Archive for August 2010

Musik aus dem Kongo beim Muschelsalat

16. August 2010

Zum Auftakt der Reihe „Odyssee – Kulturen der Welt“ zeigen die Musiker aus dem Kongo, Staff Benda Bilili, beim Muschelsalat am Mittwoch, 18. August, um 20 Uhr an der Konzertmuschel ihr Können.

Die einzigartige Formation von acht Musikern, die unter freiem Himmel in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa leben und sich auf selbstgebauten Rollstühlen fortbewegen, ist seit Jahren für musikalische Highlights gut. Die Songs, einstudiert und aufgenommen unter freiem Himmel, sind geprägt vom kongolesischen Rumba und kreieren in ihrem Klangspektrum von Soul bis Reggae einen sanften, melodischen Sound. Die unglaublichen Live-Sessions begeistern und reißen das Publikum förmlich mit.

Gründer ist der 55-jährige Sänger Ricky Likabu, das jüngste Mitglied ein 18-jähriger Straßenjunge, der mit verblüffendem Talent atemberaubende Soli auf seiner selbst gebauten Laute spielt. Staff Benda Bilili singen vom Alltag in Kinshasa, wo mehr als 40.000 Straßenkinder ihr Leben fristen. Unter ihnen bilden behinderte Menschen neben ehemaligen Kindersoldaten die zweitstärkste Gruppe, die sich gegenseitig in Selbstorganisationen unterstützen. Auf Musikfestivals in Afrika und außerhalb gewann die ungewöhnliche Band viele Fans.

Die Reihe „Odyssee – Kulturen der Welt“ ist ein Kooperationsprojekt des Bahnhofs Langendreer Bochum, des Ringlokschuppen Mühlheim und dem Kulturbüro Hagen, mit Unterstützung von WDR Funkhaus Europa und dem Land NRW. Und auch bei dieser Veranstaltung eröffnet wieder eine Stunde vorher das Buffet mit internationalen Speisen und Getränken.

DGB Hagen: Mindestlohn statt Hungerlohn

15. August 2010

Bundesweit flossen seit Start des Hartz IV-Systems weit über 50 Mrd. Euro aus den Taschen der Steuerzahler in die Finanzierung von Niedriglöhnen. Dabei steigen die Ausgaben jedes Jahr an. 2005 waren es noch 8 Mrd. Euro und Ende 2009 mussten bereits 11 Mrd. eingebracht werden. Der Anteil an den Gesamtkosten ist von 20 Prozent auf fast ein Drittel angestiegen.

Für den Hagener DGB eine ganz schlechte Entwicklung. Kreisvorsitzender Jochen Marquardt: „Rund jeder dritte Euro wird mittlerweile aufgebracht, um niedrige Löhne aufzustocken, weil die Beschäftigten von ihrem Lohn nicht leben können. Diese Subventionierung rücksichtsloser Unternehmen ist ein unhaltbarer Zustand und unterstreicht die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung.“

Während die Bundesregierung einen gesetzlichen Mindestlohn ablehnt, wird dieser nach aktuellen Umfragen von mehr als 3/4 der Menschen in Deutschland befürwortet. Ein weiteres Aufgabenfeld in dem Gewerkschaften und DGB nicht nachlassen werden, ihre Forderungen zu formulieren. Marquardt: „Im Herbst des Jahres werden wir unsere Vorstellungen von fairer Arbeit und fairem Lohn verstärkt einfordern.“

Haßley-Pläne wieder in Frage gestellt

14. August 2010

Das Grundstück für die neue Konzern-Zentrale auf der Haßleyer Insel hat Energieversorger Enervie zwar im Juni erworben. Doch dass dort tatsächlich eine moderne Hauptverwaltung mit Betriebshof entstehen wird, erscheint nicht mehr sicher.

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Schon im Februar hatte sich der Landschaftsbeirat kritisch zu diesen Plänen geäußert:

Es sprechen insbesondere im Fall der Haßleyer Insel nicht nur Belange des Landschaftsschutzes gegen eine Bebauung. Auch ökonomischen Kriterien hält die Planung der Verwaltung aus Sicht des Landschaftsbeirates nicht Stand.

Mindestens würde man nun erwarten, dass selbst nach der Logik der Fürsprecher dieser Planungen, die Stadt diese wenigen zur Verfügung stehenden potenziellen Gewerbeflächen nutzt, um die prekäre Haushaltssituation abzumildern und die wirtschaftliche Situation der Stadt zu verbessern. Selbstverständliche wirtschaftliche Ziele wären: Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Doch mitnichten – stattdessen wird dieses Filetstück nicht einem Investor, sondern dem heimischen Energieversorger zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis ist weder ein Mehr an Arbeitsplätzen noch an Steuerennahmen. Stattdessen werden 52 000 Quadratmeter Natur unwiederbringlich zerstört. Die Folge ist ein vermarktbares Gewerbegebiet weniger und acht Flächen der ehemaligen Enervie-Nutzung mehr, die zunächst erst wieder einer Nutzung zugeführt werden müssen.

„Allein wären wir nie soweit gekommen“

13. August 2010

Viele zusammen sind stärker als einer allein. Diese Lebenserfahrung bestätigen in der immer dramatischer werdenden kommunalen Finanznot Oberbürgermeister Jörg Dehm und Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann für Hagen. Seit letztem Jahr ringen sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom nordrhein-westfälischen Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte“ mit Land und Bund um eine Neuordnung der Kommunalfinanzen.

