Bundeswehr raus aus den Schulen

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Die Arbeitsgruppe Hagen der IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung hat auf ihrer Sitzung nach der NRW Wahl mich beauftragt , Ihnen folgenden Appell zu übersenden.

Dieser Appell wurde ähnlich am 24.4.2010 von der Mitgliederversammlung der IPPNW in Herford verabschiedet.

„Wir fordern Sie auf, den Kooperationsvertrag zwischen dem Schulministerium NRW und der Bundeswehr für ungültig zu erklären. Die Unterrichtung von Schulklassen in und außerhalb von Schulen durch Angehörige der Bundeswehr, sog. Jugendoffiziere, ist unvereinbar mit dem Bildungsauftrag.“

Jährlich steigt die Anzahl der militärischen Unterrichtungen in Schulen und auf dem Bundeswehrgelände. In 2009 waren davon 290 000 Jugendliche betroffen.

Derzeit 394 Jugendoffiziere werden von der Bundeswehr eingesetzt, um die aktuellen Kriegseinsätze zu rechtfertigen. Dies widerspricht dem Bildungsauftrag, dessen Bedingungen von den Ländern 1976 im Beutelsbacher Konsens festgelegt worden sind. Danach dürfen Schülerinnen und Schüler nicht von Meinungen und Thesen überrumpelt werden, die in der Gesellschaft umstritten sind. Zur Besprechung der Kontroversen um Krieg und Frieden ist nur die Lehrerschaft zuständig und ausgebildet.

 Dr. Christian Kingreen, IPPNW Hagen

4 Antworten to “Bundeswehr raus aus den Schulen”

  1. Allan Quatermann Says:

    Ein fast gleichklingender Antrag/Appell wurde schon vor Monaten von den Verband „Demokratische Ärzte“ formuliert.
    Dieser ging sogar noch weiter, den Wehr- und Zivildienst abzuschaffen.
    Diese beiden Dienste sind in Deutschland überflüssig.

    Aber hier spielen wohl auch Lobbyverbände eine grosse Rolle.
    6 Monate Zivildienst sind besser wie nix.
    Die Wohlfahrtsverbände heulen ja jetzt schon wieder, dass ihnen die Hivis für niedrige Aufgaben fehlen.
    Freiw. Jahre melden sich dafür wg. der noch niedrigen Entlöhnung auch immer weniger.
    Mit den ca. 380.000 Ein EURO Jobber kommen sie auch nicht aus.
    Die 400 EURO-Jobs will auch keiner haben.
    Deswegen gibt es seit einiger Zeit den Beruf des Pflegeassistenten.
    Gedrillt in 6 Wochen, mit Unterbezahlung, aber voll bezahlt von der Agentur.

    Was wir brauchen, machen uns westliche Staaten vor.
    Die haben eine Berufsarmee.
    Wenn es sein muss mit Rekrutierungsbüros in den Städten.
    Dann wäre die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

    Aber bitte nicht in Schulen.

  2. Leif-Thorsten Kramps Says:

    @Allan Quatermann: Jede reine Berufsarmee birgt die Gefahr sich zu einem Staat im Staate zu entwickeln (siehe z.B. die heutige Türkei oder vor gar nicht allzu langer Zeit Griechenland). Nicht weniger gefährlich ist m.E. die Entwicklung in den USA, wo in immer stärkeren Maße private Sicherheits- und Militärunternehmen wie z.B. Xe Services LLC (zuvor Blackwater Worldwide) militärische Aufgaben erfüllen.

    Ich persönlich halte eine Armee, die wie die Bundeswehr aus Berufssoldaten und Wehrdienstleistenden besteht, immer noch für am sinnvollsten. Allerdings sollte diese Armee rein defensiven Charakter haben und ihr Einsatzgebiet auf das eigene Territorium beschränken.

    Schulen sollten aber auf jedenfall „No-Go-Areas“ für Soldaten sein. Hier stimme ich der Hagener IPPNW-Arbeitsgruppe uneingeschränkt zu.

  3. ws Says:

    Sowohl die Türkei als auch Griechenland unterhalten Wehrpflicht-Armeen.

  4. Leif-Thorsten Kramps Says:

    @ws: Ups, da hat mich aber jemand erwischt und mein Halbwissen eiskalt entlarvt.

    Nein im Ernst: Danke für den Hinweis. Ich gebe zu, dass ich nicht ausreichend recherchiert habe, bevor ich den Kommentar verfasst habe. Shame on me!

    Dennoch hege ich nach wie vor die Befürchtung, dass eine reine Berufsarmee durch ihre Abgeschottenheit von der übrigen Bevölkerung anfälliger für das aufkommen demokratiefeindlicher Enttwicklungen und etwaige Putschversuche sein könnte.

    Im Grunde genommen ist mir das gesamte Söldner- und Soldatenwesen suspekt. Der Söldner greift zu den Waffen, weil er dafür bezahlt wird und der Soldat greift zu den Waffen, weil er es von „oben“ befohlen bekommt. Ich halte beides für gleichermaßen verwerflich.

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