Carl-Jürgen Brandt – Das Krümelmonster

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Der Chef der Zwiebackfabrik Brandt frönt wieder mal seiner Konfliktfreude. Er kritisiert das EU-Rettungskonzept der Kanzlerin und fordert sie auf, das Geld zusammenzuhalten. (…)

Brandt und 99 andere Familienunternehmer wie Reinhold Würth (haben) am Montag die ganz große rhetorische Keule rausgeholt: In einer „Berliner Erklärung“, die auch der Stuttgarter Wirtschaftsanwalt Brun-Hagen Hennerkes mitverfasst hat, fordern sie, „der verantwortungslosen Schuldenpolitik Deutschlands ein Ende zu setzen“ – und Griechenland notfalls aus der Euro-Zone zu werfen. „Wir müssen die Politik der offenen Staatskasse beenden“, sagte Brandt der FTD. „Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.“ Das gelte auch für Griechenland. Das Land brauche Zeit, um auf die Beine zu kommen und seine haushaltspolitischen Hausaufgaben zu machen, am besten außerhalb des Euro-Raums. „Die gemeinsame Währung soll ja die Klammer für den Kontinent sein – und nicht der Sprengsatz.“

Brandt, der Erbe des einstigen Firmengründers, zeigt gern klare Kante. Er ist nicht der Typ, der sich wegduckt. „Unpopuläre Maßnahmen müsse man aufrecht vertreten, sei es vor der Belegschaft oder vor dem Volk“, findet er. Vor ein paar Jahren hat er genau das getan und so nicht nur seine Leute, sondern eine ganze Region gegen sich aufgebracht. Damals kam der Zwieback aus Hagen, wie schon seit 1912. Dann baute Brandt ein neues Kekswerk in Thüringen – und machte den Traditionsstandort in Westfalen weitgehend dicht. Hunderte mussten gehen. Der Arbeitskampf war bitter. Mit in den Osten wollte fast niemand kommen, obwohl Brandt seinen Leuten verlockende Angebote gemacht hatte. Die Firma stand am Abgrund. Mitarbeiter legten am Grab von Brandts Vater einen Kranz nieder: „Wir trauern um dein Erbe.“

Quelle: Financial Times Deutschland

Anmerkung: Das „Krümelmonster“ spielt Weltökonom. Mit einer realistischen Einschätzung der Situation in Griechenland ist er offensichtlich überfordert. Wie wäre es, wenn Brandt die Staatsgelder, die er für das neue Werk in Thüringen – und damit für die Arbeitsplatzvernichtung in Hagen – kassiert hat, zurückzahlen würde? Damit könnte er seinen persönlichen Beitrag zum Abbau der Staatsverschuldung leisten.

Eine Antwort to “Carl-Jürgen Brandt – Das Krümelmonster”

  1. Allan Quatermain Says:

    CJB sucht gerade eine/n MitarbeiterIn!

    Zwar nur für seine Zwiebackwelt im ehem. Haus Stennert.

    Aber immer hin auf Teilzeit oder 400E-Basis.

    Da können sich ja ehemalige Angestellte darauf bewerben,
    die seit Ohrdruf immer noch Arbeitslos sind.

    Industriebäcker werden ja gesucht wie „Sand am Meer“.

    Harry in Lünen hat dicht gemacht, etc. usw.

    Dafür karren jetzt Slowakische LKW die Schrippen aus Polen an.

    CJB muss es aber Dicke mit der Politik in Thüringen können.
    Die einzigen 2 Giga-LKW (28Meter) kurven auf seinen Namen im Thüringer Wald umher.

    Noch etwas,
    der olle Würth droht schon seit Jahren damit, das er in die Schweiz umsiedeln will.
    Mister Müller Milch will es genauso tun.

    Einer der größten Umsatzmilliardäre im Einzelhandel, nebst Hotelkettenbesitzer hat an seinen neuen Wohnort in einen Kanton der Schweiz, sein Vermögen mit 6 Millionen Euro beziffert.

    Eigentum verpflichtet meine Damen und Herren Krösusse!

    Sonst kann sich der kleine Bürger nur noch den Bruchkeks,
    oder Bruchzwieback aus der kleinen „Zwiebackwelt“ leisten.

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