Vortrag und Gespräch mit Nevfel Cumart

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Die Regionale Arbeitsstelle für ausländische Kinder und Jugendliche (RAA) der Stadt Hagen lädt am Freitag, 25. September, von 18 bis 20 Uhr zu einem Vortrag und Gespräch mit dem Schriftsteller und Journalisten Nevfel Cumart ein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Stadtteilhaus Vorhalle, Vorhaller Straße 36, steht die sachliche Information über den Islam in der Türkei. Als Einführung soll in wesentlichen Zügen die historische Entwicklung des Religionsverständnisses und die offizielle Religionspolitik nach der Gründung der türkischen Republik dargestellt werden. Anschließend wird Nevfel Cumart die Hauptlinien der aktuellen Strömungen und Tendenzen in der Türkei aufzeigen, die sich zwischen einem Erstarken reaktionärer Bewegungen („Reislamisierung“) und dem Festhalten an dem westlichen Kurs im Sinne Atatürks bewegen. Auch auf die Funktion des staatlichen Laizismusbegriffs und die Reaktion auf die staatliche Religionspolitik seitens der größten Minderheit, der Aleviten, soll eingegangen werden.

Im Anschluss an die Ausführungen von Nevfel Cumart wird es die Möglichkeit zur Beantwortung spezieller Fragen aus dem Publikum sowie einer gemeinsamen Diskussion geben.

Nevfel Cumart wurde 1964 geboren, studierte Turkologie, Arabistik und Islamwissenschaft in Bamberg und arbeitet seit 1992 als freiberuflicher Schriftsteller, Übersetzer und Journalist. Er veröffentlichte 13 Gedichtbände und eine Sammlung mit Erzählungen. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Literaturpreise, darunter auch die Literatur-Förderpreise der Bundesländer Bayern und Rheinland-Pfalz. Er übersetzte aus den Werken türkischer Autoren wie Yasar Kemal, Aziz Nesin und Fazıl Hüsnü Daglarca. Cumart hält Vorträge und Seminare über türkeikundliche Themen sowie über die Religion des Islams. Seine Lese- und Vortragsreisen führten ihn mehrfach ins Ausland (unter anderem England, Irland, Türkei, Schweiz).

Eine Antwort to “Vortrag und Gespräch mit Nevfel Cumart”

  1. Edith Says:

    Das Anbliegen des Vortragenden, Nevfel Cumart, ist es, sachlich über den Islam in der Türkei zu informieren. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Georg Anawati Stiftung. Deren Ziel ist die Förderung der friedlichen Begegnung von Menschen aus christlichen und muslimischen Kulturkreisen in Deutschland. Die Stiftung gibt zu diesem Zweck eine Buchreihe heraus, in der den Christen der Islam erklärt wird. Zum Beispiel mit der Neuveröffentlichung “ Für ein humanistisches Verständnis des Koran“.
    Dies alles sind wichtige Bausteine das Verhältnis zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen positiver und entspannter zu gestalten.
    Leider wird bei all diesen lobenswerten Bemühungen das zweite wichtige Standbein für ein fruchtbares Miteinander meist vergessen.
    Ich will nicht immer nur in meinem Verständnis für die andere Kultur gefördert und gefordert werden. Ich möchte auch meine Interessen zum Beispiel gegenüber den sehr fordernden Islam-Verbänden (die nur für einen kleinen Teil der Muslime stehen) in diesem Land vertreten wissen. Ich vermisse das Gefühl, in einer zwar toleranten, aber wehrhaften Demokratie zu leben. Frankreich geht da einen viel selbstbewußteren Weg.
    So wichtig wie Veranstaltungen wie diese mit Herrn Cumart auch sind, müssen sie doch ergänzt werden durch deutliche Zeichen im öffentlichen Raum, die denjenigen unter den Muslimen, die ihrerseits weniger tolerant sind,die Grenzen des Entgegenkommens zeigen.

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