Oege: Verwaltung für Steinbrucherweiterung

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Auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Hohenlimburg am Mittwoch steht u. a. die Erweiterung des Steinbruchs Oege. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sieht die Zustimmung zu diesem Vorhaben vor, obwohl sie selbst die Argumente für eine Ablehnung liefert.

Schon im ersten Satz der Vorlage weist die Verwaltung darauf hin, dass „die geplante Erweiterung des Steinbruchs Oege (…) gravierende Auswirkungen auf Natur und Umwelt sowie auf die Naherholung“ hat. Zu erwartende „Staub-, Lärm- und Erschütterungsemissionen“ können nur „eingehalten werden, sofern bestimmte Maßgaben berücksichtigt werden.“

Weiter heißt es: „Die geplante Steinbrucherweiterung führt sukzessive zu einem Verlust von ca. 4,0 ha Wald (Buchenwald und Buchenmischwald mit Nadelhölzern, Edellaubhölzer, Eichenmischwälder) und 5,6 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche (Grünland-, Ackernutzung, Feldgehölze). Neben den  Auswirkungen auf die Umwelt, speziell Flora und Fauna, sind auch die Beeinträchtigungen für das relativ naturnahe und vielfältig strukturierte Landschaftsbild (Hochplateau) und die Folgen für die Naherholung zu berücksichtigen.“

Und: “Die Folgen für das Landschaftsbild und den Erholung suchenden Menschen wurden allerdings nicht hinreichend berücksichtigt. Selbst unter der Annahme, dass alle Richt- und Grenzwerte durch das Vorhaben eingehalten werden, lässt sich der grundsätzliche Konflikt zwischen Gesteinsgewinnung, Landschaftsschutz und Naherholung nicht auflösen.“

Im Resümee stellt die Verwaltung fest:

Das Vorhaben widerspricht den Darstellungen des rechtsgültigen Flächennutzungsplans

Das Vorhaben widerspricht den Darstellungen und Festsetzungen des Landschaftsplans

Das Vorhaben beeinträchtigt die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert und verunstaltet das Landschaftsbild

Trotzdem befürwortet die Verwaltung die Erweiterung des Steinbruchs, die sich zum großen Teil auf Iserlohner Gebiet erstrecken soll, weil sie im Falle der Ablehnung „möglicherweise“ Entschädigungsansprüche seitens des Steinbruch-Unternehmens befürchtet. 

In Iserlohn sieht man die Angelegenheit anders, wie auch der Verwaltungsvorlage zu entnehmen ist: „Die Stadt Iserlohn hat grundsätzliche Bedenken gegen das Vorhaben geltend gemacht.“

Der Iserlohner Stadtrat Michael Scheffler (SPD) bezeichnete die Tatsache, dass die Stadt Hagen über die Zuständigkeit für dieses Verfahren verfügt, als „grenzwertig”.

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