Urabstimmung gegen Tarifabbau, für faire Tarife: Redakteure in NRW wollen streiken

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In der am 20. und 21. Juli durchgeführten Urabstimmung in der Tarifrunde für Redakteure und Freie an Tageszeitungen haben die Mitglieder der beiden Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV den Weg für die Durchführung von Streiks in Nordrhein-Westfalen frei gemacht.

98,9 Prozent der dju-Mitglieder, die an der Urabstimmung teilnahmen, votierten für einen Arbeitskampf. Beim DJV waren es 98,5 Prozent. Damit wurden die erforderlichen Zustimmungsquoren von 75 Prozent (dju in ver.di) bzw. zwei Dritteln (DJV) deutlich übertroffen.

Die Urabstimmung wurde landesweit bei mehr als 2 Dutzend Titeln nordrhein-westfälischer Tageszeitungen durchgeführt. Da die Urabstimmung von Warnstreiks seit Mittwoch (20. Juli) begleitet wurde, die bis einschließlich Sonntag (24. Juli) fortgesetzt werden, ist in den kommenden Tagen mit erheblichen Beeinträchtigungen in der Berichterstattung der betroffenen Zeitungen zu rechnen.

Dem Vernehmen nach sollen schwerpunktmäßig die Blätter des WAZ-Konzerns von Streikmaßnahmen betroffen sein. In Hagen, wo die WAZ das Zeitungsmonopol besitzt, wären das die Westfälische Rundschau und die Westfalenpost.

Die weiteren Streikmaßnahmen werden ver.di und der DJV mit ihren Mitgliedern entwickeln. Vieles ist durch die große Zustimmung bei der Urabstimmung möglich geworden. Bei Kundgebungen und Streikversammlungen hatten allein am 20. Juli in Schwerte und in Bielefeld annähernd 600 Streikende ihren Protest gegen die Position des BDZV deutlich gemacht. Zusätzlich wurde auch in anderen Orten in Nordrhein-Westfalen mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert, warum Journalistinnen und Journalisten für ihre Belange auf die Straße gehen.

Die dju in ver.di und der DJV fordern u.a. den Erhalt des Manteltarifvertrages und Gehaltserhöhungen von vier Prozent. Ein „Dumping-Tarif“ für Neueingestellte wird kategorisch abgelehnt.

Dazu:

DGB: Solidarität mit Zeitungsjournalisten

Der DGB Ruhr Mark ruft zur Solidarität mit den Zeitungsjournalisten auf, die sich zurzeit in Tarifauseinandersetzungen befinden. 99 Prozent sprachen sich in Urabstimmungen für Streiks aus.

„Die Redakteure fordern den Erhalt des Manteltarifvertrages und Gehaltserhöhungen. Die Gewerkschaften sind zu konstruktive Tarifverhandlungen bereit“, so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund, „aber der bisherige Verhandlungsverlauf zeigt, dass Fortschritte hin zu angemessenen Tarifverträgen offenbar nur durch den Druck der Journalisten zu erreichen sind.“

Noch bis Sonntag befinden sich die Journalisten der Tageszeitungen im Warnstreik. Sie wollen die von den Arbeitgebern geforderte Absenkung der Einstiegsgehälter verhindern.

„Dieser Streik ist wirkungsvoll. Für den aufmerksamen Zeitungsleser wird deutlich, Qualitätsjournalismus ist nur mit ordentlich bezahlten Beschäftigten zu machen. Viele Lokalausgaben erscheinen nicht in gewohnter Form und in begrenztem Umfang. Bei dieser Aktualität könnten Leserinnen und Leser auch auf ihre Zeitung verzichten und sich bei anderen Medien informieren. Jetzt wird es Zeit für ein vernünftiges Angebot der Arbeitgeberseite“, fordert Hermund.

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