DGB: Licht und Schatten in 2009 – auf ein Neues

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Für den Hagener DGB geht ein widersprüchliches Jahr zu Ende. Geprägt durch eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise wurden Millionenpakete zur Rettung von Banken geschnürt. Gleichzeitig wuchsen Armut und Angst vor Arbeitslosigkeit. Durch den Einsatz von Kurzarbeit konnten tausende Arbeitsplätze gerettet werden.

Im gleichen Jahr meldeten Traditionsunternehmen wie Theis Insolvenz an und es verschwand die Spedition Lueg nach mehr als 100 Jahren als Arbeitgeber in der Stadt, die Beschäftigten der Telekom meldeten ihre Sorgen um den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort an. Viele Beschäftigte hoffen durch einen Eintritt in Transfergesellschaften auf Zeitgewinn und die Vermittlung in neue Stellen. Eine bittere Bilanz müssen von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene im Verlauf einer 5-jährigen Geschichte von Hartz IV ziehen.

Mit den Kommunalwahlen veränderten sich politische Verantwortungen in der Stadt. Eine Abkehr von der bereits seit Jahren währenden Debatte um so genannte Kürzungsnotwendigkeiten ist allenfalls in der Form zu erkennen. Weiterhin stehen erforderliche soziale und kulturelle Einrichtungen auf den Streichlisten und eine deutliche Ansage an die Verantwortlichen in Düsseldorf und Berlin bleibt aus. In Veranstaltungen mit Hagener Parteien warb der DGB in den vergangenen Monaten für seine Positionen und eine andere Finanzpolitik für die Kommunen.

Die Gewerkschaften haben sich gemeinsam mit vielen anderen Menschen und Institutionen aktiv eingeschaltet. Sie unterstützten den Kampf der Lueg-Beschäftigten. Sie übten Solidarität mit den Erzieherinnen in ihrem langen Kampf um einen Gesundheitstarif und bessere Arbeitsbedingungen.

Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt ist dies nur ein kurzer Auszug aus den Aktionen des auslaufenden Jahres. „Es gäbe noch manches zu ergänzen. Die Aktivitäten gegen eine ausufernde Leiharbeit sind gleichermaßen zu benennen wie die vielen Bemühungen mit den Kirchen gegen Armut und mit der Hagener VHS zur inhaltlichen Diskussion um andere Lösungswege im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gegen den Strom“.“

Hier wurde am 7.11. die 50.Veranstaltung im Sparkassenkarree durchgeführt und Hagen stand für einige Stunden im „Zentrum der Wirtschaftskritik in Deutschland“. Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine Zwischenbilanz der Reihe gezogen und das Buch „Es geht nur anders!“ mit mehr als 30 Texten der bisherigen Autoren vorgestellt. Mit Freude verweist der DGB darauf, dass bisher weit über 1.500 Exemplare verkauft werden konnten.

Von Krise und Wahlkämpfen geprägt war das Jahr 2009. Für den DGB war es wichtig nicht nur Protest zu formulieren, sondern auch Lösungsrichtungen aufzuzeigen. Und die liegen für den Kreisvorsitzenden vor allem im Kampf um die Umsetzung von guter Arbeit, guter Bildung und gutem Leben in Hagen. Das wird auch in den kommenden Monaten weiter entwickelt. In Vorbereitung der Landtagswahl 2010 sollen die gewerkschaftlichen Forderungen weiter präzisiert und in die Öffentlichkeit getragen werden.

„Wir freuen uns über viele neue Mitglieder in den Gewerkschaften. Sie bieten die Gewähr für künftige aktive Arbeit. Sie sind ein entscheidender Gradmesser für die Stärke von Gewerkschaften und deren notwendiges Veränderungspotenzial.“, so der im August des Jahres wieder gewählte DGB-Vorsitzende.

Für die verbleibenden Tage in 2009 soll nun ein Stück Ruhe einkehren, um Kraft zu tanken für 2010. Und da hat sich der Hagener DGB wieder eine Menge vorgenommen. Eine erste Vorstellung der Vorhaben wird es am 14.Januar 2010 im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs geben.

Marquardt: „Es steht Menge auf der Agenda. Unter anderem die Wahlen zu neuen Betriebs- und Personal räten, die DGB-Frauen bereiten den Internationalen Frauentag vor und der Tag der Arbeit am 1.Mai 2010 soll ein deutliches Zeichen setzen. Politisch sind wir stark gefordert unseren Beitrag zu den Landtagswahlen 2010 zu leisten. Aber erst einmal heißt es, Danke in die Organisation zu sagen und dann mit neuer Kraft und möglichst vielen Partnern die neuen Herausforderungen annehmen.“

Und dabei wollen die Gewerkschaften weiter auf eine aktive Öffentlichkeitsarbeit setzen. Auch werden sie nach innen diskutieren müssen. Hintergrund dafür ist ein Satzungsentwurf mit Überlegungen zu Strukturveränderungen in der Organisation, der auf dem kommenden DGB-Bundeskongress im Mai beschlossen werden soll.

Und noch was will der Hagener DGB auf den Weg bringen. Gewerkschafter sollen nicht nur mit- und füreinander kämpfen. Miteinander feiern soll auch stärker ins Programm. Dazu wird u.a. am 11.2. zum ersten Mal eine „Altweiberparty“ im DGB-Haus stattfinden.

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