„Hagens Stadtentwicklung wird behindert“

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Angesichts der Überschuldung der Stadt Hagen und der Schuldenlast des Landes NRW schlägt die Bezirksgruppe Berg-Mark der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschlands (VFA) vor, das Projekt „Bahnhofshinterfahrung“ zurückzustellen.

Die Planer begründen ihren Vorschlag damit, dass schon die Voraussetzungen für das Projekt nicht oder nicht mehr stimmen. So sei die Einwohnerzahl Hagens inzwischen auf 190.000 gesunken und ein weiterer Rückgang auf 170.000 prognostiziert.

Für eine geordnete und wirtschaftliche Stadtentwicklung wurde versäumt einen städtebaulichen Wettbewerb voranzustellen. Stattdessen erhielt „der billigste Verkehrsplaner“ (Zitat OB Peter Demnitz) den Auftrag für die verkehrliche Bahnhofshinterfahrung. Das Ergebnis führt folgerichtig zur teuersten Lösung und zu einer isolierten Verkehrsplanung.

Verkehrsflächen und Ingenieurbauwerke der drei bis sechsspurigen Trasse beanspruchen mehr als die Hälfte der entwicklungsfähigen Bereiche. Restflächen sind schwerer nutzbar. Der Platz Dieckstrasse (Varta) mit wertvollem Platanenbestand wird geopfert, die Uferzonen der Ennepe werden betoniert.

Hagens Stadtentwicklung wird behindert. Als Projekt erster Priorität blockiert der erste Bauabschnitt die Entwicklung der Stadt Hagen über Jahrzehnte zugunsten der Strassen- und Tiefbauwirtschaft und Installation von Lichtzeichenanlagen -vor allem von Fa. Siemens. Stadtteile wie Altenhagen, Wehringhausen oder Oberhagen verwahrlosen. Die Chance, Wehringhausen an die Ennepe zu bringen, wird vertan. Die Flussaue der Ennepe als Natur- und Erlebnisraum wird nicht wahrgenommen.

Die meisten Bauwerke des 1. BA´s der verfolgten Variante sind entbehrlich. Die Knoten mit bis zu 6 Spuren wären als Kreisverkehrsplätze halb so teuer, würden die Flächen halb soviel versiegeln und dauerhafte Betriebskosten für Lichtzeichenanlagen einsparen. Bei fortlaufend zwei Spuren würden auch Stützmauern und Uferbefestigungen an der Ennepe, die nicht kalkulierbar sind, entfallen können. Kosten der Altlastensanierung unter den ehemaligen Vartabauwerken können nur ungenau angegeben werden.

Kritisiert wird auch die von Rat und Verwaltung geplante Verlagerung der gesamten Maßnahme in den Eigenbetrieb der SEH. Damit sei eine demokratische Einflussnahme des Rates und der Bürger nur noch eingeschränkt möglich.

Die Bezirksgruppe Berg-Mark der VFA hatte bereits vor zwei Jahren eine Stellungnahme an den Oberbürgermeister, an die Fraktionen im Rat, Bauverwaltung, Bezirksregierung und den Minister für Bauen und Verkehr gesandt (Wir berichteten schon damals).

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