Haspe, Thieser, Cosa Nostra

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Das Rauschen der Meeresbrandung, die Farbspiele der Sonnenuntergänge, die Schönheit der Landschaft und die Gerüche der kulinarischen Spezialitäten – sie alle bilden einen verlockenden sizilianischen Mix, der das Fernweh der Hasper Kirmesfreunde seit Jahren nährt. So bricht am 23. Februar eine Delegation des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins in diplomatischer Mission auf, um partnerschaftliche Bande im tiefsten Süden Italiens zu Palma die Montechiaro zu knüpfen.

Dass dort bis heute die Mafia den gesellschaftlichen Rhythmus mitbestimmt, stört die Hasper wenig: „Damit kommen wir schon zurecht“, demonstriert Kirmesbauer Udo Röhrig die für den Hagener Westen durch Ulk-, Leicht- und Kneipsinn geprägte Gelassenheit. (…)

Der Erstkontakt – wie könnte es in Haspe auch anders sein – kam vor fünf Jahren im Anschluss an einen langen Kirmesabend zustande. Als am Kirchplatz bereits die Zapfhähne gen Norden gedreht wurden, suchte die HHBV-Führungscrew mit Präsident Dietmar Thieser an der Spitze noch nach einem gastronomischen Ausweichquartier. Und so ergab es sich, dass man nur wenige Meter weiter in einem Dartclub – übrigens ohne eine einzige Wurfscheibe an der Wand – landete. (…)

Bei reichlich Mandarinen-Likör und launigen Gesprächen bis zum Morgengrauen reifte die Erkenntnis, dass die Bande zwischen Sizilien und Haspe seit Jahrzehnten weitaus enger geknüpft sind als jemals geahnt. (…)

Dietmar Thieser, der zwischen den Jahren im Allgäu weilte, wittert (…) die große Chance auf den Beginn einer wunderbaren Freundschaft: „Schüleraustausche sowie Verbindungen zwischen Vereinen, Chören und Kirchengemeinden – all das scheint möglich.“

Quelle: Westfalenpost

Dazu:

Palma di Montechiaro gilt auch als Tourismusregion. Doch weitaus länger floriert dort eine andere Branche: die Cosa Nostra. Die Küstengemeinde unweit der sizilianischen Provinzhauptstadt Agrigent, zu der die Hasper jetzt partnerschaftlichen Kontakt suchen, wird bis heute mit Mafia-Morden und Schutzgelderpressungen in Verbindung gebracht. (…)

Ein Geflecht von Freundschaften mit Politikern und Beamten bis ganz nach oben öffnet die Wege ans große, oft öffentliche Geld. Bis heute bildet die Mafia in Sizilien einen Parallelstaat, dessen Machtinstrumente Korruption, Angst und Mord sind. Die sizilianische Cosa Nostra schürt ein Klima der Angst, mit dem Süditaliener seit Generationen groß werden. Die Omertà, das allseits respektierte Gesetz des Schweigens, macht es den Behörden so schwierig, Geldwasch-Tarngeschäfte zu entlarven oder Hintermänner zu greifen.

Quelle: Westfalenpost

Anmerkung: Da haben sich wohl echte Freunde gefunden. Parallelen sind nicht zu übersehen. „Verbindungen zwischen Vereinen, Chören und Kirchengemeinden“, genau von solchen Strukturen lebt auch die sizilianische Mafia – und natürlich von politischen Geflechten. Für Hagener alles irgendwie bekannt.

3 Antworten to “Haspe, Thieser, Cosa Nostra”

  1. sicilia Says:

    es ist einfach unverschämt was sich hier erlaubt wird,zugegeben gab es in Palma di Cosa Nostra aber man sollte Palma di Montchiaro nicht nur wegen da bekannt machen.Diese Stadt hat auch eine sehr schöne geschichte über den Castello Chiaramonte ecc.Nebenbei werden alle die schon mal dort waren wissen mit welchen Schünheiten Palma bekannt werden sollte.Palma di Montechiaro ist wundervoll wegen der tollen Geschichte (nicht Cosa Nostra)den Traditionen und seine tolle Lanschaft.
    Ich bitte sie keine vorurteile zu geben wenn si Palma nicht kennen

  2. Allan Quatermann Says:

    Darf man die Wahrheit nicht mehr schreiben?

    Palma di Montechiaro fand unlängst noch Erwähnung bei ARTE.

    Neben der Schönheit der Landschaft, die es dort unzweifelhaft gibt, wurde in dieser Doku mehr auf die Mafiastrukturen wert gelegt.

    Obwohl, Landschaft wurde dort auch gezeigt.
    Aufgebrachte Höhlen und Erdbunker, die untergetauchten Clanchefs als Unterkunft dienten.

  3. Jochen Knochen Says:

    lassen wir das mal lieber mir dem nachforschen auf google ich will da eh nich hinne.ich bevorzuge lieber „Malle“.Palma de Maiorca nicht monnecharo.wo liegt das genau?

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