Dabei geht es nicht nur um einen Entschuldungsfonds als aktuelle Hilfe zur Selbsthilfe, sondern vorrangig um die Lösung struktureller Finanzprobleme – vor allem verursacht durch Jahrzehnte lang den Kommunen durch Gesetze von Land und Bund zusätzlich übertragene Aufgaben.

Zeigten Land und Bund den Forderungen des Aktionsbündnisses anfangs weitgehend die kalte Schulter, so hat sich das längst geändert. Kurz vor der jüngsten Landtagswahl sagte der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Dr. Helmut Linssen für das Land doch Unterstützung in dreistelliger Millionenhöhe zu. Und zwar ausdrücklich mit dem respektvoll-sportlichen Zusatz, dieses Einlenken dürften die parteiübergreifend zusammenstehenden Städte und Kreise als „ihren Erfolg“ verbuchen.

Dazu die Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld als Sprecherin des Aktionsbündnisses: „Wir repräsentieren mit 7,2 Millionen Einwohnern bereits 40,7 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung. Das ist fast schon ein kommunalpolitischer Flächenbrand. Das kann keine Regierung in Bund und Land ignorieren.“

Startete das Aktionsbündnis zunächst mit 18 Kommunen aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land, die das Memorandum „Wege aus der Schuldenfalle“ vorlegten, so werden seine Forderungen inzwischen von zwanzig Städten und sieben Kreisen unterstützt. Jüngste Mitgliedsstadt ist per Ratsbeschluss Mönchengladbach. Außerdem stimmt das Aktionsbündnis seine Aktivitäten eng mit den Kommunalen Spitzenverbänden ab. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beweist damit die Kommunale Familie in ihrer Not Kampagnefähigkeit.

Das Aktionsbündnis ist allerdings noch längst nicht am Ziel. Das bisherige Zusammenstehen von Oberbürgermeistern, Landräten und Kämmerern mit unterschiedlichem Parteibuch macht aber Hoffnung. „Allein hätte Hagen das nie gepackt“, sind sich OB Jörg Dehm und Kämmerer Christoph Gerbersmann einig.

Anmerkung: Das sind ganz neue Töne von OB Jörg Dehm. Hat ein Sinneswandel stattgefunden? Sollte er noch im Urlaub sein und die Pressestelle hat diese Pressemitteilung eigenmächtig verfasst? Oder handelt es sich um eine Art Vorwärtsverteidigung im Vorfeld der im September zu erwartenden Streichkataloge?

Fragen über Fragen. Klar ist nur: diesen Text findet man als PM auch bei anderen Kommunen – die Bürgermeister und Kämmerer tragen dort natürlich auch andere Namen. Beispiele: Stadt Mülheim und der Ennepe-Ruhr-Kreis.

DGB Hagen fordert klares Nein zur Rente mit 67

13. August 2010

Obwohl die vorliegenden Daten für den DGB eindeutig darauf hinweisen, dass eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit völlig an den Realitäten des Arbeitsmarktes vorbei gehen, versuchen die Regierungsparteien in einer interessanten Allianz mit so genannten Experten und Versicherungskonzernen eine Politik durchzuziehen, die in erster Linie zu Rentenkürzungen führt und keinen Beitrag zur Lösung der demografischen Probleme leistet.

Während in den Oppositionsparteien vernünftige Zeichen zu einer Abkehr dieser Politik immer lauter werden, bleiben CDU und F.D.P. bei ihrer Politik und gesellen sich eher in die Richtung einer weiteren Verlängerung, wie sie beispielsweise vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) diskutiert werden. Deren Chef Michael Hüther geht perspektivisch von einem Rentenalter ab 70 Jahre aus.

Der DGB in Hagen verweist darauf, dass gerade einmal 21,5% aller 60 – 64jährigen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen und selbst wenn man die, von Ministerin von der Leyen mitgezählten, Minijobber, Aushilfen und Selbstständigen einbezieht, steigt der Beschäftigungsanteil dieser Gruppe auf bescheidene 40 Prozent.

Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt muss es jetzt um klare Entscheidungen geben. „Wir freuen uns, dass auch in der SPD ernsthaft über eine Kurzkorrektur diskutiert wird und fordern klare Positionen und keine Scheinlösungen.“ Um diese durchzusetzen, wollen die Hagener Gewerkschaften in den nächsten Wochen ihre Mitglieder informieren und gemeinsam Druck aufbauen. Marquardt: „Auch im Hagener Arbeitsmarkt sind die Chancen der älteren Beschäftigten wieder gute Arbeitsplätze zu bekommen sehr gering. Fast ein Viertel aller Arbeitslosen in unserer Stadt sind zwischen 50 und 65 Jahren. Die Rente mit 67 Jahren muss ohne wenn und aber vom Tisch.“

Musikschulen fordern Sicherung der finanziellen Handlungsgrundlagen der Kommunen

13. August 2010

Angesichts der existenziellen Bedrohung der Handlungsfähigkeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen durch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise fordert der Verband deutscher Musikschulen (VdM) in seiner kommunalpolitischen Erklärung die Sicherung der finanziellen Handlungsgrundlagen der Kommunen.

Dies sei Voraussetzung dafür, dass in den Kommunen Bildungschancen wahrgenommen werden können und Integration gelinge. Andernfalls bewirken unterlassene Hilfeleistungen von Bund und Ländern ein Wegbrechen kommunaler Infrastruktur im Bildungs- und Kulturbereich. Dies gefährde auch kommunale Bildungsinstitutionen wie die öffentlichen Musikschulen, die an bundesweit 4.000 Standorten über eine Million Kinder und Jugendliche unterrichten und eine entscheidende Rolle für das Gelingen Kommunaler Bildungslandschaften spielen.

