Hagener Mittelstand in China willkommen

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Auf Einladung der Südwestfälischen Industrie- und Handelkammer zu Hagen (SIHK) nutzten Unternehmer aus dem märkischen Südwestfalen die Möglichkeit, um mit den verantwortlichen Wirtschaftsförderern Taicangs ins Gespräch zu kommen. SIHK-Präsident Harald Rutenbeck und Vizepräsident Dr. Hans-Toni Junius begrüßten Sun Jinquan, Chef der Wirtschaftsentwicklungszone Taicang, mit seiner Delegation aus Shanghais Nachbarstadt in Hagen.

Deutsche Mittelständler, die mit 120 Firmen ein Drittel der ausländischen Unternehmen in der Wirtschaftsentwicklungszone Taicang ausmachen, sind inzwischen ein untrennbarer Bestandteil der Taicanger Gesellschaft. Wie gut die Zusammenarbeit bereits im Vorfeld der Investitionen der Hagener C.D. Wälzholz KG funktionierte beschrieb Dr. Hans-Toni Junius, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Unser Investment in China hat sich gelohnt. Wir bedienen von dort aus mittlerweile Kunden in ganz China. Von der Entscheidung bis zur Aufnahme der Produktion im Jahr 2007 in der eigenen Fabrik hat es nur zwei Jahre gedauert“, lobte Junius.

Anmerkung: Schade, daß uns die Pressemitteilung der SIHK nichts über die Arbeitsbedingungen beim chinesischen Wälzholz-Ableger sagt. Immerhin gingen in den letzten Tagen eine Reihe von Meldungen durch die deutsche Medienlandschaft, die von einer Reihe von Selbstmorden in der auf dem chinesischen Festland gelegenen Fabrik eines taiwanesischen Industriellen berichteten. Als Ursache werden die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen genannt, denen diese Arbeiter nicht mehr standhielten.

Zum Hintergrund siehe auch hier: TAZ

2 Antworten to “Hagener Mittelstand in China willkommen”

  1. robert Says:

    Boom führt zu sozialen Spannungen

    China boomt, und allerorten tragen Parteisekretäre und Staatsdiener jeden Ranges dem westlichen Besucher voller Euphorie Zahlenkolonnen als Beleg chinesischer Leistungsfähigkeit vor. Doch die Unzufriedenheit ist nicht mehr auf die bei Einkommen und Steuerlast traditionell benachteiligte Landbevölkerung beschränkt. Unruhen in verschiedenen chinesischen Provinzen entzünden sich am selbstherrlichen und oft korrupten Auftreten staatlicher Oberaufseher. Wo der Kommunismus nur noch als Fassade einer turbokapitalistischen Entwicklung taugt, verliert die politische Führung an Autorität. China boomt, aber es zahlt einen Preis: Die soziale Unruhe gärt

  2. Leif-Thorsten Kramps Says:

    Die Mächtigen aus Wirtschaft und Politik in den westlichen Demokratien schauen bereits neidisch auf die „Halbdemokratien“ (z.B. Russland oder Indien) oder auf offen autoritäre Systeme (wie z.B. China). Immer wieder wird von diesen Leuten darauf hingewiesen, dass unsere Demokratien mit diesen Staaten wirtschaftlich nicht mithalten könnten. Deren Wirtschaftswachstum sei ungleich größer als das unserige, da deren Möglichkeit auf neue Entwicklungen zu reagieren, nicht durch langwierige Abstimmungsvorgänge oder der Suche nach Kompromissen behindert würde. Mehr oder weniger heimlich hat sich in den westlichen Demokratien unter dem Stichwort „Postdemokratie“ (—> http://de.wikipedia.org/wiki/Postdemokratie) eine Debatte über die Zukunft des demokratischen Systems entwickelt und die Stimmen, die unser jetziges demokratisches Gemeinwesen abwickeln möchten, werden immer lauter.

    Bereits am 21. Juni 2008 erschien in der »Neuen Zürcher Zeitung« unter der Überschrift „Sind Demokratien ineffizient?“ ein sehr aufschlussreicher Artikel zu dem Thema.

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