Rat und Enervie müssen Farbe bekennen

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Nächste Woche wird im Stadtentwicklungsausschuss und im Rat über den zukünftigen Standort der Enervie beraten. Es geht um die Zusammenführung aller Betriebsstätten an einem zentralen Unternehmensstandort. Enervie bevorzugt eine Ansiedlung auf der Haßleyer Insel.

Wesentliche Vorteile sind laut Enervie geringere Baukosten, Synergien sowie Kosteneinsparungen bei der Fahrzeugflotte und damit einhergehend CO2-Reduktionen. Die Haßleyer Insel wird beim wirtschaftlichen Vergleich eindeutig einer innerstädtischen Ansiedlung vorgezogen. Allerdings werden bei den Berechnungen der Enervie die Grunderwerbs- und Grunderwerbsnebenkosten gänzlich außer Acht gelassen.

„Aus städtebaulicher, aber auch aus Unternehmenssicht erscheint uns eine Ansiedlung im innerstädtischen Bereich nachwievor am sinnvollsten. Eine Aufwertung des innerstädtischen Bereiches inklusive Hauptbahnhof ist dringend erforderlich und so wünschen wir uns, dass die anderen Fraktionen sich unserer Argumentation anschließen“, so der Fraktionschef von Hagen Aktiv, Bücker.

Hagen Aktiv forderte bereits im Mai bei der Einbringung des Haushalts eine Unternehmenskonzentration in der Innenstadt. Neben einer Aufwertung von und einer Verbindung zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof, will die Freie Wählergemeinschaft so auch die Kaufkraft der Enervie-Mitarbeiter halten und damit den städtischen Einzelhandel stärken. Ferner gilt es eine optimale Verkehrsanbindung für die bundesweiten Kooperationspartner und Enervie-Kunden zu gewährleisten.

„Seit Beginn des Jahres betreibt Enervie einen immensen Aufwand, sich als Nummer Fünf im deutschen Energiemarkt zu positionieren. Da aus unserer Sicht die Kundeninteressen – Vorstände und Geschäftsführer von Industrieunternehmen reisen häufig mit der Bahn – im Vordergrund stehen, sollte gerade deshalb die Nähe zum Bahnhof gesucht werden“, so Bücker weiter.

Diese Aspekte hat Enervie aktuell nicht in ihre Betrachtungen einbezogen. Allerdings sind dieses potentielle Wettbewerbsvorteile in einem eng umkämpften Energiemarkt. Für eine Ansiedlung im innerstädtischen Bereich gibt Enervie selbst zu bedenken, dass Altlasten nicht ermittelt worden sind.

Es ist zu befürchten, dass sich bei einer Nichtnutzung dieser Flächen durch die Enervie wieder die üblichen Mechanismen in unserer Stadt in Bewegung setzen. Die Enervie siedelt sich auf der Haßleyer Insel an. Die alten Flächen liegen über Jahre hinweg brach. Mögliche Erschließungskosten einschließlich der Kosten für eventuelle Altlasten hätte die Stadt zu tragen, was sie aber aufgrund der desaströsen Finanzlage nicht kann.

Zwecks Haushaltskonsolidierung muss die Enervie, wie bereits jetzt im HSK gefordert, die Gewinnausschüttung erhöhen, was voraussichtlich mit einer Erhöhung der Energiekosten erzielt wird. Die Mehrkosten haben erneut die Stadt und die Bürger zu tragen. Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen. – Warum also nicht jetzt nachhaltig und richtig kalkuliert ein städtisches Unternehmen im innerstädtischen Bereich ansiedeln und die positiven Effekte erzielen.

Dies sollte Politiker aller Fraktionen, aber auch den Aufsichtsrat der Enervie überzeugen. Rat und Enervie müssen jetzt Farbe bekennen.

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