Der VdM fordert daher Bund und Länder auf, die Chancen für die Persönlichkeitsentwicklung derjenigen, die in Zukunft unsere Gesellschaft tragen und gestalten müssen, nicht durch eine unzureichende Finanzierung der Kommunen zu verhindern. Werde nicht entschieden beigesteuert, drohe die unzumutbare Leistungsreduzierung des musikalischen Bildungsangebotes bis hin zur Schließung von Einrichtungen.

Winfried Richter, Vorsitzender des VdM: „Öffentliche Musikschulen sind Orte breiter gesellschaftlicher Zugänge, durch Programm wie ‚Jedem Kind ein Instrument’ noch mehr als früher Orte gemeinschaftlicher kultureller Bildung. Musikalische Bildung überwindet Schranken und Grenzen. Bund und Länder tragen die Verantwortung, dass den Kommunen ausreichend finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen, damit sie Kindern und Jugendlichen auch in Zukunft diese Zugänge eröffnen können.“

Info: Kommunalpolitische Erklärung

„Wie ein Tritt in die Kniekehle“

12. August 2010

Aktionsbündnis protestiert gegen Kürzung der Städtebauförderung

„Wenn der Bund jetzt auch noch die Mittel für Städtebauförderung drastisch kürzt, ist das für viele strukturschwache Städte wie ein Tritt in die Kniekehle.“ Mit diesen Worten appelliert Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld als Sprecherin des NRW-Aktionsbündnisses „Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte“ (Mitglied ist auch – wenigstens pro forma – die Stadt Hagen) an den Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Peter Ramsauer. „Es wäre für uns alle fatal, die im Entwurf für ein Sparpaket der Bundesregierung diskutierte Halbierung der Bundesmittel für kommunale Zukunftsprojekte weiter zu verfolgen.“

Dagmar Mühlenfeld ringt mit ihren Kolleginnen und Kollegen Oberbürgermeistern, Landräten und Kämmerern seit über einem Jahr um Landes- und Bundeshilfe für hoch verschuldete Kommunen. Ihre Notlage geht im wesentlichen auf Bundes- und Landesgesetze zurück. Das Hauptübel liegt nachweislich darin, dass den Städten, Kreisen und Gemeinden Jahrzehnte lang ohne ausreichende Gegenfinanzierung immer neue Aufgaben aufgebürdet wurden. „Nachdem die neue NRW-Landesregierung den Not leidenden Kommunen aktuell konkrete Hilfe in Aussicht gestellt hat, ist die nunmehr in Berlin beabsichtigte Kürzung der Städtebauförderungsmittel das absolut falsche politische Signal“, stellt Mühlenfeld fest.

Ebenso wie die Kommunalen Spitzenverbände befürchten die Verantwortlichen der verschuldeten NRW-Städte, dass die Bundesländer – also auch Nordrhein-Westfalen – im Sog derartig falscher Bundessignale weitere Landeskürzungen bei Städtebauförderungsmitteln treffen müssten. Dann ginge die Gesamtfinanzierung von Zukunftsprojekten nicht mehr auf. Dies werde dann insbesondere auch den Mittelstand und das lokale Handwerk empfindlich treffen.

Riskanter Markt für Leiharbeitskräfte

11. August 2010

In Hagen haben die Verleiher im vergangenen Jahr massiv Arbeitsplätze abgebaut. 1.086 Leiharbeitsverhältnisse bzw. 39 Prozent der Arbeitsplätze gingen in der Branche in nur 12 Monaten verloren. In der Wirtschaft der Stadt insgesamt gingen nach Berechnungen des DGB hingegen lediglich 3,7 Prozent der sozialversicherten Jobs durch die Wirtschaftskrise verloren.

Das tatsächliche Entlassungsrisiko der Leiharbeitskräfte sei – so DGB Kreisvorsitzender Jochen Marquardt – sogar noch weit größer. Großteils seien die Arbeitsverhältnisse nur auf einige Monate befristet, so dass oftmals instabile Erwerbsbiografien mit wiederkehrenden Phasen der Arbeitslosigkeit drohen. Nach DGB-Berechnungen mussten sich in 2009 insgesamt sogar 1.381 Leiharbeitskräfte arbeitslos melden. Innerhalb eines Jahres seien damit die Leiharbeitskräfte an rd. 80 Prozent der Arbeitsplätze ausgetauscht worden.

Heuern und Feuern sei bei den Verleihern leider immer noch an der Tagesordnung und das Risiko der Arbeitslosigkeit in keiner anderen Branche größer. „Wer vor der Leiharbeit arbeitslos war, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach der Leiharbeit und nicht selten auf Hartz IV angewiesen“, erklärte Marquardt.

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WAZ kauft Kritiker ein

11. August 2010

Dirk Graalmann übernimmt zum 1. Oktober 2010 die Leitung des Sport-Ressorts am Content Desk der WAZ Mediengruppe. Graalmann berichtete zuletzt für die Süddeutsche Zeitung aus NRW und hatte den Personalabbau und die Redaktionschließungen der Zeitungstitel der WAZ-Mediengruppe durchaus kritisch in diversen Artikeln für die SZ begleitet.

Quelle: Medienmoral NRW

RE16/RB40: Fahrplanänderung

11. August 2010

13.08.2010 (ab 23:00 Uhr) – 21.08.2010 (bis 04:00 Uhr)

Aufgrund von Weichenarbeiten in Witten ergeben sich Fahrplanänderungen für die Linie RE 16 und RB 40 in der Zeit vom Freitag, den 13.08.2010 ab 23:00 Uhr bis zum Samstag, den 21.08.2010 bis 04:00 Uhr.

