Hagener Bauten ausgezeichnet

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Innovativ, vorbildlich, richtungsweisend – diese Prädikate erhielten jetzt sechs neue bzw. erneuerte Gebäude in Bochum, Essen und Hagen. Das NRW-Bauministerium und die Architektenkammer NRW vergaben gemeinsam die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten“ an insgesamt 34 Objekte, die sie als gestalterisch, technisch, ökologisch und sozial richtungsweisend einstufen.

Zu den in der Metropole Ruhr ausgezeichneten Projekten gehören z.B. der Umbau und die Sanierung der Kohlenwäsche auf dem Welterbe Zollverein in Essen, der Neubau des Emil-Schumacher-Museums und die Erweiterung des Karl-Ernst-Osthaus-Museums in Hagen sowie das Haus der Essener Geschichte, Essen.

Die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW“ wird alle fünf Jahre vergeben. Für den aktuellen Wettbewerb waren insgesamt 249 Arbeiten von Bauherren und Architekten vorgeschlagen worden.

Die Begründungen der Jury für die Hagener Beiträge:

Neubau Emil-Schumacher-Museum und Erweiterung Karl-Ernst-Osthaus-Museum

Mit dem Gebäudeensemble ist eine städtebauliche Verdichtung gelungen, die eine wesentliche Aufwertung eines schwierigen innerstädtischen Umfelds darstellt. Der Neubau des Emil-Schumacher-Museums und die Erweiterung des Karl-Ernst-Osthaus-Museums umschließen geschickt das bestehende Museumsgebäude aus den 70er Jahren und bilden mit den umliegenden Bestandsbauten ein Ensemble, das eine einladende, neu entstandene Piazza umgrenzt.

Klare, klassisch gegliederte Glasfassaden bestimmen die äußere Gestalt der neuen Gebäude und kontrastieren wirkungsvoll mit den klassizistischen Altbauten. Ein ähnlich qualitätvoller Umgang mit der Nachbarbebauung auf der Süd- und Westseite würde die städtebauliche Qualität des Ensembles abrunden. Das „Haus im Haus“ – Konzept schafft gute klimatische Bedingungen sowohl in den Ausstellungsräumen als auch in den Aufenthalts- und Verkehrszonen. Die im Gebäudeinneren liegenden stützenfreien Ausstellungsflächen eröffnen größtmöglichen Spielraum für unterschiedlichste Ausstellungskonzepte. Durch die Nutzung regenerativer Energien wird eine autonome Versorgung des Gebäudes ermöglicht.

Die Vorbildqualität des Projekts liegt in der erfolgreichen Stadtreparatur in einem Umfeld mit hohem Entwicklungsbedarf und in der Rolle des Gebäudes zur Integration sperriger Bestandsbauten.

Gemeindezentrum an der Philipp-Nicolai-Kirche

Der Entwurf zu dem als Ersatzneubau errichteten Gemeindezentrum wurde in einem Wettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die Absicht, mit dem Neubau und der alten Philipp-Nicolai-Kirche ein einladendes Ensemble zu bilden, wurde in Struktur und Materialität sowie durch die für moderne kirchliche Gemeindearbeit erforderliche bauliche Offenheit und Transparenz hervorragend gelöst. Die Grundrisszonierung und die innere Erschließung durch das gebäudehohe Foyer sind funktional eindeutig und räumlich überzeugend.

Durch die gestalterische Übernahme der Strebepfeiler korrespondiert das neue Gemeindehaus bewusst mit der vorhandenen Kirche. Folgerichtig werden vier neue Öffnungen des Kirchenschiffes vorgesehen, die eine übergreifende Nutzung des zwischen den Bauwerken entstandenen, zum öffentlichen Raum gewandten Platzes für Gemeindefeste und andere Veranstaltungen ermöglichen. Gleichzeitig entstehen auf diese Weise zusätzliche Nutzungsoptionen für die Kirche.

Die ausgewogene Gliederung des Baukörpers sowie die lebhafte, gleichwohl disziplinierte Gestaltung der Fassaden und Innenwände verleihen dem Bauwerk einen lebendigen und offenen Ausdruck, der für ein vielfältiges Gemeindeleben steht. Der durch bauliche Beliebigkeit seiner Umgebung geprägte Standort an einer städtischen Ausfallstraße hat durch das Gemeindezentrum in beispielhaft gelungener, moderner Architektur eine deutliche Aufwertung erfahren.

Info: Architektenkammer NRW

Eine Antwort to “Hagener Bauten ausgezeichnet”

  1. Vito L'Orso Says:

    Ein Gebäude (über dessen Schönheitswert sich trefflich streiten lässt), dass bereits ein Jahr nach seiner Fertigstellungen durch einen um 625 Prozent überhöhten Energiebedarf, Schimmelpilzbefall und keimverseuchte Wasserleitungen Negativschlagzeilen produziert, gilt plötzlich als „innovativ, vorbildlich und richtungsweisend“. Was soll man dazu noch sagen?

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