Platzverweise kein adäquates Mittel

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Das Resultat der Sparwut unserer Stadt stinkt im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur zum Himmel, sondern aus allen Poren des Betons von Tiefgaragen. Urin macht sich breit. Besonders betroffen ist das Parkhaus am „Berliner Platz“.

So geschieht es, dass sich zum Beispiel Obdachlose aus Mangel an Gelegenheit die Dunkelheit von Treppenaufgängen und Tiefgaragen zu Nutze machen, um sich zu erleichtern. Das Bedürfnis, die Notdurft zu verrichten, lässt sich nicht einfach unterdrücken. Wohin aber damit, wenn die Stadt sich als Betreiber von öffentlichen Bedürfnisanstalten immer weiter aus der Verantwortung zieht?

Toilettenautomaten und andere Bezahltoiletten sind keine Alternative. Menschliche Bedürfnisse richten sich nicht nach dem Inhalt des Geldbeutels.

Alle Maßnahmen die darauf ausgerichtet sind, die entsprechenden Plätze zu überwachen oder deren Zugang zu erschweren, können das Problem nicht lösen. Sie verlagern es nur. Ermahnungen, Platzverweise und Strafen für die Obdachlosen sind keine Hilfe.

Auch wenn es vielen nicht gefällt, unsere Obdachlosen sind ein Teil unserer Gesellschaft. Auch sie haben ein Grundrecht auf Menschenwürde. Dieses Grundrecht wird durch den Entzug von Toiletten weiter eingeschränkt.

Für die Betreiber von Tiefgaragen mag Vertreibung eine Lösung sein, für die Gesellschaft aber nicht.

Quelle: DER WESTEN

 

2 Antworten to “Platzverweise kein adäquates Mittel”

  1. kusi Says:

    vollkommen richtig.

    Wo sollen Menschen pinkeln, wenn sie kein nötiges Geld besitzen.

  2. Allan Quatermain Says:

    Der Bund der Steuerzahler prangert in seinen Schwarzbuch gerade eine Kommune wg. seiner Hightech-Toilettenbude an.
    Diese Kommune hat mit den Hersteller einen Pachtvertrag abgeschlossen.
    Sind „nur“ 120.000 EURO pro Jahr, das ganze aber 10 Jahre.

    Liegt auch daran, das Foodlokale in NRW, die unter 50m² Ladenfläche vorweisen,
    keine Toiletten mehr vorhalten müssen.
    Passt doch u.a. für MC und andere Mieter im und am Hagener Bahnhof.

    Und im Stadthaus II gegenüber, sind sogar die Toiletten für Besucher abgeschlossen.
    Kauft ja auch keiner bei der Post, KIK, ALDI, Roßmann, etc. ein,
    der ein dringendes Bedürfniss hat.

    Bahnfahrer können sich ja in der S-Bahn erleichtern?
    Geht auch nicht, da dort auch die meisten Toiletten verrammelt sind.

    Aber dafür kostet eine hingeworfene Kippe für den Stadtsäckel schlappe 20 EURO.

    Das ganze nennt man dann Quersubvension.

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