Hagener DGB für umfangreiches Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogramm

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Die aktuelle Debatte um Fachkräfte lenkt für den Hagener DGB nur von dringend notwendigen Schritten einer zukunftsorientierten Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik ab. Der Initiative von Wirtschaftsminister Brüderle steht der DGB skeptisch gegenüber.

„Anstatt im eigenen Land die erforderlichen Initiativen zur Qualifizierung von Arbeitslosen anzugehen und die Unternehmen aufzufordern endlich wieder umfangreich in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu investieren, will Herr Brüderle den Fachkräftemangel durch die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland begegnen“, so der Hagener DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt. „Wenn der Minister gleichzeitig darauf hinweist, dass die Einkommensgrenzen weiter runter gesetzt werden sollen, wird deutlich worum es ihm geht. Er will hoch qualifizierte Kräfte für wenig Geld einsetzen und weitermachen in der fatalen Logik des Lohn- und Einkommensdumping.“

Einer solchen Politik will sich der Deutsche Gewerkschaftsbund entgegenstellen. Für die Gewerkschaften gilt es ganz andere Akzente zu setzen. Sie fordern für jeden Jugendlichen eine Ausbildungsstelle und eine Qualifizierungsoffensive für Erwerbslose und Beschäftigte. Nach wie vor suchen tausende Menschen in Hagen Arbeit und gutes Einkommen, ältere Erwerbslose haben kaum eine Chance auf gute Arbeitsplätze und für viele Frauen sind die Rahmenbedingungen, z.B. der Kinderbetreuung so miserabel, dass sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse nicht einbringen können.

„Auch das“, so Marquardt, „werden wir in den kommenden Wochen verstärkt in die öffentlichen Diskussionen bringen und zu einem Bestandteil der Herbstaktionen für gute und genügend Arbeitsstellen machen.“ Für den DGB geht es in der aktuellen Debatte auch um einen Kurswechsel in der Arbeits- und Beschäftigungspolitik. Er verweist u.a. auf eine Studie der IG Metall, die nachweist, dass mehr als der Hälfte aller jungen Leuten nur noch befristete Arbeitsplätze angeboten werden, dass immer mehr der angebotenen Arbeitsplätze prekär sind, dass sich die Leiharbeit noch stärker als vor der Krise entwickelt und vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Debatte um die Anwerbung von Fachkräften aus anderen Ländern eher absurd.

„Unabhängig davon, dass in Deutschland Arbeitskräfte aus anderen Ländern sehr wohl einen Platz haben müssen, gilt gleichermaßen auch, dass es nicht darum gehen darf die besten internationalen Kräfte abzuwerben.“, so der DGB.

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