GWG verzichtet auf HGW-Kauf

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Zumindest vorerst nimmt die Gemeinnützige Wohnstätten-Genossenschaft (GWG) Abstand vom Erwerb der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGW). Das teilte Oberbürgermeister Dehm (CDU) am vergangenen Mittwoch mit. „Herr Rehrmann hat mich im Namen des Vorstandes der GWG heute in einem persönlichen Gespräch informiert, dass die GWG vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion der vergangenen Wochen ihr Gesprächsangebot zurückzieht. Ich habe dies mit Bedauern zur Kenntnis genommen.“

Der Übernahmeversuch war u.a. vom Mieterverein, Gewerkschaften, Grünen, Hagen Aktiv und der SPD abgelehnt worden. Zuletzt hatten sich sogar die Hasper Gliederung der CDU und die Parteigruppe „Senioren-Union“ gegen einen Verkauf ausgesprochen.

Der Rückzug der GWG dürfte auch mit einem anderen Projekt der GWG zu tun haben: dem sogenannten Torhaus am Hasper Kreisel. Dort ist das Unternehmen mit dem Abriss des Bunkers bereits erheblich in Vorleistung getreten. Das Gelände ähnelt inzwischen aber mehr einem archäologischen Gelände als einer Baustelle. Sämtliche Baumaschinen sind schon vor Wochen abgezogen worden, kein einziges Werkzeug ist zu erspähen.

Der Grund: Kein Mieter weit und breit.

Dabei hatten sich die beiden GWG-Vordenker Rehrmann und Szczygiol die Sache so schön ausgedacht. Ins Erdgeschoss sollte die Hasper Filiale der Deutschen Bank einziehen, die übrigen Flächen hoffte man mit langjährigen Verträgen lukrativ an die Stadt Hagen zu vermieten. Die wiederum plante, im Torhaus die Bezirksverwaltung, das Bürgeramt und die Zweigstelle der Stadtbücherei unterzubringen. Auch ein schöner Sitzungssaal für die Bezirksvertretung hätte Platz gefunden.

Inzwischen machte die Deutsche Bank einen Rückzieher: Die Filiale wird nicht umziehen – sondern geschlossen. Und von der Idee eines kleinen Hasper Rathauses scheinen sich immer mehr Akteure im politischen Raum zu verabschieden. Anstatt die in der Öffentlichkeit genannten 11 Euro Miete für einen Quadratmeter im Torhaus zu zahlen, blickt man verstärkt auf stadteigene Gebäude, die in den nächsten Jahren sowieso frei werden, z.B. die Hauptschule Heubing.

Da es mit dem Torhaus nicht so recht weiter gehen will, die GWG mehrere Millionen Euro mit der Grundsanierung Höxterstraße schultern musste und im größeren Stil auch in Wehringhausen an der Eugen-Richter-Str. investiert, hat die Geschäftsleitung sich offensichtlich für die sichere Bank entschieden, um nicht in einen Schuldenstrudel zu geraten.

Siehe auch: Kommentar von Anja Wetter in der heutigen Westfälischen Rundschau zur Rolle von Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser

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