RE 16 Ruhr-Sieg-Express

Die Züge der Linie RE 16 werden zwischen Bochum Hbf und Hagen-Vorhalle umgeleitet und halten nicht in Witten Hbf und Wetter (Ruhr).

Ersatzweise hält der RE 16 in Hagen-Vorhalle. Zwischen Hagen-Vorhalle, Wetter (Ruhr) und Witten Hbf wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) mit Anschluss zu den Zügen eingerichtet. Bitte beachten Sie die abweichenden Fahrzeiten zwischen Hagen und Essen.

RB 40 Ruhr-Lenne-Bahn

Die Züge der Linie RB 40 verkehren zwischen Essen Hbf und Witten Hbf nach dem normalen Fahrplan. Zwischen Witten Hbf und Hagen Hbf fallen die Züge aus. Zusätzlich verkehrt ein stündlicher Zug zwischen Bochum Hbf und Witten Hbf.

Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) zwischen Witten Hbf , Wetter (Ruhr) und Hagen-Vorhalle eingerichtet. In Witten Hbf besteht Anschluss zu den Bussen Richtung Hagen-Vorhalle über Wetter (Ruhr). Zwischen Hagen-Vorhalle und Hagen Hbf können die Linien RE 16 und S5 genutzt werden.

Info und Ersatzfahrplan: Abellio Rail NRW

„Der Bürger erlebt den Staat nicht im Fernsehen, er erlebt ihn in seiner Stadt“

10. August 2010

Im „Interview der Woche“ mit dem Sender SWR2 äußert sich Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, zur finanziellen Situation der Kommunen und der Gefahr einer daraus resultierenden Politikverdrossenheit. Städte und Gemeinden seien der Ort, an dem Bürgerinnen und Bürger ihren Staat unmittelbar erleben und wo die Folgen der Finanznot für sie sichtbar würden. Dies könne dazu führen, dass die Menschen sich nicht mehr engagieren, da nichts mehr zu gestalten sei.

Als mögliche Auswege aus der prekären finanziellen Situation sieht Landsberg eine Stärkung der Gewerbesteuer durch Einbeziehung der freien Berufe und eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit, um Effizienzpotentiale zu nutzen. Außerdem müssten gesamtgesellschaftliche Aufgaben, wie etwa der Ausbau der Kinderbetreuung, auch gesamtgesellschaftlich gelöst und entsprechend finanziert werden. Kommunen würden unter den immer höheren Sozialausgaben leiden, so Landsberg.

Das komplette Interview zum Nachhören (mp3) oder Nachlesen (pdf).

DGB Hagen: Rente mit 67 muss vom Tisch

10. August 2010

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßt die Ankündigung von SPD-Chef Gabriel sich von der Rente mit 67 Jahren zu verabschieden. „Diese Position verfolgen wir als Gewerkschaften von Beginn an und deshalb freuen wir uns über die aktuellen Aussagen von Sigmar Gabriel“, so der DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt.

„Wenn gerade einmal 24% der Männer und weniger als 15 % der Frauen mit über 60 Jahren einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, ist es mehr als offensichtlich, dass hier keine sinnvolle Beschäftigungspolitik, sondern ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm zugrunde liegt.“

Für die Hagener Gewerkschaften wird die Frage „Rente mit 67 Jahren“ im Herbst ein zentrales Thema sein. Die angekündigten Überprüfungen müssen für den DGB zu einer Rücknahme der Beschlüsse führen.

Hagener arbeiten im Schnitt fast 41 Stunden

10. August 2010

Durchschnittlich 41,8 Arbeitsstunden pro Woche haben die Beschäftigten in NRW nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr gearbeitet – 2,8 Stunden mehr als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Landesamt in Düsseldorf auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Statistiker hatten in jedem 100. Haushalt nach der realen Arbeitszeit gefragt. Das berichtet die Kölnische Rundschau.

Am längsten gearbeitet wird dem Bericht zufolge in Bonn (43 Stunden), gefolgt vom Rheinisch-Bergischen Kreis, Düsseldorf und Köln. Die kürzesten Arbeitszeiten wurden in Hagen (40,9), Duisburg und dem Kreis Minden-Lübbecke gemessen.

Da nach der „realen Arbeitszeit“ gefragt wurde, dürften in die Zahlen auch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und prekäre Arbeitsverhältnisse eingeflossen sein. Das bedeutet im Umkehrschluß, daß bei Vollzeitarbeitsverhältnissen reichlich Überstunden im Spiele sind.

N.N. Theater beim Muschelsalat

9. August 2010

Auch in diesem Jahr zeigt das Muschelsalat-Sommerprogramm das N.N. Theater Neue Volksbühne Köln, und zwar am Mittwoch, 11. August, um 20 Uhr im Ennepepark Haspe. Mit viel Witz, einer Vielzahl von Kostümen und Bühnenbildern und einer gehörigen Portion Improvisationstalent bringt die erfolgreiche Theatergruppe ein repräsentatives Werk der deutschen Romantik auf die Bühne: Die Novelle »Aus dem Leben eines Taugenichts« von Joseph von Eichendorff.

