Neue Warnstreiks bei den Zeitungen

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Journalistinnen und Journalisten von 21 Zeitungstiteln – von der WAZ Mediengruppe mit ihren Hagener Ausgaben von Westfälischer Rundschau und Westfalenpost über Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau bis hin zu Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten – waren am Donnerstag zum Warnstreiks aufgerufen, die meisten den ganzen Tag. Gleichzeitig hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Drucker, die ebenfalls um ihren Manteltarif kämpfen müssen, in zahlreichen Druckereien, darunter dem WAZ-Druckzentum Hagen-Bathey, zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

In Schwerte kamen mehr als 400 Redakteure und Drucker zusammen. Gemeinsam forderten sie: „Klare Kante gegen die Abwertung unserer Berufe!“ Volkmar Kah, stellv. DJV-Landesvorsitzender: „Wir wollen, nach Einschnitten ohne Ende in den vergangenen Jahren nichts Unanständiges. Nur faire Tarife. Die Verleger haben es mit ihren neuen Forderungen übertrieben, das Maß ist voll.“

Mit den ganztägigen Warnstreiks setzten der Deutsche Journalisten-Verband und die dju in verdi am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen die bundesweiten Aktionen gegen den Plan der Tageszeitungsverleger, einen neuen Dumping-Tarif einzuführen, fort. Dies sei eine völlig unangebrachte Abqualifizierung des Berufsstandes, die lediglich steigenden Renditen dienen soll, und werde nicht hingenommen, erklärte der DJV. Die Tarifrunde der Tageszeitungsredakteure begann vor zehn Monaten und ist zur Zeit unterbrochen.

Knackpunkt der Verhandlungen ist: Der Arbeitgeberverband BDZV besteht kategorisch auf einem Billig-Tarif für Berufseinsteiger, der die tariflichen Leistungen um etwa 30 Prozent absenkt und für ihr ganzes künftiges Berufsleben gelten soll – und innerhalb weniger Jahre zum Regeltarif der Branche zu werden droht. Im Forderungskatalog der Verleger stehen neben niedrigeren Gehältern auch längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub und Verschlechterungen bei der Altersversorgung.

Helmut Dahlmann, Landesvorsitzender des DJV-NRW, erklärte in Köln: „Lasst Euch nicht von den Verlegern erzählen, dass es um Sicherung Eurer Arbeitsplätze geht. Es geht den Verlegern um Sicherung ihrer Rendite.“

Die Gewerkschaften waren mit der Forderung nach 4 Prozent mehr Gehalt, der Beibehaltung aller tariflichen Leistungen und der Verhinderung eines Dumping-Tarifvertrags in die Verhandlungen gegangen. DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring: „Der DJV kämpft für faire und angemessene Flächentarifverträge. Die erfolgreichen Warnstreiks und Protestaktionen der letzten Wochen haben gezeigt, dass auch viele Kolleginnen und Kollegen so denken.“

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