Politischer Kadaver ohne Kopf

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Eine Woche vor der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen leistet sich die Hagener LINKE eine weitere Blamage. Seit heute steht der Kreisverband ohne gewählten Vorstand da.

Vor einem Jahr beschloß die Mitgliederversammlung des Kreisverbands Hagen, den Vorstand für eine Dauer von einem Jahr zu wählen. Diese Amtszeit ist jetzt abgelaufen, eine Einladung zur Neuwahl unter Einhaltung der satzungsgemäßen Frist wurde den Parteimitgliedern nicht zugestellt.

Verantwortlich für diese Posse zeichnen die Reste des am 2. Mai letzten Jahres gewählten Kreisvorstands, dessen Aufgabe es gewesen wäre, rechtzeitig zu einer Neuwahl zu laden. Das haben sie offensichtlich verschlafen. Mit diesem Versäumnis wird die Umwandlung der Hagener LINKEN von einer politischen Organisation zu einer Interessengruppe zur Beschaffung von Pöstchen konsequent fortgeschrieben.

Bereits Ende November 2009 wurden der Vorstandssprecher der Hagener LINKEN (und gleichzeitig Ratsmitglied) Manfred Weber sowie der Kreisschatzmeister (und gleichzeitig Mitglied der BV Hohenlimburg) Ralf Sondermeyer von der Bundesschiedskommission der LINKEN wegen parteischädigenden Verhaltens aus der Partei ausgeschlossen. Auch nachdem bisher über fünf Monate verstrichen sind, erfolgte keine Nachwahl dieser Positionen.

Jetzt ist also auch der Rest des Vorstands weg und der Hagener Kreisverband führungslos. Parteigenossen lästern, dass der „politische Kadaver nun auch noch den Kopf verloren“ habe.

Schon vor einem Jahr hatte sich die von zwei Familienclans dominierte Parteigliederung per Beschluß von der politischen Debatte verabschiedet. Ein absolutes Unding für eine politische Partei, aber befördert von zwei Mitgliedern des Landesvorstands, die diese Versammlung leiteten: Landesgeschäftsführer Günter Blocks und Landesvorstandsmitglied Bärbel Beuermann, die inzwischen zur „Spitzenkandidatin“ der LINKEN bei der anstehenden Landtagswahl avanciert ist.

Verantwortlich dafür, dass der Hagener Kreisverband der Partei zu einem „Kadaver“ verkommen konnte, sind im wesentlichen die Landesgremien der LINKEN. In der chronologischen Reihenfolge: die Landesgeschäftsstelle, die Landesschiedskommission und der Landesvorstand. Sicherlich jeweils nicht in ihrer Gesamtheit, aber in den Mehrheiten bzw. in den Verantwortlichkeiten.

Hagen ist dabei kein Einzelfall, Probleme gibt es in vielen Kreisverbänden. Als Beispiele seien genannt: Gelsenkirchen, Kleve, Warendorf und Herne. In Köln sind kürzlich auf einen Schlag 56 Mitglieder ausgetreten, in Hagen seit Antritt des jetzigen Vorstands zwei Dutzend. Bei allen vorhandenen Unterschieden gibt es auch Gemeinsamkeiten: Engagierte Mitglieder werden weggebissen, um die Macht der Landesfürsten zu sichern, und – es tauchen gehäuft immer wieder die gleichen Namen von Akteuren in diesem Spiel auf. Ganz vorne auf der Hitliste finden sich der Landesgeschäftsführer Günter Blocks und sein Landesgeschäftsstellenleiter Michael Kretschmer. Beide waren – natürlich – auch schon in Hagener Angelegenheiten „aktiv“.

Welche politischen Auswirkungen das Gebaren der Landesheroen hat, scheint diese nicht zu jucken. Daß sie mit ihrem persönlichen machtpolitischem Gehabe die vorhandenen neoliberalen Strukturen stützen, offensichtlich auch nicht.

7 Antworten to “Politischer Kadaver ohne Kopf”

  1. Detlef Obens Says:

    Sehr bekannt, diese Situation! Günter Blocks lässt überall grüßen!

    Bitte dies nach zu lesen:

    http://www.demokratisch-links.de/vergessliche-gewahlte

    Herzlichste Grüße an alle!

    Detlef Obens

  2. Koala Says:

    Wenn der mündige Bürger, sich für die bevorstehende Landtagswahl, Informationen über die Parteien einholt, wird er viele, oft widersprüchliche Informationen über die Linkspartei erhalten. Diese sind genauso bunt wie die dort agierenden Menschen. Winke dem Proletarier mit ein bisschen Macht und er wird zum Tier. Mein Chef hat einmal gesagt: „Mache den faulsten Arbeiter zu Vorarbeiter und er wird die Kollegen zu Höchstleistungen antreiben.“
    Auf die Linken übertragen könnte das heißen: „Helfe den Einfältigen in den Vorstand und sie fressen dir aus der Hand.“
    Die Vorstandswahl wird schon noch durchgeführt, wenn Günter Blocks Zeit hat, nach der NRW – Wahl.

  3. Ingo Engbert Says:

    Blocks beerdigt die LINKE im Alleingang. Auf sein versagen kann man nur noch mit Satire reagieren welche dann wie folgt aussieht:
    http://www.demokratisch-links.de/du-bist-die-linke

  4. Ninja Says:

    Als Einleitung:

    Lange nicht so eine dumme Werbekampagne gesehen wie die:

    „du-bist-die-linke“

    Diese Kampagne schlägt die Mutter, du bist deutschland, um längen.
    Ob das jetzt Satire ist, glaube ich nicht.
    Kommt ja nicht von Der Partei.

    Beim Herrn Blocks sehe ich auch ein bischen klarer.
    Überall sind seine Seilschaften oder Spezis involviert.
    Nur ich frag mich manchmal, wer ist hier Puppe, wer ist der Spieler?
    Sind wohl alle in der Normannenstr. in der gleichen Klasse gewesen.

    Wenn man nicht zusammensitzt in Schiedskommissionen,
    aber spätestens in AG, AK, oder Satzungskommissionen sitzt man wieder einträchtig zusammen.
    Da noch von Neutral von der ersten zu sprechen,
    fällt einen mit der Materie informierten immer schwerer.

    Das ganze ist ein Sumpf und hat mit linker Politik nicht das geringste gemein. Da legt man auch mal Gesetze und Satzungen nach eigenen Gusto aus. Datiert Einträge und Mitgliedsanträge falsch, hat es nicht so mit „Eidesstattlichen Versicherungen“ oder Vereins- und Parteienrecht.

    Hier will eine Politbande an die Fleischtröge und hinterläst in den Kreis- und Ortsverbänden nur verbrannte Erde.

  5. Helmut Leih Says:

    Meine Beiträge zeigen immer das richtige Bild der Die Linke, es bräuchte
    keine Beiträge und sie würden sich trotzdem lächerlich machen.

  6. Udo Pahl Says:

    @ Ninja

    Genau so isses: Dümmer geht es nicht als: Du bist die Linke! Siehe dazu:

    http://www.demokratisch-links.de/du-bist-die-linke

    Wer sich diese Kampagne in Düsseldorf hat einfallen lassen, hat wirklich eines an der Waffel!

    UP.

  7. Helmut Leih Says:

    Ich habe die WASG verlassen bevor die Dummköpfe sich zusammen
    geschlossen haben,wollte noch an der Programm Angleichung Arbeiten
    aber mit soooo viel Dummheit hätte ich nicht gerechnet.Diese Partei
    merkt noch nicht einmal das sie Linke Sprüche klopft und Stalin im
    Händedruck Überreicht.

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