Zukünftig keine ICE-Verkehre mehr in Hagen?

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Stellungnahme von Gerd Homm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD im Unterbezirk Hagen

Der ICE-Fernverkehr soll ab Anfang April 2011 bis zum Ende August 2011 in Richtung Berlin und Bonn (über Wuppertal und Köln) ersatzlos gestrichen werden. Wer also zukünftig Berlin oder Bonn erreichen will, muss umsteigen und wesentlich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Bislang gab es stündlich eine Direktverbindung, je nach Uhrzeit muss nun in Hamm oder Dortmund umgestiegen werden.

Der Grund für die erhebliche Verschlechterung liegt jedoch nicht auf jenem Abschnitt, der künftig nicht mehr befahren werden soll. Eine Baumaßnahme zwischen Hannover und Berlin soll dafür verantwortlich sein. Gerd Homm: „Diese Begründung ist nur vorgeschoben. Scheinbar handelt es hier um eine Experimentierphase, um zu sehen, wie man Hagen dauerhaft vom ICE-Verkehre abbinden kann. Man kann doch nicht über mehrere Monate den Großraum Hagen völlig vom Fernverkehrsnetz abkoppeln. Und das in einem Zeitabschnitt, wo viele Menschen mit dem Zug in den Urlaub fahren wollen. Das ist doch kontraproduktiv, wenn man will, das mehr Menschen vom Auto auf den Zug umsteigen.“

Schon im Dezember 2006 wurde der Fahrplan für die ICE-Linie 43 (Dortmund – Basel) geändert und Hagen abgebunden, auch damals aufgrund einer Baumaßnahme. Homm: „Und seitdem die Neuregelung einmal so funktioniert und unsere Region abgebunden ist, wurden die Änderungen nicht wieder zurückgenommen. Mit rund 30.000 Reisenden täglich sind wir ein zentral wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Planspiele der Deutschen Bahn sind eine Katastrophe für Hagen und die Region!“

Homm verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Restaurierung der Bahnhofshalle. 1,2 Millionen Euro wurden in die Bahnhofshalle investiert; finanziert von der Stadt (107.000 Euro), vom Land NRW (430.000 Euro) und von der Bahn unter Beteiligung der Douglas-Holding (652.000 Euro). „Nun, wo der Hauptbahnhof keine Gruselgrotte mehr ist, wo die Bahnhofshalle endlich wieder mit Tageslicht durchflutet wird und der Blick auf das monumentale und bedeutsame Thorn-Prikker-Fenster frei ist, kommen solche Pläne“, ärgert er sich.

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