Klangkosmos Weltmusik: Ti-Coca & Wanga-Nègès aus Haiti

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Haiti gilt als das „afrikanischste” Land der Karibik. Hier haben die Bevölkerungsströme über Jahrhunderte faszinierendes kulturelles und musikalisches Treibgut hinterlassen; hier sind die Erinnerungen der Konquistadoren lebendig. Hispaniola, die Insel auf der Haiti liegt, war die erste Kolonie in der Neuen Welt. Und hier kam es auch zum ersten erfolgreichen Sklavenaufstand. Auf Haiti bewahren aber nicht nur die Trommeln des Voodoo das schwarze Erbe, sondern auch die Rhythmen und Gesänge der lokalen Troubadoure.

Am Dienstag, 15. Februar, präsentieren Ti-Coca & Wanga-Nègès im Rahmen der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“, die das Kulturbüro der Stadt Hagen zusammen mit dem AllerWeltHaus Hagen veranstaltet, Kostproben aus ihrem reichen Liederschatz – und zwar um 17.30 Uhr im AllerWeltHaus, Potthofstraße 22.

Ti-Coca und seine Wanga-Nègès (so heißt der Kolibri, der auf Haiti Symbol der Verführung ist) schöpfen aus einem reichen Liederschatz, der von untreuen Geliebten, gierigen Priestern, schrecklichen Chefinnen und guten Jägern handelt. Sie singen für den Geist des Wassers oder für die Geister aus der alten Heimat in Afrika. Ti-Coca ist ein Twobadou, ein Troubadour der haitianischen Kultur mit einer Stimme, die an manche der großen alten Kubaner erinnert. Mit Stücken von Toto Bissainthe setzt er der mittlerweile verstorbenen Grand Dame Haitis ein kleines Denkmal, die in den 1970er Jahren mit ihren Vokal-Improvisationen weltweit das Publikum in den Bann zog.

Ti-Coca & Wanga-Nègès erwecken aber auch spielerisch weitere alte musikalische Formen zum Leben: zum reichen Rhythmus-Repertoire der Band gehört Konpa, eine typisch kreolische Musik aus Haiti. Ihr Beginn wird mit der Gründung der Band Coronto International 1955 überliefert, die einen neuen Rhythmus entwickelte und Instrumente anders einsetzte. Im Vordergrund stand das Akkordeon, inspiriert von dominikanischer Merengue. Die Musik wurde „Compas Direct“ beziehungsweise auf kreolisch „Konpa-dirèk“ genannt, da Compas das spanische Wort für Rhythmus ist und Konpa-dirèk „geradeaus laufender Rhythmus“ bedeutet.

Zum Repertoire der Band, gespielt mit Akkordeon, Kontrabass, Banjo und Trommeln, gehören aber auch Boleros und sogar englischer Contredanse. So sind die vielfältigen Wurzeln des Merengue zu spüren, die auf der anderen Seite der Insel in der Dominikanischen Republik in einer High-Tech-Variante gespielt wird. Auf Haiti klingt „Mereng“ etwas langsamer und entspannter. Der Eintritt ist frei.

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