Kürzungen: Bibliotheksverband schlägt Alarm

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Das Kürzungspaket des Hagener OBs Dehm peilt eine Schließung der letzten verbliebenen Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg an. Auch anderenorts sind kommunale Bibliotheken ins Fadenkreuz der „Sparer“ geraten. Das veranlaßt den Deutschen Bibliotheksverband zu einer eindringlichen Warnung.

59% aller kommunalen Bibliotheken sind von Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung bereits jetzt oder in den nächsten Monaten betroffen. Dies ergab eine Umfrage, die der Deutsche Bibliotheksverband e.V. von April bis Mai 2010 unter seinen 1.284 hauptamtlich geführten kommunalen Bibliotheken durchgeführt hat. Die hohe Rücklaufquote von 70% zeigt, dass die Befragung den Nerv der Mitglieder getroffen hat.

Die Krise der öffentlichen Haushalte wirkt sich jetzt unmittelbar auf die Angebote der Bibliotheken aus: 38% der kommunalen Bibliotheken haben entweder zeitlich begrenzte oder dauerhafte Kürzungen in ihrem Erwerbungsetat zu verkraften. Es gibt bereits Bibliotheken, die in diesem Jahr ganz ohne Medienetat auskommen müssen. 8% der Bibliotheken müssen Öffnungsstunden kürzen, 23% der Bibliotheken Veranstaltungen und andere Angebote reduzieren, 13% bereits geplante Projekte, wie z.B. Baumaßnahmen streichen. 20 Bibliotheken melden, dass sie bereits ganze Abteilungen oder Zweigstellen schließen mußten oder diese Schließung droht.

Besonders stark von den Kürzungen betroffen sind kommunale Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen mit 46% und Mecklenburg-Vorpommern mit 42%. „Das Zusammentreffen von Etatkürzungen, Reduzierung der Bibliotheksangebote, Verringerung der Öffnungszeiten bei gleichzeitiger Gebührenerhöhung und schleichendem Abbau des Personals wird die Dienstleistungen der Bibliotheken massiv beschneiden,“ erläutert Monika Ziller, Vorsitzende des Bibliotheksverbandes.

Bibliotheken sind mit ihren vielfältigen Angeboten zum lebenslangen Lernen wichtiger Bestandteil der Bildungsinfrastruktur von Städten und Gemeinden. Angesichts der im Koalitionsvertrag postulierten „Bildungsrepublik Deutschland“ fordert der Deutsche Bibliotheksverband alle Kommunalpolitiker auf, sich weiteren Kürzungsvorschlägen der Kommunalverwaltungen im Bibliotheksbereich entschieden zu verweigern.

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