Klarsichtkino: Doku zur Griechenlandkrise

by

DEBTOCRACY (Schuldenherrschaft)
Do 21.07. um 19.00 Uhr

Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestr. 14, 58089 HA-Wehringhausen

Der Dokumentarfilm wurde von zwei griechischen Journalisten mit Unterstützung einer Internet-Community produziert und zunächst auch über das Internet verbreitet. DEBTOCRACY untersucht die tieferen Ursachen der griechischen Schuldenkrise und schlägt mögliche Lösungen vor, die weder von der Regierung noch von den Leitmedien in Betracht gezogen werden. Die Filmemacher führen Interviews mit Wissenschaftlern, Filmemachern, Politikern  und Persönlichkeiten aus der ganzen Welt, um Antworten auf die Frage zu finden, wie Griechenland in die Schuldenfalle geraten konnte. Unter anderem am Beispiel Ecuadors beschreibt der Film, wie durch die Einführung eines Bürgerkomitees zur Überprüfung der Legitimität der Schulden dort die Krise bewältigt werden konnte. Zudem wird über den Aufbau eines entsprechenden Bürgerkomitees in Griechenland berichtet.

Eintritt frei

Dazu:

Griechenland droht die Massenarmut

Griechenland spart – und die Zahl der Menschen, die in bitterer Armut leben, wächst dramatisch. Zu Tausenden strömen die Hungrigen zu Essensausgaben, suchen im Müll nach Brauchbarem. Neben der finanziellen Pleite droht dem Land nun der soziale Bankrott. (…)

Die Zahl der Arbeitslosen stieg 2010 um 230.000 auf 14,8 Prozent, und Arbeitslosigkeit ist fast gleichbedeutend mit sozialem Bankrott. Wer seinen Job verliert, bekommt nur ein Jahr lang Arbeitslosenunterstützung – und das sind nicht einmal 500 Euro monatlich. Danach fällt man praktisch ins Nichts. Von derzeit über 800.000 Arbeitslosen haben nach amtlichen Angaben nur rund 280.000 Anspruch auf staatliche Hilfen. Das bedeutet einen dramatischen Anstieg der Obdachlosigkeit, in der Hauptstadt um bis zu 25 Prozent.

Bis Ende des Jahres wird mit einem Anstieg der offiziellen Arbeitslosigkeit auf 17 bis 18 Prozent gerechnet, real dürften das aber 22 bis 23 Prozent sein. „Das wären 1,2 Millionen Arbeitslose“, sagt Robolis. So etwas gab es in Griechenland zuletzt 1961, als die Technisierung die Landwirtschaft umkrempelte. Das Ergebnis damals war eine Auswanderungswelle, unter anderem auch nach Deutschland, und das gleiche droht laut Robolis auch heute. Mit einem Unterschied: Damals flüchteten einfache, unqualifizierte Arbeitskräfte, heute sind es die gut Ausgebildeten mit akademischen Abschlüssen. Robolis befürchtet eine „selektive Auswanderung“. (…)

Aber der Konsum ging im letzten Quartal 2010 aufgrund von Lohn- und Pensionskürzungen um 8,6 Prozent zurück, der Einzelhandel schrumpfte um 12 Prozent, 65.000 Geschäfte mussten schließen, so die Studie. Bis 2015, wenn die neuen Sparmaßnahmen voll gegriffen haben sollen, wird der Lebensstandard für Arbeitnehmer und Rentner im Vergleich zu 2008 um 40 Prozent sinken, hat Robolis hochgerechnet: „Das beunruhigt uns sehr.“ (…)

Zwei von drei Griechen zahlen regelmäßig Steuern, die „entgegen weitverbreiteter Ansichten“ (so die Friedrich-Ebert-Studie) bei allen Beschäftigten im privaten Sektor und im öffentlichen Dienst zusammen mit Sozialabgaben vor der Gehaltszahlung automatisch einbehalten werden. Es ist vor allem die kleine Oberschicht, die den Fiskus jährlich um rund 40 Milliarden Euro Steuern bringt.

Quelle: Spiegel online

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