Die wahre Geschichte der schwäbischen Hausfrau

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Ein Gastbeitrag von Ruth Sauerwein

In Zeiten leerer öffentlicher Kassen taucht in den Debatten immer wieder die schwäbische Hausfrau auf als Beispiel sparsamer Wirtschaftsführung. Aber: Die Geschichte ist falsch. In Wirklichkeit ist sie eine närrische alte Frau.

Hier die wahre Geschichte:

Die schwäbische Hausfrau hat zwei Söhne. Einer arbeitet fleißig und trägt brav seinen Anteil zum Haushalt bei. Der andere ist ein Zocker und Spieler. Er trägt kaum zu Miete und Mahlzeiten bei, denn er sagt: „Ich brauche Kapital, um beim Zocken mithalten zu können. Aber wenn ich dann das dicke Geld gemacht habe, werden wir alle herrlich und in Freuden leben.“

Die schwäbische Hausfrau glaubte ihm, denn es sah so aus, als würde er guten Gewinn einfahren. Und sie sagte dem einen Sohn: „Bescheide dich noch etwas mehr, was brauchst Du neue Schuhe? Irgendwann bekommen wir alles zurück.“ Der andere Sohn ging in Prada und Armani, und wenn er sich verzockt hatte, rannte er zur Alten und bat sie um einen Rettungsschirm – und bekam ihn. Und als es ihm wieder gut ging, klappte er den Schirm zu – und lebte herrlich und in Freuden und mit dicken Boni weiter. Und die schwäbische Hausfrau machte Schulden und verlangte von dem anderen Sohn, dass er nun aber wirklich den Gürtel enger schnallen müsse!

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wohnen sie in Hagen.

Nachtrag: Durch Senkung bzw. Abschaffung von Steuern für Reiche und Unternehmen ist der private Reichtum in den letzten zehn Jahr enorm gewachsen. Allein das private Geldvermögen liegt bei 4,7 Billionen Euro, die öffentlichen Schulden bei 1,7 Billionen Euro. Die wirklich Reichen müssen wieder stärker zur Kasse gebeten werden. Zum Beispiel würde die Wiedereinführung der Vermögenssteuer in Höhe von 1 % bei einem Freibetrag von 500.000 Euro Mehreinnahmen von 16 Milliarden Euro bringen.

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