Hagens lange Wege

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Die Hagener Entsorgungsbetriebe (HEB) haben ein Konzept entwickelt, nach dem in Hagen siebzehn Standorte für Altpapiercontainer aufgegeben werden sollen. Begründet wird dieses Anliegen mit erhöhten Reinigungskosten durch herumliegendes Papier, welches bei Überfüllung der Container das Weite sucht.

Für Ersatz hat die HEB schon im Vorfeld gesorgt. Fast die Hälfte aller Hagener Haushalte ist inzwischen in Besitz einer blauen Abfalltonne für das Altpapier. Die Besitzer freuen sich über den Abholservice der HEB, brauchen sie doch nicht mehr mit alten Kartons und Stapeln von Zeitungen zum Altpapiercontainer um die Ecke wandern.

Doch was ist mit der anderen Hälfte der Hagener Haushalte? Zumindest der Teil von Ihnen, der keine blaue Tonne haben möchte oder zu Hause unterbringen kann, wird sich auf weitere Wege zur ordnungsgemäßen Entsorgung seines Altpapiers einstellen müssen. Die meisten von ihnen kennen die Politik der weiten Wege ja bereits. Weite Wege zum Briefkasten. Weite Wege zum Postamt, oh Verzeihung, es muss ja heißen zur Postagentur. Postämter fielen der Liberalisierung des Brief- und Paketdienstes zum Opfer.

Die Mitglieder der Bezirksvertretungen sollten genau abwägen, ob sie den Hagener Bürgerinnen und Bürgern das Konzept der HEB zumuten können.

Quelle: DerWesten.de

2 Antworten to “Hagens lange Wege”

  1. Allan Quatermann Says:

    Es liegt kein „herumliegendes Papier“ im Umfeld der Papiercontainer.
    Sondern das Umfeld der Container entwickelt sich immer mehr zu „Wilden Müllkippen“.
    Lt. HEB durfte die „Besenbrigade“ an den Continerstandorten im letzten Jahr ca. 300 Tonnen Müll zusammenfegen und abtransportien.
    Dafür kommt natürlich der dumme Zeitgenosse auf, der brav seinen Müll trennt und seinen Sperrmüll, anstatt in die Botanik, zur MVA selbst oder durch die HEB abtransportien lässt.

    In anderen Gemeinden gibt es Wertstoffhöfe, wo man per Ausweis, seinen Sperrmüll kostenfrei los wird. Hierbei spielt die angelieferte Menge keine Rolle, man muss nur auf diesen Wertstoffhöfen seinen Wertstoff sortieren.

    Noch besser haben es die Bewohner von Breckerfeld und Ennepetal.
    Dort gibt es einmal im Monat den Sperrguttag. Man stellt die Sachen am Strassenrand und die Sperrgutabfuhr holt ihn ab.

    Ich erwähne dieses nur am Rande, weil die Gebühren für Restmüll dort etwas weniger hoch sind wie in Hagen.
    Dafür haben die Hagener Privathaushalte eine Verpflichtung, ihren Restmüll vom HEB zu entsorgen.
    Die MVA, der Schuldenstand der Stadt Hagen und der Wasserkopf in der Stadtverwaltung wollen ja auch ihren Anteil.

  2. Riffer Says:

    Statt also endlich mal für eine regelmäßige und zügige Abfuhr des Papiers zu sorgen um genau den Umstand, nämlich genau den wegen übervoller Container den herumfliegenden Papiermüll zu vermeiden, wird das genaue Gegenteil beschritten, nämlich die Plätze abgeschafft. Wer den Knoten in der Logik sieht, der darf ihn behalten.

    Um bei einem ähnlichen Thema zu bleiben:
    Andre Städte haben eine regelmäßigen und kostenlosen Sperrmüll-Abfuhr. In Hagen gibt es das nicht nur schon lange nicht mehr, die Pauschale für Sperrmüll-Abholung ist auch noch super hoch. Ich frage mich wirklich, was passieren würde, wenn dann noch mal Sperrmüll-Tag ausgerufen würde. Ich vermute, die Straßen wären komplett gesäumt von Jahrzehnte altem Kram, den man nur deswegen noch nicht weg gebracht hat, weil man es schlicht und einfach nicht kann. Sei es wegen der Sperrigkeit des Müll, oder sei es wegen des Alters.

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