Das N.N. Theater verwandelt den Taugenichts in ein Stück Musiktheater und spürt die in Vergessenheit geratene Leichtigkeit der deutschen Seele auf. Der Taugenichts als Held ist ein Schlag ins Gesicht einer Gesellschaft, in der Biederkeit in allen Lebensbereichen die höchste Maxime darstellt. Faszinierend, mit welcher Sicherheit sich der Taugenichts in der Welt zu Recht findet. Sein Geborgensein in dieser Welt, seine Heiterkeit, der Zauber seines Wandelns, seine Musik, seine Lieder – braucht unsere Welt mit ihren aktuellen Problemen vielleicht einen neuen Taugenichts?

Die Kölner Theaterleute unter der Regie von George Isherwood wandeln gekonnt zwischen Witz und Ernst, wobei sie die Themen des Taugenichts nie aus den Augen verlieren. Beim Hagener Muschelsalat waren sie bereits mehrfach zu Gast und überraschten immer wieder mit ihren einfallsreichen Inszenierungen und ihrem Spiel ganz nah am Publikum, stets in ihrer gewohnten humorigen und lustigen Art.

Nach 140 Jahren Aus für den Standort Hagen

9. August 2010

Der Weggang der Firma Putsch rückt näher. Nach Auskunft von Carl Christian Radinger, geschäftsführender Gesellschafter des renommierten Unternehmens, werde der Umzug von Hagen nach Wuppertal innerhalb der nächsten 20 Monate stattfinden.

„Die Neubauplanung ist weitgehend abgeschlossen und befindet sich aktuell in der Optimierungsphase bezüglich der Kosten- und Detailplanung.“Die Putsch-Gruppe, die weltweit zu den führenden Herstellern von Maschinen für die Zucker-, Gemüse- und Glasindustrie gehört, hatte im November 2006 bekannt gegeben, Hagen im Rahmen von Expansionsüberlegungen verlassen zu wollen. „Wegen der internationalen Ausrichtung unseres Unternehmens sprach nicht zuletzt die gute Infrastruktur für Wuppertal“, sagte Radinger. Eine Rolle spielte seinerzeit, dass der Wuppertal Containerbahnhof seine Kapazitäten verstärkt, während sein Pendant in Eckesey geschlossen wurde.

Quelle: DerWesten

Hagener Botschaft an Obama: Hiroshima mahnt – Atomwaffen weltweit abschaffen!

9. August 2010

Der kleine Hafiz malt ein grünes Auto, denn er kann noch nicht schreiben. Seine Unterschrift wird zusammen mit über hundert anderen Präsident Barrack Obama erreichen und ihn dazu auffordern, sein Versprechen einzuhalten: Die weltweite atomare Abrüstung. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN hatte am 6. August zu der Aktion aufgerufen: „Hiroshima mahnt – 65 Jahre Atomwaffen – Stop it !  Mr. Obama“.

Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des Vereins, eröffnete die Aktion am mit Blumen geschmückten Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße mit einer kurzen Ansprache. Er erinnerte an die Schrecken der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – ein Schrecken, der bis heute währt. Im letzten Jahr starben über 5.000 Menschen in Hiroshima an den Spätfolgen. „Null ist die einzige Option, um die Welt vor Atomwaffen zu retten“, betonte er. Die Langzeitfolgen der nuklearen Strahlung zeigten aber auch, dass die Atomenergie insgesamt eine Technologie sei, die unkalkulierbare Risiken in sich trage. Eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken sei unverantwortlich. „Radioaktivität ist lebenszerstörend über Generationsgrenzen hinweg.“

Am Friedenszeichen bildeten sich zahlreiche Diskussionsrunden. Nachdenkliche Blicke auf die Informationstafeln. Zum Beispiel: Was passiert, wenn über Hagen eine Atombombe explodiert? Fragen: Lohnt es sich, an Obama zu appellieren? Überraschung: Ich wusste gar nicht, dass so viele Staaten Atomwaffen haben. Erkenntnis: Solange es diese Waffen gibt, besteht die Gefahr, dass sie eingesetzt werden. Eine Passantin berichtet über ihren Besuch in Hiroshima, ihr Entsetzen beim Besuch des Museums dort: „Eine Stadt von 200.000 Einwohnern – in wenigen Sekunden total zerstört!“

Die Tapetenrolle mit den Unterschriften und einige Fotos von der Aktion werden jetzt ihren Weg nach Barrack Obama nehmen. Sie sind Teil einer weltweiten Aktion zur Abschaffung aller Atomwaffen bis 2020.

„Wir werden genau hinsehen“

8. August 2010

Die politische Sommerpause ist in vollem Gange. Doch Zeit zum Rasten gibt es in Hagen nicht wirklich, denn Mitte September soll das umfassende Sparpaket in den Rat eingebracht werden. Die WR befragte den Fraktionsvorsitzenden Mark Krippner (SPD).

Quelle: DerWesten

Druckmethoden

7. August 2010

Die Buchhandelskette Thalia bedrängte mit rüden Mitteln einen kleinen Familienbetrieb in Österreich. Ein Lehrstück über eine hartumkämpfte Branche. (…)

Thalia gehört zu 75 Prozent zur Douglas Holding, die auch die Douglas-Parfümerien und die Juwelierkette Christ betreibt, und wird wegen bisweilen ruppiger Geschäftsmethoden gefürchtet. Methoden, wie sie bei einigen Supermarktketten üblich sein mögen, in der noch immer von Schöngeistern geprägten Buchbranche jedoch für Verstörung sorgen.

So schickte Thalia im Herbst 2005 einen Brief an viele Verlage mit der Aufforderung, sich an den Modernisierungskosten für Thalia-Buchhandlungen finanziell zu beteiligen. Sogar eine „Neueröffnungs-Prämie für neue Filialen“ sollten die Verlage zahlen – „unglücklich formuliert“, „mittlerweile gegessen“, wie Thalia später beteuerte. Verlage stöhnen jedoch auch über hohe Rabattforderungen, die meisten geben nach. Kaum ein Verlag kann es sich leisten, dass seine Bücher nicht in den Thalia-Geschäften erhältlich sind.

