Keine Entwarnung auf dem Arbeitmarkt

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Trotz leichtem Rückgang bei den Zahlen sieht der DGB keinerlei Grund für eine Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir machen es uns zu leicht, wenn wir Rückgang der Zahlen um 50 gezählte Arbeitslose schon als Erfolg feiern“, erklärt der DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt.

Während der Zuwachs von mehr als 100 Teilnehmern an Qualifizierungsmaßnahmen begrüßt wird, unterstreichen die Gewerkschaften ihre Kritik zur Entwicklung in der Leiharbeit. Hier ist das Stellenangebot laut Agentur für Arbeit um 87,2% angestiegen. Die Leiharbeitsunternehmen bauen offensichtlich wieder auf und immer mehr Unternehmen setzen durch den Einsatz dieser Beschäftigungsform auf eine Perspektive des „Heuern und Feuern“ und verschärfen den Druck auf die Stammbelegschaften.

Der DGB-Vorsitzende warnt davor, allein auf die Erholung der Konjunktur zu vertrauen. Der Arbeitsmarkt brauche vielmehr jetzt mutige Maßnahmen, mit denen ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit so weit als möglich verhindert werden kann und faire Arbeitsplätze geschaffen werden. Dabei können Regelungen zur Förderung der Altersteilzeit und eine staatliche Unterstützung von tarifvertraglich geregelten Maßnahmen zur Verkürzung der Arbeitszeit einen wichtigen Beitrag leisten.

Marquardt hofft auch auf die rot-grüne Landesregierung: „Die Arbeitsmarktpolitik in NRW muss aus ihrem Dornröschenschlaf der vergangenen Jahre erwachen. Wir erwarten, dass die neue Landesregierung nicht nur Mittel aus dem Bund und der EU weitergibt, sondern mit eigenen Mitteln Maßnahmen finanziert, um neue Perspektiven für viel mehr Betroffene zu entwickeln. So müssen beispielsweise kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, um bewährte Instrumente wie Transfergesellschaften nutzen zu können. Die regionalen Arbeitsmarktstrukturen müssen revitalisiert werden. Die Kenntnisse und Erfahrungen lokaler arbeitsmarktpolitischer Akteurinnen und Akteure sind dabei noch intensiver einzubeziehen

Anders als die Agentur für Arbeit empfindet der DGB die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt nach wie vor als völlig unzureichend. Hier gilt es zügig neue Initiativen zu ergreifen. Sowohl die Wirtschaft als auch die öffentlichen Strukturen müssen dringend noch in diesem Jahr ihre Verantwortung wahrnehmen.

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