DGB Hagen: Leiharbeit ist kein Beruf

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Die Entwicklungen im Bereich der Leiharbeit nimmt der DGB in Hagen zum Anlass einen kritischen Blick auf den wirtschaftlichen Aufschwung und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu werfen. Weit mehr als ein Drittel aller neuen Stellenangebote in Hagen kommen aus der Leiharbeitsbranche.

Für den DGB eine Entwicklung die in die falsche Richtung führt. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Krise, als die Leiharbeiter als Erste von den Entlassungswellen betroffen waren findet der aktuelle Stellenaufbau sich genau dort wieder.

„Damit werden bereits jetzt mögliche kommende Risiken für die Unternehmen auf die Beschäftigten übertragen“, so DGB-Kreisvorsitzender Jochen Marquardt.

Schon der Hinweis, dass die Leiharbeitsbranche Arbeitsplätze schafft ist für den DGB eine Fehlinterpretation. „Unternehmen stellen keine Leiharbeiter ein, sondern Arbeitskräfte werden eingekauft um aktuelle Aufträge zu bearbeiten. Im Unterschied zur Stammbelegschaft kosten Leiharbeiter weniger, erzielen weniger Einkommen und die Unternehmen können sich schnell wieder von ihnen trennen.“

Es würden also keine Berufe angeboten, sondern eine Beschäftigungsform, die unternehmerische Risiken auf die Beschäftigten abwälzt.

„Wir lehnen Leiharbeit nicht kategorisch ab; aber wir wollen eine Begrenzung und wir wollen dass die Kollegen mindestens gleich bezahlt und zu gleichen Bedingungen beschäftigt werden“, so Marquardt.

Für den DGB und die Gewerkschaften in Hagen wird auch in der kommenden Zeit die Auseinandersetzung mit der Leiharbeit eine zentrale Aufgabe bleiben. Hier, so der DGB findet eine spezifische Form prekärer Beschäftigung statt. Sie sei eingebettet in eine Entwicklung von Beschäftigungspolitik, die für die Gewerkschaften umgekehrt werden muss.

„Wir benötigen umfassend mehr fair und gut bezahlte Stellen und gesicherte sozialversicherungspflichtige Arbeit.“ Dabei bleibt der DGB in seiner Kritik nicht bei der Leiharbeit stehen, sondern werde auch weiterhin andere prekäre Beschäftigungsformen im Blick behalten.

3 Antworten to “DGB Hagen: Leiharbeit ist kein Beruf”

  1. Klaus Spazier Says:

    Leiharbeit darf und muss für einen Arbeitnehmer immer nur eine Notlösung sein. Immerhin bekommt der Arbeitnehmer als ungelernter Hilfarbeiter in der Lohngruppe I den Mindestlohn, dem der DGB zugestimmt hat.
    Sie sollten sich besser um die über 2 000 000 Arbeitnehmer kümmern, die (oft mit Zustimmung des DGB) weniger verdienen als ein Leiharbeiter in der untersten Lohngruppe.

  2. koala Says:

    Der DGB sollte in dieser Angelegenheit den Ball flach halten.
    So wurde im März dieses Jahres ein neuer Tarifvertrag zwischen dem DGB und dem Bundesverband Zeitarbeit geschlossen.
    Der Vertrag wurde ohne Anhörung der Tarifkommissionen der Einzelgewerkschaften unterzeichnet. Sicherlich weil diese das erste Verhandlungsergebnis vom Januar mit großer Empörung abgelehnt haben. Sie wollten lieber keinen Tarifvertrag als einen so schlechten.
    Der neue Tarifvertrag ist auch nicht ausreichend und sieht kleinste Lohnerhöhungen, in vier Trippelschritten, vor. Die Einstiegslöhne im Osten klettern ab Juli 2010 von bisher 6,42 € auf gigantische 6,65 €. Ab November 2012 enden sie dann bei 7,50 €. Die untersten Löhne in Westdeutschland erhöhen sich im gleichen Zeitraum von 7,38 € auf 7,60 €. Ab November 2012 erreichen sie dann 8,19 €.
    Das bedeutet, ein verheirateter Alleinverdiener hätte ab November 2012 bei einem 40 Stunden Job ein Bruttoverdienst von 1.310,40 €. Nach Abzug aller Nebenkosten verbleiben 1.042,04 €. Dieser Betrag liegt unter der Armutsgrenze von 1.046,00 €. Selbst im Jahr 2012 hat dieser Leiharbeiter die Armutsgrenze von 2007 noch nicht einmal erreicht.
    Mit der Einführung der Agenda 2010, von Schröder und Fischer, wurde der Grundsatz der gleichen Bezahlung u. Behandlung von Leiharbeitnehmer beschlossen. Eine Ausnahme wurde allerdings geschaffen. Sollte es für die Leiharbeiter einen Tarifvertrag geben, so gilt dieser.
    Weder der Tarifvertrag des DGB und schon gar nicht der der christlichen Pseudogewerkschaft sind ausreichend. Erst wenn der Gesetzgeber die verpflichtende Gleichbehandlung von Stammbelegschaft und Leiharbeiter in den Betrieben vorschreibt, werden wir dem Lohndumping entgehen und das Instrument der Zeitarbeit würde nur noch dazu genutzt Auftragsspitzen in den Betrieben aufzufangen.

  3. Allan Quatermann Says:

    Es gibt so viele Baustellen, da sollte der DGB und seine Funktionäre den Ball sehr flachhalten.

    Angefangen bei der Leiharbeit, über die 400 EURO Jobber, 1 EURO-Jobber der „Wohlfahrts“verbände, bis zu den neuen BürgerarbeiterInnen.

    Der DGB hat es immer noch nicht geschafft, nach 20 Jahren Wiedervereinigung, gleiche Löhne in den Neuen Bundesländern, versuv Alte Bundesländer einzuführen.

    Auch von den Kirchlichen Arbeitgebern, oder Discounter läßt er sich an der Nase herumführen.
    Betriebsräte gleich null, Überstundenbezahlung, gleich null, etc.
    Dafür Bespitzelung der Mitarbeiter durch versteckte Kameras oder im Privatleben durch Detekteien.
    Aufgedeckt und angeprangert nicht vom DGB.

    Nicht nur für seine arbeitenden Mitgliedern tut er fast nix, siehe die Lohnabschlüsse der letzten Jahre.
    Es gibt noch eine Gruppe von Mitgliedern für die er die letzten Jahre rein garnix getan hat.
    Die Rentner!
    Diese haben durch Nullrunden und Preissteigerungen, insbesonders durch Energiekosten, Krankenkassenreformen der letzten Jahre, allgem. Lebenserhaltungskosten, ca. 20 Prozent weniger in der Geldbörse, wie im Jahr 2000.

    Aber da der jetzige NRW Landesarbeitsministerer aus den Reihen des DGB kommt, wird alles gut.

    Nur für wen?

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