Quelle: SPIEGEL

„Wir haben diese Thematik so nicht“

7. August 2010

Die Thematik ist sensibel. Dennoch wagte sich die SPD an die Frage „Sind muslimische Jugendliche gewaltbereiter?“. Auf wie dünnes Eis sich die Veranstalter begeben hatten, zeigte gleich die Begrüßung durch Juso-Sprecher Martin Schottek. „Gerade islamische Kids gelten als gewaltbereiter und welcher Stadtteil bietet sich für diese Veranstaltung mehr an als Eckesey?“, stellte der Jungpolitiker in den Raum. Was provokant sein sollte, sorgte allerdings eher für Kopfschütteln. Erst bei den örtlichen Sozialarbeitern, dann bei den eingeladenen Polizeibeamten.

„Wir hätten die Frage so nicht gestellt, weil wir diese Thematik nicht haben“, stellte der Kontaktbeamte Uwe Böhm gleich zu Beginn des Abends klar.

Quelle: DerWesten

Weniger Einwohner – mehr Wohnungen

6. August 2010

Hagen liegt mit jeweils rund 55 Wohnungen je 100 Einwohnern an der Spitze der Wohnraumversorgung im Ruhrgebiet. Kein Wunder, ist Hagen doch die Stadt mit dem stärksten Bevölkerungsrückgang in diesem Bereich.

Insgesamt standen im Ruhrgebiet im Jahr 2009 50,7 Wohnungen pro 100 Personen zur Verfügung. Im übrigen NRW lag die Versorgung mit mit 46,5 Prozent deutlich niedriger. Das belegen Zahlen, die der Regionalverband Ruhr (RVR) in seinen aktuellen Statistik-News veröffentlicht.

Info: www.statistik.metropoleruhr.de

„Kein Tafelsilber, sondern Essbesteck“

5. August 2010

Wegen der desolaten Haushaltslage vieler Länder und Kommunen rechnet das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) mit mehr Privatisierungen. „Die finanzielle Lage ist geradezu verzweifelt“, sagte IMK-Direktor Gustav Horn am Dienstag. „Da wird Vermögen abgestoßen und privatisiert werden.“

Im kommunalen Bereich rechnet der Deutsche Städte- und Gemeindebund nicht mit einer Verkaufswelle staatlicher Vermögenswerte. „Ein Großteil der 12.500 Kommunen hat nichts mehr zu privatisieren“, sagte das geschäftsführende Präsidialmitglied Gerd Landsberg. „Ich sehe keine Tendenz zu Privatisierungen in größerem Umfang – was nicht heißt, dass es dies im Einzelfall nicht geben wird.“ Mit der Finanzkrise sei zudem das Misstrauen in der Bevölkerung gegen Privatisierungen gestiegen. „Die Leute wollen nicht weniger kommunale Daseinsvorsorge, sondern mehr.“

Landsberg sieht in Privatisierungen oder dem Verkauf von Beteiligungen kein Mittel gegen die Finanznöte. „Das ist kein Tafelsilber, sondern Essbesteck“, sagte Landsberg. „Das brauchen wir, um Ansiedlungs- und Arbeitsmarkpolitik zu machen.“ So sei die Ausbildungsquote in kommunalen Betrieben höher als in der Privatwirtschaft.

IMK-Experte Horn sieht das ähnlich: „Die Erlöse haben nur einen Einmaleffekt. Das lässt sich nicht wiederholen: Was weg ist, ist weg.“ Zwar könne mit den Einnahmen die Schuldenlast und damit Zinszahlungen verringert werden. Dem stünden jedoch fehlende Gewinnausschüttungen der Unternehmen gegenüber. Um die Finanzlage der Kommunen zu verbessern, schlägt Horn vor, die Gewerbesteuer leicht anzuheben. Außerdem sollten künftig auch Freiberufler Gewerbesteuer zahlen.

Prinzessin von Hohenzollern verkauft Palais

4. August 2010

Der Traum von der Prinzessin, die dem Palais Lichtenau wieder Glanz einhaucht, ist ausgeträumt: Viola von Hohenzollern möchte das repräsentative Gebäude an der Behlertstraße 31 verkaufen und „nimmt Angebote gern entgegen“, wie ein Pressesprecher der MAZ mitteilte.

Als jüngste in einer langen Reihe potenzieller Investoren hatte die geschäftsführende Gesellschafterin der „Theis Kaltwalzwerke“ in Hagen den „edelsten Ladenhüter unter Potsdams Denkmalen“ 2007 erworben – mit dem Ziel, das 1796 von Michael Philipp Boumann errichtete Palais zum Gäste- und Schulungshaus ihres Unternehmens auszubauen. Dem machte offenbar auch die Finanzkrise einen Strich durch die Rechnung. 2009 ging die Firma Theis in die Insolvenz, sie wird seither von einem Insolvenzverwalter gelenkt. (…)

Friedrich Wilhelm II. ließ das Gebäude mit Sichtverbindung zum Marmorpalais für seine Mätresse Wilhelmine Enke errichten. Sie selbst wohnte aber nur sehr kurze Zeit darin, weil Friedrich Wilhelm II. zwei Monate nach der Einweihung starb und sein Nachfolger die inzwischen zur Gräfin geadelte Mätresse einsperren ließ.

