UnLinke: Silvia Henke Internetmarketing – Wer steckt dahinter?

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Sämtliche Internet-Jobbörsen quellen mit Angeboten von einer Firma namens Silvia Henke Internetmarketing über. Doch was steckt hinter dem gutklingenden Job?

Wer bei der Jobbörse der Arbeitsagentur nach einer Festanstellung in einer Online-Redaktion sucht, der kommt unter anderem auf das Angebot einer Firma namens Silvia Henke Internetmarketing. Versprochen wird ein unbefristeter 40 Stunden Job im Homeoffice. Gesucht werden in insgesamt 50 deutschen Städten sogenannte Online-Redakteure für den regionalen Einsatz von Webseiten. (…)

Nach ausgiebiger Recherche im Internet und am Telefon stellt sich heraus, dass die Firma Silvia Henke Internetmarketing keine eigene Internetseite besitzt auch im Handelsregister nicht vermerkt ist. Silvia Henke Internetmarketing ist außer in den Jobbörsen im Internet und in der realen Welt nahezu unauffindbar. Wer sich bewirbt, der erhält per E-Mail eine Einladung zum Vorstellunggespräch. Die Einladung befindet sich als RTF-Dokument im Anhang. Hier bedankt sich Frau Henke für das Interesse des Bewerbers und bittet um Rückruf auf einer Hagener Telefonnummer. Auch zu dieser lässt sich bei www.Klicktel.de kein eingetragener Name finden. Des Weiteren wird in der Einladung gebeten, ein Termin für das Vorstellungsgespräch zu vereinbaren. Dieses findet dann in der Nähe des Hageners Hauptbahnhofes, nämlich in der Södingstraße 3, statt. Jetzt stellt sich die Frage, warum findet das Gespräch in einer anderen Straße statt, wo die eigentliche Bewerbung hinging? Die Erklärung von Frau Henke ist, dass die Firma gerade umgezogen wäre und darum die Bewerber in das neue Gebäude einlädt.

Beim Anruf für die Terminvereinbarung meldet sich ein Herr namens Ralf Sondermeyer. (…) Nähere Informationen erfährt der Bewerber erst in dem Bewerbungsgespräch. Dieses findet in einer alten Fahrschule in Hagen statt. Am Haus hängen noch die Schilder des alten Betriebes, lediglich die kleine Aufschrift auf dem Briefkasten lässt auf die richtige Firma schließen. Eine Türklingel existiert hier nicht. Herr Sondermeyer und Frau Henke führen das Bewerbungsgespräch. Dabei sitzt man mitten in einem leeren Raum an einem alten Tisch. Frau Henke hat jede Menge Unterlagen vor sich liegen und erklärt, dass sich etwa 500 Leute auf die Stelle beworben hätten.

Für die Stelle als Online-Redakteur bekommt der jeweilige Redakteur circa 2000 Euro brutto. (…) Kurz vor Praktikumsbeginn wird eine weitere E-Mail verschickt. Diesmal wird noch einmal ganz genau auf das Aufgabenprofil eingegangen. Interessanterweise wird nun von einem Lehrgang gesprochen. Dieser trägt den Titel „Einführung in die Tätigkeit eines Online-Portal-Spezialisten mit redaktioneller Qualifikation“ und ist Vorrausetzung für einen Vertrag bei Silvia Henke Internetmarketing. Der Lehrgang muss vom Arbeitsamt genehmigt werden und war zu keinem vorherigen Zeitpunkt Thema bei der Bewerbung. Frau Henke ist fortan nicht mehr erreichbar. Auf eine schriftliche Nachfrage antwortet sie nun nicht mehr.

Quelle: suite101 – Das Netzwerk der Autoren

Update (14. 6. 2011): Ein Leser wies uns darauf hin, daß der o.g. Link nicht mehr funktioniert. Die Seite ist allerdings (noch) im Google-Cache zu erreichen. Siehe hier.

Anmerkung: Die Machenschaften dieses Geflechts stoßen in neue Dimensionen vor. Wie dem Bericht bei „suite101“ zu entnehmen ist, sollen in 50 Städten je zwei Personen zu je 2.000 Euro brutto eingestellt werden. Das sind schon 200.000 Euro Lohnkosten. Monatlich! Dazu kommen weitere Kosten wie der Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung. Das sogenannte „Arbeitgeber-Brutto“ liegt also noch weitaus höher. Die ganze Sache stinkt gewaltig. Vor allem auch politisch, sitzen doch die im Beitrag genannten Protagonisten dieser obskuren Firma allesamt in städtischen Gremien (Rat, BV, Beirat) sowie – mit Ausnahme des aus der Partei geworfenen Ralf Sondermeyer – im Kreisvorstand der Hagener „Linken“.

Siehe auch: UnLinke wollen für Arbeit nichts zahlen

3 Antworten to “UnLinke: Silvia Henke Internetmarketing – Wer steckt dahinter?”

  1. Darling Says:

    Leider gibt es den Beitrag auf Suite : suite101 – Das Netzwerk der Autoren nicht mehr…verwunderlich und Handicap-Netzwerk macht weiter…

  2. Allan Quatermain Says:

    Was sagt die Agentur für Arbeit eigendlich zu dieser Schmierenkomödie?

    Es wäre auch spannend zu erfahren, was der Landesverband der Linken.NRW zu den Aktionen ihrer „Noch-Mandatsträger“ zu tun gedenkt?

    Da die Einstellungsgespräche in den Räumen des Kreisverbandes geführt werden, oder Handicap-Netzwerk.

    Warscheinlich nichts!

    Jedenfalls haben besagte Räume und Leute identische Doppelfunktionen.

    So oder so! Widerlich das ganze!

  3. darling Says:

    http://www.handicap-netzwerk.es

    Ob sie da auch mit mischt oder nur der Ratsherr ?

    ein deutsches gibt es ja nicht mehr

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