Wasserwerke: „Stoppt den Wahnsinn!“

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Der größte Wasserversorger Deutschlands, die Gelsenkirchener Gelsenwasser AG, fordert den sofortigen Stopp der geplanten Erdgas-Probebohrungen in NRW. Der mögliche Einsatz giftiger Chemikalien und die Zerstörung von Gesteinsschichten gefährdeten die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen. „Stoppt den Wahnsinn“, sagte Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzender Manfred Scholle gegenüber der Presse.

Im Namen aller Ruhr-Wasserwerke forderte Scholle die NRW-Landesregierung auf, ein Moratorium über die so genannte Fracking-Bohrmethode zu verhängen. Zudem mahnte er eine Änderung des Bergrechts an.

„Die Braunkohle hat durch die Tagebaue in NRW die Landschaft zerstört, der Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet hat den Untergrund kaputt gemacht. Jetzt könnte durch die Fracking-Bohrungen noch unser Wasser gefährdet werden“, kritisierte der Gelsenwasser-Chef.

Darüber hinaus kritisierte Scholle die Bezirksregierung in Arnsberg, der er vorwarf, Gelsenwasser nicht zu einem am 23. März in Dortmund geplanten Fachgespräch eingeladen zu haben, weil sie kritische Fragen der Wasserversorger fürchte.

Das wies inzwischen der Arnsberger RP Dr. Gerd Bollermann entschieden zurück. „Weder ich selbst, noch die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg haben Angst vor kritischen Fragen im Zusammenhang mit der unkonventionellen Erdgasförderung. Selbstverständlich steht die Bezirksregierung Arnsberg Herrn Dr. Scholle und anderen Verbandsvertretern der Wasserwirtschaft zu Gesprächen zur Verfügung.“

Das Expertenfachgespräch am 23. März im Dortmunder Dienstgebäude der Bezirksregierung richte sich ausdrücklich an Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bürgerinitiativen.

Der Arnsberger Regierungspräsident wies ergänzend darauf hin, dass die Bezirksregierung Arnsberg bereits im Januar die Initiativen für eine zeitgemäße Änderung des Bundesberggesetzes mit angestoßen habe.

Dies berühre sowohl die stärkere Verankerung des Umweltschutzgedankens als auch den von Bürgerinnen und Bürgern immer lauter eingeforderten Aspekt der Partizipation an Verfahren. Die Bevölkerung wünsche sich informiert und einbezogen zu werden. „Ich sehe deshalb die Notwendigkeit auf diese Wünsche einzugehen“, begründete Dr. Bollermann die Initiative.

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