unterstützen und soziale Verwerfungen aufzeigen können.“

Eine Antwort to “DGB-Hagen: Spende für das Arztmobil”

  1. drhwenk Says:

    Seltsam, wie wenig der repressive Charakter der Medizin und der Medizinisierung von Enteignungsmassnamen, denm Ausschluss von materiellen Gütern bis zur Enteignung der eigenen Köpers, Kopf eingeschlossen, in der historisch „kritischen Institution Gewerkschaft bekannt zu sein scheint.

    „Wer einen Hammer hat, sieht überall Nägel zu einhauen“, diese englische Sprichwort – die englische Arbeiterklasse ist leider erfahren bis zum geht nicht mehr – gilt auch für de Medizin, die mittlerweile ein ganz erklecklichen Anteil an der „Gestaltung“ des menschlichen Denkens und Fühlens ht – mit „hammerartigen“, materiellen Mitteln (Chemie, Operation).
    Tun sie sich doch sogar im Sport mit der Erfindung immer neuer Dopingmittel hervor. (3 Monate nach der Tour ist klar, ob der Sieger dedopt war, in der Regel : Ja…)

    Ich meine, auch Hartz IV Empfänger sind krankenversichert.

    Da steht der „übliche“ sozialstaatliche Medizinebtrieb zur Verfügung.

    Die Umformulierung der Ausbeutung zu Herrschaft und Untertdrückung
    hat immer noch nicht viel genützt.

    Die Alternativmediziner, die von den Bezahlung gern die Krankenkassen eingespart werden, sind mittlerweile eine eigene Branche.

    Das als Antwort auf die spontane „Frage“, was man den sonst machen solle.

    Die Existenz des privat bezahlten Alternativemediziunbetriebes beweist, das man oft etwas anderes MACHEN MUSS unter LEIDENSDRUCK!

    DA SIEHT MAN MAL WIEDER was kleinste Dosierungen von Logik ERHELLEN können.

    Seinen Kampf um eine vernünftige Arbeitlsoenvesicherung und um Lohnabhängenrechte überhaupt muss man leider auch allzuviel anderwärts als in der Gewerkschaft führen zum großen Teil. Seit über 40 Jahren.

    Den hat man nämlich viel in die Gesetzgebung verschoben und da sind die Parteien „zuständig“.

    Der „Hammer“ der Gesellschaft heisst immer noch „große industrielle Produktion“ und ganz großes Geld.

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