Veranstalter erhebt Vorwürfe gegen Polizei

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Die Zahl der Toten bei der Loveparade hat sich auf 20 erhöht. Am Montagabend starb eine 21-Jährige im Krankenhaus. Der Loveparade-Veranstalter gab unterdessen der Duisburger Polizei die Schuld an dem verheerenden Gedränge. Sie habe Anweisung gegeben, die Besucherschleusen vor dem Tunnel zu öffnen. (…)

Unterdessen gab der Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller indirekt der örtlichen Polizei die Schuld an den Geschehnissen: „Die Einsatzleitung der Polizei hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen“, sagte er am Montagabend. (…) Der 41-jährige widersprach Vorwürfen, er habe aus Profitgier Sicherheitsbedenken ausgeschlagen: „Nach derzeitigem Stand haben wir sämtliche Auflagen erfüllt. Das gesamte Konzept war in jedem Punkt in wöchentlichen Sitzungen mit Polizei, Feuerwehr und Stadt abgestimmt.“ Auch der Tunnelbereich, hinter dem die Katastrophe passierte, sei von den Behörden „intensiv geprüft“ und abgenickt worden. (…)

Laut einem Bericht der „Kölnischen Rundschau“ soll die ordnungsbehördliche Erlaubnis für die Loveparade erst am Veranstaltungstag um 9 Uhr morgens erteilt worden sein. Noch am Tag zuvor soll dem Bericht zufolge in verschiedenen Sitzungen über das Sicherheitskonzept debattiert worden sein. Dabei sollen die Duisburger Berufsfeuerwehr und Polizisten nochmals deutlich gemacht haben, dass die Großveranstaltung so nicht stattfinden könne.

Am Samstag (24.07.10) hätte dann eine Entscheidung gefällt werden müssen, sagte ein Beamter der Zeitung. Es sei den Verantwortlichen dann keine andere Wahl mehr geblieben, als ihr Einverständnis zu geben. Schließlich seien schon Tausende auf der Anreise gewesen, berichtete ein Mitarbeiter aus dem erweiterten Organisatorenbereich. Normalerweise sollen bei Großveranstaltungen dieser Art die ordnungsbehördlichen Genehmigungen Wochen und Monate im Voraus erteilt werden. (…)

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nahm in einer Erklärung am Montagnachmittag von einem sofortigen Rücktritt Abstand. Er äußerte zwar Verständnis für Rücktrittsforderungen und kündigte an, auch die eigene Rolle zu beleuchten: „Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen hat, dann werden wir Verantwortung übernehmen.“ Doch zunächst müsse es darum gehen, „die schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und die vielen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen“. Sauerland war am Sonntag bei einer Begehung des Partygeländes auf dem ehemaligen Güterbahnhof von Trauernden angegriffen worden.

Quelle: WDR

Eine Antwort to “Veranstalter erhebt Vorwürfe gegen Polizei”

  1. Leif-Thorsten Kramps Says:

    Herr Schaller will offensichtlich Schuld abwälzen. Die Polizei hat m.E. richtig gehandelt. Wer weiß wieviele Menschen zu Tode gequetscht worden wären, wenn sie die Schleusen nicht geöffnet hätte.

    Dadurch, dass Herr Schaller die Schuld an der Tragödie der Polizei, die ja bekanntlich das ausführende Organ der Staatsanwaltschaft ist, in die Schuhe zu schieben versucht, wird er sich wohl keine Pluspunkte bei der gegen ihn ermittelnden Staatsanwaltschaft verdient haben.

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