Kunst statt Kohle

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Letzte Vorbereitungen für Europas Kulturhauptstadt Ruhr 2010

Fast 300 eigens für die Kulturhauptstadt Europas ersonnene Kunstprojekte und Tausende von Einzelveranstaltungen, verteilt auf ein Jahr und mehr als 4000 Quadratkilometer – das ist eine Herausforderung für die Organisatoren, aber auch für die Besucher. Das Gesamtprogramm umfasst 96 eng bedruckte Seiten, die Zeugnis davon ablegen, dass die „Ruhr 2010“ allen etwas anbieten will: Den Einheimischen und den Kulturtouristen, dem gesetzten Bildungsbürgertum und den jungen Wilden, den Theaterfreunden und den Museumsgängern. Es ist ein Spagat zwischen Heimatabend und Hans Werner Henze, aber auch zwischen Kamp-Lintfort im Westen und Hagen im Osten des Reviers. (…)

In Zeiten der Krise kann sich die Kulturhauptstadt nicht der Diskussion entziehen, wie viel Geld für Schöngeistiges eigentlich angemessen ist – gerade im chronisch armen Ruhrgebiet. Fritz Pleitgen bekommt hörbar schlechte Laune, wenn ihn diese Diskussion erreicht:

„Kultur ist sozial! Und ich wehre mich dagegen, Kunst gegen Soziales auszuspielen. Wenn wir uns auf dieses Niveau begeben, dann können wir uns als aufgeklärte Gesellschaft aufgeben.“

Auch der Kulturjournalist Lars-Ludwig von der Gönna hält es für falsch, einen Antagonismus zwischen Kultur und öffentlicher Daseinsvorsorge zu konstruieren – Kultur sei Bestandteil der Daseinsvorsorge, nicht deren Konkurrentin.

Quelle: Deutschlandfunk

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