Quelle: Märkische Allgemeine

Brüderles Reise durchs Sommerloch

4. August 2010

Der örtliche DGB schließt sich der breiten Ablehnung des Begrüßungsgeldes und der so genannten Zuwandererinitiative für Fachkräfte an. Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt ist die Idee des Bundeswirtschaftsministers eine weitere Episode, die sich hoffentlich im diesjährigen Sommertheater erledigen wird.

„Anstatt eine dringend erforderlich Offensive zur Qualifizierung auf den Weg zu bringen, tritt Rainer Brüderle von einem Fettnapf in den anderen.“

Der Vorstoß des Wirtschaftsministers wird von den Gewerkschaften zurück gewiesen. Wichtig sei es vielmehr sowohl die Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote für Erwerbslose auszubauen als auch die Kinderbetreuungsangebote für Alleinerziehende zu verbessern. Ebenso sind die im Ausland erworbenen Abschlüsse von Migranten anzuerkennen.

Außerdem ist jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz zu garantieren.

„In Hagen suchen nach wie vor mehr als doppelt so viele Jugendliche einen Ausbildungsplatz wie in Wirtschaft und Verwaltungen angeboten werden. Hier liegen die Potentiale die der Wirtschaftsminister heben könnte,“ so Marquardt.

Eine große Zahl von jungen Menschen bangt um ihre Übernahme nach der Lehre.

In Hagen gelte es ferner die Initiativen der Fernuniversität zu unterstützen, qualifizierten Facharbeitern einen besseren Zugang zu Hochschulangeboten zu schaffen und eine umfassende Weiterbildungsinitiative zu organisieren.

Der DGB in Hagen sieht hier dringenden Handlungsbedarf und große Chancen.

„Drama der Wahrscheinlichkeiten“

4. August 2010

Pavel Feinstein
Osthaus-Museum

„Drama der Wahrscheinlichkeiten“
10. August bis 19. September 2010
Eröffung am 8. August um 16 Uhr
 

Traditionelle Kunstgattungen
Der 1960 in Moskau geborene Künstler schafft figurative Ölgemälde, die in der Tradition altmeisterlicher Kunst und ihrer Bildgattungen stehen. Zu sehen sind Aktdarstellungen, Porträts, Stillleben und an biblische Historien erinnernde Szenen. Seine Werke nehmen innerhalb zeitgenössischer Strömungen eine Ausnahmestellung ein, da er eine an der Tradition geschulte Malerei mit hintergründigem Humor verbindet.

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DGB: Brüderle lebt in einem anderen Land

3. August 2010

Die Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Brüderle (F.D.P.) rufen beim Hagener DGB Kopfschütteln hervor. Brüderle stellte angesichts der offiziellen Arbeitsmarktentwicklungen die Möglichkeit der Vollbeschäftigung in Aussicht.

Für die Hagener Gewerkschaften eine Mischung aus konsequenter Ignoranz der Realitäten und Missachtung der Interessen von Beschäftigten und Erwerbslosen. Seine Einschätzung leitet der DGB unter anderem aus einer aktuellen Erhebung des Bundesamtes für Statistik ab. Danach fehlen nicht nur nach der offiziellen Lesart der vorhandenen Arbeitsmarktdaten etwa 4,5 Millionen Stellen. Rund 9 Millionen Menschen in Deutschland wünschen sich (mehr) Arbeit.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim ungenutzten Arbeitskräftepotenzial damit mit 20,1% an 8.Stelle der 27 EU-Länder. Unter anderen alle skandinavischen Länder sowie die Niederlande, Belgien und Portugal schneiden nach den vorliegenden Berechnungen besser ab.

Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass der Wunsch der Befragten eng damit zusammen hängt zusätzliches Einkommen zu erzielen.

„Wer vor diesem Hintergrund von Vollbeschäftigung redet, lebt auf einem anderen Stern“, so der DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt, „und dazu kommt noch die sich ständige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Ein wachsender Niedriglohnsektor, mehr als die Hälfte aller neuen Stellen nur noch befristet und seit Jahren zurück gehende Reallöhne bilden eine Entwicklung ab, die dringend gestoppt und umgekehrt werden muss.“

Die Hagener Gewerkschaften werden in den nächsten Wochen aktiv in Diskussionen um die Vorbereitungen auf einen aktiven Herbst 2010 einsteigen.

Azubis ziehen gegen Stadt vor Gericht

3. August 2010

Sie haben es schwarz auf weiß: „Ausbildungskräfte mit den Prüfungsnoten ,sehr gut’, ,gut’ und ,befriedigend’ werden in ein volles unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen.“Das soll nicht mehr gelten. Jetzt wollen städtische Azubis klagen.

Quelle: DerWesten

Hasper Zukunft: „Partizipativ erdacht“

2. August 2010

Der britische Schriftsteller George Orwell schrieb in seinem Ende der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erschienenen Roman „1984“: „Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“

An dieser Methode hat sich in bestimmten Kreisen bis heute nichts geändert. So werden von den Apparaten und ihren medialen Sprachrohren ständig Worthülsen verbreitet, die beschönigen oder Sachverhalte ins Gegenteil verkehren. In Hagen sind beispielsweise die –  anderenorts schon abgelegten – Begriffe „Leuchtturmprojekt“ oder „Alleinstellungsmerkmal“ noch sehr beliebt. Die gemeinsame Arbeitsgruppe von Stadtspitze und Bezirksregierung Arnsberg, die die Aufgabe hat, Hagen finanziell auszutrocknen, nennt sich euphemistisch „Zukunftskommission“.

„Zukunft“ klingt immer irgendwie gut, und deshalb hat kürzlich auch die Bezirksvertretung Haspe die Durchführung einer „Zukunftskonferenz“ beschlossen. Diese Zusammenkunft mit ca. 50-100 Vertretern von Parteien, Verbänden und Initiativen (man beachte die Reihenfolge) soll sich Gedanken machen, welchen Weg die Stadtbezirk zukünftig einschlagen soll.

Kriterien für die Auswahl der zu ladenden Teilnehmer nennt das Konzept nicht. Zu entscheiden hat die Konferenz auch nichts. Das wird blumig folgendermaßen beschrieben: „Konsensfähig“ bedeutet hier nicht etwa „demokratisch entschieden“, sondern eher „partizipativ erdacht“.

Mit der Organisation und Durchführung der Konferenz wird laut BV-Beschluß ein Unternehmen aus dem hessischen Friedberg beauftragt. Kosten: 12.000 Euro, das sind immerhin 40% der insgesamt zur Verfügung stehenden frei zu vergebenen Mittel der BV für ein Jahr!

Schon die Beschlussvorlage kann dünner nicht sein:

Herr Haase von der Firma Syncom hat den Fraktionsvorsitzenden und Einzelmitgliedern am 12.04.2010 im Markanaheim seine Vorstellungen zur Durchführung einer Zukunftskonferenz in Haspe vorgestellt. Die Beteiligten waren sich einig, dass die Firma Syncom mit der Durchführung dieser Zukunftskonferenz beauftragt werden soll.

Die Bezirksvertretung Haspe beauftragt die Firma Syncom mit der Durchführung einer Zukunftskonferenz für Haspe. Die Vertragsdetails werden in der Nichtöffentlichen Sitzung geregelt.

Die Wählergemeinschaft HAGEN AKTIV bewertet dieses Vorgehen als bedenklich. „Grundsätzlich befürworten wir jede Entwicklung zu mehr Bürgerbeteiligung“, so der Hasper Abteilungschef von HAGEN AKTIV, Jochen Losch. „Im Bereich einer Bezirksvertretung halte ich das jedoch für Aktionismus, der allenfalls ein im Anschluß nie mehr gelesenes Manuskript zu Wege bringt“, so Losch weiter.

Diese Kritik überrascht doch ein wenig. Jochen Losch ist immerhin Mitglied der Bezirksvertretung Haspe. Im (veröffentlichten) Sitzungsprotokoll heißt es unter „Abstimmungsergebnis“: Einstimmig beschlossen – also mit der Stimme von HAGEN AKTIV.

Hiroshima-Gedenken: Atomwaffen abschaffen!

1. August 2010

Am 6. August 1945 explodierte um 8.15 Uhr in 580 Metern Höhe eine Atombombe über Hiroshima. 43 Sekunden später war die Stadt zu 80 Prozent zerstört, 70.000 bis 100.000 Menschen kamen ums Leben.

Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN ruft die Hagenerinnen und Hagener dazu auf, am 6. August – 65 Jahre nach dem Atombombenabwurf – am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße zusammen zu kommen, der Opfer zu gedenken, aber vor allem die weltweite Abschaffung der Atomwaffen zu fordern. Denn – wie US-Präsident Obama in seiner Rede in Prag betonte: Solange es diese Waffen gibt, besteht die Gefahr, dass sie eingesetzt werden.

Die Aktion beginnt um 18 Uhr. Wir bitten darum, Blumen mitzubringen, um sie am Friedenszeichen nieder zu legen. Zugleich werden Unterschriften gesammelt für weltweite atomare Abrüstung. Die Unterschriften werden Präsident Obama geschickt. Wer sich direkt an Präsident Obama wenden will, kann das unter info@barrackobama.com tun. Die Aktion steht unter dem Motto: „Hiroshima mahnt: 65 Jahre Atomwaffen – Stop it,  Mr. Obama!“.

Übrigens: Der 1915 in Hagen geborene Dr. Helmut Erlinghagen war Augenzeuge des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Seinen Bericht findet man im Internet unter www.aktivepolitik.de

Kinder-Paradies steht vor dem Aus

1. August 2010

Die Stadtranderholung im Anna-Heim besitzt einen legendären Ruf. Generationen von Kindern aus Vorhalle haben hier oben in dem einsamen Heim im Wald schon nach Herzenslust geschrien, getobt und geschmiert. Jetzt steht sie vor dem aus. (…)

Der Caritasverband, dem das mit so vieler Leute Kindheitserinnerungen verbundene Gebäude gehört, will das Häuschen verkaufen. Oder still legen. Denn das Gelände, auf dem die Wasserleitungen oberirdisch verlaufen und eine Sickergrube die fehlende Kanalisation ersetzt, ist für die Wohlfahrtsorganisation ein finanzieller Klotz am Bein. Zwar will Mitarbeiterin Petra Krahforst nicht verraten, wie hoch das jährliche Minus für die Caritas ausfällt, aber: „Es wird zunehmend schwieriger, das Heim funktionstüchtig zu halten.“

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Dafür gönnt sich die Caritas in Kürze eine neue Verwaltung mit sicherlich bestens ausgestattetem Büro für Geschäftsführer Wolfgang Röspel. Röspel bekleidet gleichzeitig das Amt des Fraktionsvorsitzenden der CDU im Hagener Rat und hat sich immer als vehementer Verfechter von Etatkürzungen – auch im Kinder- und Jugendbereich – hervorgetan. Ist die Vorhaller Stadtranderholung vielleicht auch ein Opfer dieser Maßnahmen?


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